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04.01.2006

11:30 Uhr

Konjunkturnebel

Fed uneins über Zinspolitik

Die Periode stetiger Zinserhöhungen in den USA neigt sich dem Ende zu. Zugleich gehen die Meinungen innerhalb der US- Notenbank (Fed) über den künftigen Kurs in der Geldpolitik auseinander.

tor HB NEW YORK. „Es gibt unterschiedliche Ansichten darüber, wie stark die Kreditbedingungen noch verschärft werden müssen“, heißt es im Protokoll der letzten Fed-Sitzung vom 13. Dezember.

Eine Mehrheit geht aber offenbar davon aus, dass „die Zahl weiterer Zinserhöhungen wahrscheinlich nicht sehr groß sein dürfte.“ Unterm Strich stellen die Notenbanker fest, dass der künftige Kurs der Geldpolitik deutlich unsicherer geworden sei. Der Aktienmarkt nahm den Hinweis auf ein baldiges Ende der Zinserhöhungen positiv auf, der Dollar verlor dagegen deutlich.

Der designierte Fed-Chef Ben Bernanke, der vorasusichtlich am 1. Februar die Nachfolge von Alan Greenspan antritt, hat damit zwar freie Hand. Zugleich tritt er sein Amt jedoch an einem schwierigen Wendepunkt der Geldpolitik an und trifft auf einen gespaltenen Offenmarktauschuss bei der Fed. Das Gremium entscheidet per Mehrheitsbeschluss über die Zinspolitik.

Die Fed hatte Mitte Dezember die Leitzinsen zum 13. Mal in Folge auf 4,25 Prozent angehoben. Zudem strichen die Notenbanker den Hinweis aus ihrer Erklärung, dass die Geldpolitik immer noch stimulierend wirke. Experten rechnen mit mindestens einer weiteren Zinserhöhung. „Danach hängt alles davon ab, ob die Inflation im Griff bleibt“, sagte Jeremy Fletcher, Fondsmanager bei American Century Investments in Kalifornien, der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Auf der anderen Seite weisen die Notenbanker darauf hin, dass ihre Sorge über einen kurzfristigen Anstieg des allgemeinen Preisniveaus etwas abgenommen habe. So hätten die hohen Energiepreise bislang keinen nennenswerten Effekt auf die Inflation gehabt.

Die widersprüchlichen Signale deuten nach Meinung von Ökonomen darauf hin, dass sich nicht nur die Geldpolitik, sondern auch die US-Konjunktur an einem Wendepunkt befindet. Nach einer Umfrage des „Wall Street Journal“ unter 56 Volkswirten erwarten die Experten im ersten Halbjahr 2006 nur noch ein Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent und in der zweiten Jahreshälfte ein Plus von 3,1 Prozent.

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