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16.01.2015

12:59 Uhr

Konjunkturprognose

Die besten Wahrsager

VonHans Christian Müller-Dröge

ExklusivDeutsche Konjunkturexperten scheinen an chronischem Überoptimismus zu leiden: Die meisten Prognostiker sagten mehr Wachstum voraus, als es am Ende wurde. Besonders auffällig: Die großen Forschungsinstitute schwächeln.

Keine Magie, sondern harte Arbeit: Ein Mitarbeiter von ThyssenKrupp bei Schweißarbeiten. dpa

Keine Magie, sondern harte Arbeit: Ein Mitarbeiter von ThyssenKrupp bei Schweißarbeiten.

DüsseldorfDeutschlands Konjunkturexperten scheinen an chronischem Überoptimismus zu leiden: Zum zweiten Mal in Folge hat eine große Mehrheit von ihnen mehr Wachstum vorhergesagt, als es dann am Ende wurden. Das zeigt das neue Handelsblatt-Ranking der besten Konjunkturprognosen.

So hatten die Auguren für das Jahr 2014 im Schnitt ein Plus von 1,8 Prozent vorhergesagt. Doch am Ende wurden es nur 1,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitgeteilt hat. Schon das Miniwachstum des Jahres 2013 hatten die meisten Prognostiker im Vorfeld klar überschätzt.

Dennoch kamen viele Vorhersagen der tatsächlichen Entwicklung relativ nahe – allen voran die der Berliner Sparkasse und die Bundesbank. Beide landeten schon im vorigen Jahr unter den ersten Dreien – und zeigen damit, dass gute Konjunkturprognosen nicht allein auf dem Zufall beruhen müssen.

Das Prognoseranking – darauf kommt es an

Treffsicherheit

Die Treffsicherheit einer Prognose wird dabei wie folgt ermittelt: Für jeden Wert wird die Differenz zwischen geschätzter und tatsächlicher Veränderung – in Prozentpunkten – berechnet.

Abweichung

Dann wird diese Abweichung durch die Standardabweichung der jeweiligen Variablen geteilt. Diese gibt an, wie stark der Wert in den letzten 20 Jahren schwankte. So nimmt man Rücksicht darauf, dass einige Werte schwerer zu prognostizieren sind als andere, weil sie von Jahr zu Jahr viel stärker schwanken.

Konsum

Während etwa die Wachstumsrate der Exporte oft große Sprünge macht, ändert sich die des Konsums von Jahr zu Jahr deutlich weniger. Sich beim Konsum um einen Prozentpunkt zu verschätzen, ist daher weitaus gravierender.

Prognosefehler

Zum Schluss werden die gewichteten Prognosefehler addiert. Um zu verhindern, dass der Außenhandel mit doppeltem Gewicht gewertet wird, werden die Schätzfehler bei den Importen und Exporten jeweils nur hälftig berücksichtigt. Gewinner ist derjenige Prognostiker, der bei den einzelnen Werten – in der Summe – am nächsten dran lag.

Zwar hatten beide dieses Mal das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) etwas zu hoch angesetzt. Dennoch lagen sie bei den Einzelwerten der deutschen Wirtschaftsentwicklung nahe an den tatsächlichen Werten. Da das Handelsblatt nicht nur die Prognose für das Gesamt-BIP, sondern auch für sechs weitere Werte berücksichtigt, um das beste Gesamtbild der konjunkturellen Entwicklung prämieren zu können, konnten sich beide ganz nach vorne schieben.

Die Experten der Berliner Sparkasse etwa sagten einen geringeren Anstieg des privaten Konsums voraus als die meisten Konkurrenten – und lagen damit fast genau richtig: „Der Konsum spielt zwar inzwischen als Wachstumsquelle eine größere Rolle“, sagt Sparkassen-Ökonom Uwe Dürkop in der Rückschau. Doch an die These, dass die Menschen wegen der niedrigen Zinsen weniger sparen und besonders viel kaufen würden, habe er nicht geglaubt. Zu Recht, wie sich zeigte.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

16.01.2015, 16:08 Uhr

Die Champions der aktuellen Auswertung sind für das neue Jahr übrigens uneins: Während die Bundesbank nur ein Prozent BIP-Wachstum ansetzt, sind Bayerische Landesbank und Berliner Sparkasse zuversichtlicher: Sie halten erneut eineinhalb Prozent Plus für möglich.

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Man soll Froh sein wenn im Jahr 2015 etwas mehr als

0, 5 %

sich am Jahresende als tatsächliches Wachstum zeigt.











Account gelöscht!

16.01.2015, 16:15 Uhr


Der DAX steigt momentan...

es ist aber keine gesunder Wachstum.

Es ist teilweise ein Zeichen für den Verlust der

Währung " EURO " und die FLUCHT von Geld in Ware.




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