Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.08.2015

10:06 Uhr

Konjunkturdaten

Deutsche Wirtschaft auf Wachstumskurs

Nach einem Dämpfer zu Jahresbeginn läuft die deutsche Wirtschaft wieder rund. Volkswirte rechnen für das zweite Quartal mit einem soliden Wachstum. Nächsten Freitag gibt es offizielle Zahlen.

Das weltgrößte Containerschiff „Maersk Mc-Kinney Möller“ am Containerterminal von Bremerhaven: Die deutsche Wirtschaft wächst weiter. dpa

Containerschiff in Bremerhaven

Das weltgrößte Containerschiff „Maersk Mc-Kinney Möller“ am Containerterminal von Bremerhaven: Die deutsche Wirtschaft wächst weiter.

FrankfurtDie Exportnation Deutschland profitiert vom schwachen Euro. Konsumfreudige Verbraucher schieben das Wachstum zusätzlich an. Ökonomen gehen daher von guten Konjunkturdaten für das zweite Quartal 2015 aus. An diesem Freitag (14.8.) veröffentlicht das Statistische Bundesamt seine erste Schätzung zur Entwicklung des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von April bis Juni.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet ein Wachstum von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal. „Vor allem der Arbeitsmarkt ist zur Zeit eine große Stütze für die Konjunktur“, erläuterte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner.

„Die Beschäftigungssituation hat sich zuletzt dynamisch entwickelt und stützt den privaten Verbrauch.“ Angeschoben wird der Konsum als Konjunkturtreiber zusätzlich durch den Rückgang der Ölpreise: Weil Tanken und Heizen billiger ist als vor einem Jahr, können Verbraucher mehr Geld in andere Dinge stecken.

Fünf Gründe für Deutschlands Aufschwung

Starker Konsum

Weil Sparen sich wegen der Mini-Zinsen nicht lohnt, tragen die Verbraucher ihr Geld in die Geschäfte oder reisen viel. Löhne und Gehälter steigen zudem weiter kräftig.

Billiges Öl

Der Rückgang der Rohölpreise um nahezu die Hälfte seit dem Sommer 2014 entlastet Unternehmen und Verbraucher. Dies wirkt wie ein kostenloses Konjunkturprogramm.

Schwacher Euro

Die Exporteure jubeln, weil der im Verhältnis zum US-Dollar extrem schwache Euro Ausfuhren außerhalb des Euroraums günstiger macht.

Boom in den USA

Die US-Wirtschaft brummt – und die Amerikaner schätzen Waren „made in Germany“, gerade Luxusautos und Maschinen.

Job-Motor

Auf dem Arbeitsmarkt jagt ein Beschäftigungsrekord den nächsten. Bald dürften über 43 Millionen Deutsche erwerbstätig sein – das gibt Sicherheit und stützt den Aufschwung.

Die Dekabank rechnet ebenfalls mit soliden 0,5 Prozent BIP-Wachstum im zweiten Vierteljahr. „Wie schon in den vergangenen Quartalen bildet eine robuste Konsumtätigkeit das Fundament, auf dem die Konjunktur aufbaut“, schreiben die Deka-Volkswirte.

Die deutsche Wirtschaft stehe „stabil auf mehreren Beinen“ - so die Analyse der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba): „Die bisher veröffentlichten Konjunkturindikatoren zeigen, dass das zweite Quartal 2015 etwas stärker ausgefallen sein sollte als das erste Vierteljahr.“

Zum Jahresauftakt war der deutsche Konjunkturmotor etwas ins Stottern geraten: Das reale BIP stieg in den ersten drei Monaten im Vergleich zum Vorquartal um vergleichsweise geringe 0,3 Prozent. Damals bremste der Außenbeitrag - die Differenz der Entwicklung von Exporten und Importen: Zwar wurden im ersten Quartal mehr Waren und Dienstleistungen exportiert als Ende 2014. Doch die Einfuhren nach Deutschland stiegen noch sehr viel kräftiger.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×