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12.10.2011

21:34 Uhr

Konjunkturkrise

Fed erwägt weitere US-Anleihenkäufe

Die US-Notenbank erwägt weitere Anleihenkäufen um die Konjunktur zu beleben. Es wurden auch andere Instrumente diskutiert - allerdings gehen die Meinungen auseinander, ob und wann weitere Schritte erfolgen sollten.

Die US-Notenbank unter Ben Bernanke denkt über weitere Anleihenkäufe nach. Reuters

Die US-Notenbank unter Ben Bernanke denkt über weitere Anleihenkäufe nach.

WashingtonIm Kampf gegen die schwächelnde US-Konjunktur hat der geldpolitische Ausschuss der Federal Reserve bei seinem jüngsten Treffen unter anderem weitere Anleihenkäufe erwogen. Dies geht aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der vergangenen Sitzung der US-Notenbank vom September hervor. „Die meisten Mitglieder waren sich darin einig, dass die Berichtigungen des wirtschaftlichen Ausblicks einige weitere Schritte zur geldpolitischen Anpassung erforderlich machen, um eine stärkere Erholung zu unterstützen“, hieß es in den Protokollen. Neben einer weiteren Runde von Anleihenkäufen seien auch andere Instrumente diskutiert worden - etwa eine erneute Umschichtung im Anleihen-Portfolio der Notenbank. Allerdings gingen die Meinungen in dem Fed-Ausschuss darüber auseinander, ob und wenn ja wann weitere Schritte erfolgen sollten. So hätten sich zwei Mitglieder für stärkere Maßnahmen ausgesprochen, während drei Vertreter dies abgelehnt hätten.

Die Federal Reserve hatte im September zur Unterstützung der lahmenden Konjunktur beschlossen, bis Mitte kommenden Jahres für 400 Milliarden Dollar lang laufende Anleihen zu erwerben. Parallel sollen aus der in der Krise auf gut 2,9 Billionen Dollar aufgeblähten Bilanz der Fed kurz laufende Treasuries mit Laufzeiten unter drei Jahren im selben Umfang verkauft werden. Ziel dieser so genannten „Operation Twist“ ist es, die langfristigen Zinsen zu senken. Dadurch werden - so das Kalkül - Kredite tendenziell billiger. Dies soll Wirtschaft und Verbrauchern helfen.

Die wirtschaftliche Lage der weltgrößten Volkswirtschaft bleibt betrüblich schwach, vor allem der Arbeitsmarkt bereitet den Notenbankern weiterhin Sorgen. Achillesferse der US-Wirtschaft ist der Häusermarkt, wo die Krise 2007 begonnen hatte. Die Fed hatte deshalb im September auch beschlossen, auslaufende hypothekenbesicherte Anleihen und andere Immobilienpapiere in ihren Beständen wieder zu ersetzen. Beobachter sind nun gespannt, ob Fed-Chef Ben Bernanke in den kommenden Monaten noch einen Schritt weiter geht und abermals Staatsanleihen in großem Umfang kauft.

Diese „quantitative easing“ genannte Variante der Geldpolitik setzte zuletzt die Bank von England im Kampf gegen die Konjunkturschwäche wieder ein. Sie kündigte Anfang Oktober an, ihr bislang 200 Milliarden Pfund schweres Kaufprogramm um 75 Milliarden Pfund aufzustocken. Bernanke hat in den USA bislang zwei Runden „quantitative easing“ durchgeführt - der Finanzmarkt spekuliert nun also auf „QE3“. Die nächste Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed ist für den 2. November terminiert.

Von

rtr

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