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10.11.2014

14:11 Uhr

Konjunkturdaten

Flaue Konjunktur in China dämpft Inflation

Die chinesische Konjunktur stockt- Prompt bekommt die Inflation einen Dämpfer und verharrt im Oktober bei 1,6 Prozent. Ein Experte rechnet allerdings mit baldigen Konjunkturhilfen der Notenbank.

Die Skyline von Shanghai: Chinas Wachstum stockt. dpa

Die Skyline von Shanghai: Chinas Wachstum stockt.

PekingIn China dämpft die Konjunkturabkühlung die Inflation. Die Verbraucherpreise stiegen im Oktober nur um 1,6 Prozent und damit genauso moderat wie im Vormonat, wie das Statistikamt am Montag mitteilte. Die Teuerungsrate liegt damit weiter nahe dem niedrigsten Niveau seit fünf Jahren. Zugleich mehren sich die Anzeichen für eine weitere Abschwächung der Wirtschaft.

Die Preise, die Hersteller von ihren Kunden verlangen, fielen stärker als erwartet um 2,2 Prozent und damit den 32. Monat in Folge. Im Oktober legten die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahresmonat nach amtlichen Angaben vom Wochenende zwar um 11,6 Prozent zu, im September hatte das Wachstum aber noch 15,3 Prozent betragen.

In den Monaten Juli bis September hatte Chinas Wirtschaft mit einem Plus von 7,3 Prozent so langsam zugelegt wie seit Anfang 2009 nicht mehr. Dies könnte dazu führen, dass erstmals seit 15 Jahren das Wachstumsziel der Regierung verfehlt wird. Angepeilt ist ein Anstieg der Wirtschaftsleistung um 7,5 Prozent.

Die fünf großen Gefahren für Chinas Wirtschaftswachstum

Immobilienblase

Seit Jahren schießen die Immobilienpreise in Chinas Großstädten in ungeahnte Höhen - seit Monaten mehren sich jedoch Zeichen für einen Kollaps.

Schattenbanken

Neben den trägen Staatsbanken hat sich in China ein großer Markt von nicht-registrierten Geldinstituten etabliert, die der Staat bislang nicht kontrollieren kann.

Faule Kredite

Banken haben ohne genaue Prüfung Firmen immense Kredite für unproduktive und verschwenderische Investitionen gegeben.

Überkapazitäten

Mit Subventionen der Regierung haben viele Branchen gewaltige Überkapazitäten aufgebaut, beispielsweise die Solarindustrie. Aber sie werden ihre Produkte nicht los.

Internationale Krisen

Chinas Wirtschaft hängt vom Export ab. Geraten wichtige Abnehmerländer in Krisen, hat auch China Probleme.

Weitere geldpolitische Impulse der Zentralbank werden zunehmend wahrscheinlich“, sagte Ökonom Frederik Kunze von der NordLB. Dazu gehöre auch eine Senkung der Mindestreserveanforderungen. Wenn Geldhäuser weniger Kapital als Mindestreserve bereithalten müssen, ist auch weniger Geld als Sicherheit gebunden. Dies bedeutet, dass mehr Mittel für Kredite bereitsteht. Die politische Führung in Peking hat bereits Konjunkturhilfen beschlossen: In den vergangenen drei Wochen hat die staatliche Reformkommission 21 Projekte mit einem Gesamtvolumen von umgerechnet 113,2 Milliarden Dollar bewilligt.

Von

rtr

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