Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.04.2014

16:29 Uhr

Konjunkturdaten

Osterfeiertage treiben in Deutschland kurzfristig die Inflation

Die Inflation in Deutschland hat zwar jüngst wieder etwas angezogen, doch das Niveau bleibt niedrig. Die baldige EZB-Entscheidung über die künftige Geldpolitik im Euro-Raum dürfte das deshalb kaum beeinflussen.

Die Inflation stieg zuletzt in Deutschland moderat an, doch die normalen Güter dürfte das kaum betreffen, denn vor allem die Osterfeiertage trieben den Index. dpa

Die Inflation stieg zuletzt in Deutschland moderat an, doch die normalen Güter dürfte das kaum betreffen, denn vor allem die Osterfeiertage trieben den Index.

BerlinDie Inflation in Deutschland ist im April auf den höchsten Stand seit Januar geklettert. Grund dafür waren vor allem steigende Preise bei Pauschalreisen über die Osterfeiertage. Insgesamt kosteten Waren und Dienstleistungen im Schnitt 1,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Im März war die Jahresteuerung noch auf 1,0 Prozent gesunken und damit auf den niedrigsten Stand seit rund dreieinhalb Jahren. Experten gehen davon aus, dass sich die Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB) trotz des Preisanstiegs im größten Euro-Land weiter Sorgen um die geringe Inflation im Währungsraum machen. „Der Druck auf die EZB bleibt hoch“, sagte BayernLB-Ökonom Stefan Kipar.

Die Zentralbanker entscheiden kommende Woche über ihre Geldpolitik. Anfang April hatten die Fachleute um EZB-Präsident Mario Draghi den Leitzins unverändert gelassen, aber die Tür für eine weitere Lockerung des Kurses mit unkonventionellen Mitteln geöffnet. Die EZB-Banker werden sich vor allem die Inflationsdaten der Euro-Zone für April anschauen, die am Mittwoch veröffentlicht werden. Von Reuters befragte Experten hatten bisher einen Anstieg der Verbraucherpreise von 0,5 auf 0,8 Prozent erwartet. Da allerdings die Inflation aus Deutschland niedriger ausfiel als gedacht, könnte sich dies auch auf die Zahlen der Euro-Zone auswirken. Von stabilen Preisen spricht die EZB bei Werten von knapp unter zwei Prozent.

In Deutschland sorgte vor allem ein Statistikeffekt für eine höhere Inflation. Denn die Osterfeiertage fielen diesmal in den April und nicht wie im Vorjahr in den März. „Dies ließ die Inflation im März nach unten purzeln und nun wieder leicht nach oben hüpfen“, erklärte Jens Kramer von der NordLB. So kosteten Pauschalreisen in einigen Bundesländern rund zehn Prozent mehr als vor Jahresfrist.

Februar-Bilanz: Deutsche Exporte schrumpfen unerwartet stark

Februar-Bilanz

Deutsche Exporte schrumpfen unerwartet stark

1,3 Prozent weniger deutsche Exporte als im Vormonat: Der deutliche Rückgang überrascht die Experten. Dennoch rechnet der Branchenverband im Gesamtjahr mit einem Wachstum von drei Prozent.

Dies zeigt sich auch daran, dass Dienstleistungen bundesweit um 2,3 Prozent teurer wurden, nachdem sie zuletzt nur um 1,5 Prozent zugelegt hatten. Die Preise für Nahrungsmittel hingegen stiegen nur noch um 1,8 Prozent, zu Jahresbeginn hatten sie noch doppelt so stark zugelegt. „Der Preiskampf bei den Discountern macht sich hier bemerkbar“, betonte Kramer. Für die nächsten Monate dürfte die Inflation in Deutschland trotz der anziehenden Konjunktur eher gedämpft bleiben. Erst mittel- bis langfristig erwartet Kramer wegen steigender Löhne wieder einen spürbaren Anstieg.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×