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07.05.2014

11:34 Uhr

Konjunkturdaten

Industrie in Deutschland und Frankreich schwach

Weniger Aufträge in Deutschland, weniger Produktion in Frankreich - die Industrieunternehmen der beiden größten europäischen Volkswirtschaften zeigen sich im März schwächer als von vielen Ökonomen erwartet. Erhält das deutsche Wachstumstempo einen Dämpfer?

Bauarbeiten in Hamburg: In Deutschland und Frankreich schwächelt die Industrie nach zuletzt guten Zahlen. dpa

Bauarbeiten in Hamburg: In Deutschland und Frankreich schwächelt die Industrie nach zuletzt guten Zahlen.

Paris/WiesbadenDie Industrie in den beiden größten europäischen Volkswirtschaften hat sich im März schwach präsentiert. Der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe Deutschlands sank deutlich, in Frankreich gab die Industrieproduktion spürbar nach. Die französische Wirtschaft neigt damit weiter zur Schwäche. Die Zahlen aus Deutschland deuten darauf hin, dass sich das Wachstumstempo im zweiten Quartal spürbar verlangsamen dürfte, kommentierten Bankvolkswirte am Mittwoch. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts haben die deutschen Industrieunternehmen im März deutlich weniger Aufträge erhalten als im Februar. Die Bestellungen gingen im Monatsvergleich um 2,8 Prozent zurück. Dies ist das stärkste Minus seit November 2012. Bankvolkswirte hatten dagegen einen Anstieg um 0,3 Prozent erwartet. Der Zuwachs im Februar wurde nachträglich leicht von ursprünglich 0,6 auf 0,9 Prozent nach oben korrigiert.

Besonders schwach präsentierte sich die Nachfrage aus dem Ausland. Von dort kamen 4,6 Prozent weniger Aufträge, während die Inlandsbestellungen um lediglich 0,6 Prozent nachgaben. Die Neuaufträge aus der Eurozone gingen stark um 9,4 Prozent zurück. Das Wirtschaftsministerium erklärte die schwachen Zahlen vor allem mit Großaufträgen, die unterdurchschnittlich ausgefallen seien. Insgesamt bleibe der Trend der Bestellungen aufwärtsgerichtet, er dürfte sich aber etwas abschwächen, heißt es in einer Mitteilung. Volkswirte der NordLB betonten, dass einzelne Monatswerte nicht überinterpretiert werden sollten. Allerdings dürfte die politische Unsicherheit wegen der Krise in der Ostukraine belastet haben.

Größte Volkswirtschaften 2013 - 2028

Rang 10

2013
Kanada
1,8 Billionen Dollar
2028
Kanada
3,7 Billionen Dollar
Quelle: CEBR. Angaben beziehen sich auf das geschätzte Bruttoinlandsprodukt

Rang 9

2013
Italien
2,1 Billionen Dollar
2028
Mexiko
3,7 Billionen Dollar

Rang 8

2013
Russland
2,1 Billionen Dollar
2028
Russland
4,1 Billionen Dollar

Rang 7

2013
Brasilien
2,2 Billionen Dollar
2028
Großbritannien
4,3 Billionen Dollar

Rang 6

2013
Großbritannien
2,65 Billionen Dollar
2028
Deutschland
4,3 Billionen Dollar

Rang 5

2013
Frankreich
2,7 Billionen Dollar
2028
Brasilien
5,1 Billionen Dollar

Rang 4

2013
Deutschland
3,6 Billionen Dollar
2028
Japan
6,4 Billionen Dollar

Rang 3

2013
Japan
5 Billionen Dollar
2028
Indien
6,6 Billionen Dollar

Rang 2

2013
China
8,9 Billionen Dollar
2028
USA
32,2 Billionen Dollar

Rang 1

2013
USA
16,7 Billionen Dollar
2028
China
33,5 Billionen Dollar

In Frankreich zeigen sich unterdessen immer mehr konjunkturelle Bremsspuren. Nach Zahlen des nationalen Statistikamts Insee fiel die Industrieproduktion im März um 0,7 Prozent schwächer aus als im Vormonat. Es war der stärkste Rückgang seit Mitte 2013. Ökonomen hatten dagegen mit einem Anstieg um 0,3 Prozent gerechnet. Im Februar hatten die Unternehmen zumindest noch ein Mini-Plus von 0,1 Prozent verbucht. Konjunkturelle Frühindikatoren deuten seit Monaten darauf hin, dass Frankreich anderen Euroländern hinterherhinkt. Die neue Regierung steht deswegen unter Reformdruck. Zugleich plädiert sie dafür, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Euro mit einer gezielten Wechselkurspolitik schwächt, um die Ausfuhren zu verbilligen und anzukurbeln. In Deutschland ruft die Forderung bislang wenig Gegenliebe hervor.

Ökonomen sehen den Aufschwung trotzdem nicht gefährdet. „Don't worry, be happy", sagte UniCredit-Ökonom Andreas Rees. „Der Aufwärtstrend ist intakt, er ist sogar recht stark." Das Minus sei vor allem geringeren Großaufträgen geschuldet. Werden sie herausgerechnet, wären die Bestellungen von Januar bis März um starke 1,9 Prozent zum Vorquartal gestiegen. "Der Aufschwung ist nicht abgeblasen", sagte auch Ökonom Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe. „Die Erholung der Euro-Zone macht Hoffnung." Die meisten Krisenländer haben die Rezession beendet und wachsen wieder. Die zuletzt wieder gestiegene Stimmung in den Unternehmen lasse einen anhaltenden Aufwärtstrend vermuten.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

07.05.2014, 11:58 Uhr

"Die Neuaufträge aus der Eurozone gingen stark um 9,4 Prozent zurück."

„Die Erholung der Euro-Zone macht Hoffnung."

Wer findet den Widerspruch ? Die HB-Redaktion wohl eher nicht, die hat ja nur wieder bei dpa abgeschrieben... ;-)

Account gelöscht!

07.05.2014, 16:48 Uhr

Die Antworten:
Wegen der EU-Wahl muss die Wirtschaft brummen.
Die Realitäten der Lage sind nun mal schlecht.
Das bringt unterm Strich Durcheinander und Unglaubwürdigkeit. Darum braucht die EU Veränderungen wie sie von Alternativen vorgeschlagen werden. Die Wähler sollten auf den Zug aufspringen und den verbrauchten Altparteien die Stimmen versagen.

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