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10.01.2017

10:51 Uhr

Konjunkturpolitik

China will Schuldenspirale stoppen

Der Schuldenstand der chinesischen Firmen entspricht rund 169 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Die Wirtschaftsmacht ist im abgelaufenen Jahr um schätzungsweise 6,7 Prozent gewachsen.

Das Kreditwachstum sei nach internationalen Maßstäben „sehr schnell“ gewesen, sagte Xu. Reuters

Der Chef der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission Xu Shaoshi

Das Kreditwachstum sei nach internationalen Maßstäben „sehr schnell“ gewesen, sagte Xu.

PekingDie Regierung in China will einen weiteren Anstieg der ohnehin schon hohen Verschuldung von Unternehmen im Land verhindern. Man werde nicht zulassen, dass die Schuldenlast von Firmen außerhalb der Finanzbranche über die aktuellen Niveaus hinausgingen, sagte der Chef der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission, Xu Shaoshi, am Dienstag in Peking. Deren Schuldenstand entspricht 169 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Das Kreditwachstum sei nach internationalen Maßstäben „sehr schnell“ gewesen, sagte Xu. Obwohl die Binnenwirtschaft stabil sei, gebe es Probleme. Man werde aber sicherstellen, dass sich die Wirtschaft in vernünftigen Bahnen bewege.

Die nach den USA zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt dürfte nach Schätzung von Ökonomen im abgelaufenen Jahr um 6,7 Prozent gewachsen sein. Die Regierung in China hatte einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 6,5 Prozent bis sieben Prozent anvisiert. Für dieses Jahr seien die Risiken für die Volksrepublik höher. Man sei aber zuversichtlich, dass der Zuwachs auch 2017 in einem angemessenen Bereich bleibe.

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China macht seit einiger Zeit eine Abkühlung der einst boomenden Konjunktur zu schaffen. Zuletzt gab es aber vermehrt Signale einer Stabilisierung. Steigende Staatsausgaben und der boomende Immobilienmarkt sorgten für eine höhere Nachfrage nach Roh- und Baustoffen. Gestützt wird dies auch durch die Konjunkturhilfen der Regierung.

Die Inflation blieb ungeachtet der robusten Konjunktur weitgehend unter Kontrolle. Die Verbraucherpreise stiegen im Dezember um 2,1 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistik-Büro mitteilte. Ökonomen hatten im Schnitt mit 2,3 Prozent gerechnet. Allerdings kletterten die Erzeugerpreise in der Industrie mit 5,5 Prozent so stark wie seit mehr als fünf Jahren nicht mehr. „Insgesamt ist diese Entwicklung zu begrüßen“, sagte NordLB-Ökonom Frederik Kunze. Das signalisiere eine „gewisse Entlastung für die schuldengeplagten chinesischen Unternehmen“, sollten sich doch steigende Preise positiv auf der Einnahmenseite vieler Industrieunternehmen bemerkbar machen.

Von

rtr

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