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09.06.2013

15:24 Uhr

Konjunkturdaten

Die chinesische Wachstumslokomotive stottert

Die schwache Weltwirtschaft macht der Exportnation China zu schaffen. Die Ausfuhren waren im Mai so gering wie seit fast einem Jahr nicht mehr. Inzwischen gibt es Spekulationen über eine Zinssenkung.

Wanderarbeiter in einer Chipfabrik in Shenzhen. dpa

Wanderarbeiter in einer Chipfabrik in Shenzhen.

PekingEnttäuschende Konjunkturdaten aus China haben weitere Hinweise auf ein schwächeres Wachstum der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft geliefert. Dies löste Spekulationen aus, dass eine Zinssenkung im Raum steht. Zum einen exportierte China wegen der schwachen Weltwirtschaft im Mai so wenig wie seit fast einem Jahr nicht, zum anderen kauften die Chinesen zu wenig Produkte, um mit ihrer Nachfrage die Wirtschaft deutlich anzukurbeln.

Zudem fielen die am Wochenende veröffentlichten Inflationsdaten, die Kreditvergabe der Banken sowie die Investitionen in die Wirtschaft unerwartet schwach aus. "Die Konjunkturdaten weisen zwar auf weiteres Wachstum hin, aber dieses ist weiter nicht überzeugend und zugleich scheint es im Mai an Fahrt verloren zu haben", sagte RBS-Analyst Louis Kuijs. Ökonom Jianguang Shen hält es sogar für möglich, dass die chinesische Wirtschaft im zweiten Quartal weniger stark wächst als im ersten Vierteljahr.

Die Exporte legten im Mai binnen Jahresfrist nur um ein Prozent zu, wie die Zollbehörde in Peking mitteilte. Dies spiegelte allerdings auch die verschärften Finanzkontrollen wider. Spekulative Kapitalflüsse sollen das Exportvolumen in den vergangenen Monaten auf zweistellige Zuwachsraten aufgebläht haben. Im April hatten die Exporte noch um 14,7 Prozent zugelegt. Die Ausfuhren in die USA und die EU - die beiden wichtigsten Handelspartner Chinas - fielen im Mai sogar den dritten Monat in Folge.

Die Einfuhren gingen im Mai sogar um 0,3 Prozent zurück. Hier hatten Analysten einen Anstieg um sechs Prozent erwartet. "Die Daten spiegeln eine schleppende Nachfrage sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland wider", sagte Volkswirt Shen Lan von der britischen Bank Standard Chartered in Shanghai.

Kommentare (1)

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09.06.2013, 20:09 Uhr

'Einige Analysten sehen in den schwachen Daten Hinweise darauf, dass die Zentralbank bald aktiv wird und die Zinsen senkt.'

Kann China denn überhaupt ein Interesse daran haben, den tatsächlich überhitzten Immobilienmarkt und die Inflation auch noch zusätzlich anzuheizen? Die restriktivere Kreditvergabe, eingeschränkte öffentliche Auftragsvergabe und strengere Finanzkontrollen deuten wohl eher darauf hin, bestimmten Fehlentwicklungen entgegenzuwirken.

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