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07.10.2014

15:32 Uhr

Konjunkturschock

Deutschlands Wachstum bricht ein

Für Deutschlands Konjunktur sieht es düster aus: Der IWF senkt den Wirtschaftsausblick deutlich. Das Wachstum in der Bundesrepublik hinkt deutlich hinterher. Deutschland sollte dringend mehr investieren, so der Rat.

Für Deutschlands Wachstum sieht es düster aus: Der IWF senkt seine Prognose. dpa

Für Deutschlands Wachstum sieht es düster aus: Der IWF senkt seine Prognose.

Washington/BerlinDeutschland und die gesamte Euro-Zone verlieren nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) konjunkturell zunehmend an Fahrt. Der IWF senkte am Dienstag im neuen Weltwirtschafsausblick seine Prognose für die globale Konjunktur zwar nur leicht auf 3,3 Prozent in diesem und 3,8 Prozent im nächsten Jahr.

Seine Schätzung für Deutschland fällt aber erheblich skeptischer aus als bisher. Der Fonds rechnet hierzulande nur noch mit einem Wirtschaftswachstum in diesem Jahr von 1,4 Prozent und im nächsten Jahr von 1,5 Prozent – das ist für 2014 eine Absenkung um einen halben Prozentpunkt und für 2015 um 0,2 Prozentpunkte. Insgesamt klafft die weltwirtschaftliche Entwicklung nach Analysen des IWF immer weiter auseinander.

„Trotz Rückschlägen setzt sich die ungleichmäßige Erholung der Weltwirtschaft fort“, ziehen der IWF und sein Chefökonom Olivier Blanchard unter dem Strich dennoch ein positives Fazit. „Die Abwärtsrisiken haben zugenommen“, warnte die Organisation. Dazu zählten insbesondere die geopolitischen Risiken wie der Konflikt um die Ukraine. Zudem sieht der Fonds gerade im Euro-Raum Gefahren einer Stagnation.

Größte Volkswirtschaften 2013 - 2028

Rang 10

2013
Kanada
1,8 Billionen Dollar
2028
Kanada
3,7 Billionen Dollar
Quelle: CEBR. Angaben beziehen sich auf das geschätzte Bruttoinlandsprodukt

Rang 9

2013
Italien
2,1 Billionen Dollar
2028
Mexiko
3,7 Billionen Dollar

Rang 8

2013
Russland
2,1 Billionen Dollar
2028
Russland
4,1 Billionen Dollar

Rang 7

2013
Brasilien
2,2 Billionen Dollar
2028
Großbritannien
4,3 Billionen Dollar

Rang 6

2013
Großbritannien
2,65 Billionen Dollar
2028
Deutschland
4,3 Billionen Dollar

Rang 5

2013
Frankreich
2,7 Billionen Dollar
2028
Brasilien
5,1 Billionen Dollar

Rang 4

2013
Deutschland
3,6 Billionen Dollar
2028
Japan
6,4 Billionen Dollar

Rang 3

2013
Japan
5 Billionen Dollar
2028
Indien
6,6 Billionen Dollar

Rang 2

2013
China
8,9 Billionen Dollar
2028
USA
32,2 Billionen Dollar

Rang 1

2013
USA
16,7 Billionen Dollar
2028
China
33,5 Billionen Dollar

Deshalb sollte weltweit mehr für die Steigerung der Wachstumskräfte getan werden. Mit Blick auf Länder wie Deutschland rät der Fond zudem zu höheren staatlichen Infrastruktur-Investitionen, auch auf Pump. Zudem warnt der IWF davor, zu schnell von der lockeren Geldpolitik in den Industriestaaten Abschied zu nehmen. Darüber hinaus sieht er weiter Risiken eines Preisverfalls auf breiter Front in Europa.

Das bewertet die Bundesregierung anders. „Wir teilen die Sorge vor Deflation nicht“, sagte ein Regierungsvertreter. Er verwies zudem darauf, dass der Fonds angesichts der extrem lockeren Geldpolitik die Gefahr von Preisblasen an einzelnen Vermögensmärkten sehe und dazu Anzeichen für wachsende Risikobereitschaft und Selbstgefälligkeit in der Finanzwelt.

Kommentare (35)

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Account gelöscht!

07.10.2014, 15:56 Uhr

Deutschland kann nicht mehr investieren. Die deutsche Politik hat ganze Arbeit, die letzten Jahre, geleistet. Momentaner Schuldenstand 2 Billionen EURO tendenz stark steigend. Dazu kommt noch, das die deutsche Ethik-Politik eine Energiewende per Zwangs-EEG unserer Gesellschaft aufgelastet hat. Energiewende/EEG = Mangel und Armut, weil Strom für unsere Wirtschaft in Zukunft unbezahlbar wird und viele Unternehmen pleite gehen oder einfach nur auswandern. Energiewende bedeutet Wirtschaftsabschwung!

Herr Ylander Ylander

07.10.2014, 16:02 Uhr

Aha, jetzt wird Deutschland verantwortlich dafür gemacht, dass die IWF-Mafia ihr unheilvolles Werk in Zusammenarbeit mit der EZB nicht so durchziehen kann wie erhofft. Frage am Rande: Läuft nicht gegen die IWF-Vorsitzende noch ein Strafverfahren?

Wir brauchen im Übrigen kein Wirtschaftswachstum, sondern eine geordnete, kräftige und schnelle Rückführung, wenn wir unsere Lebensgrundlagen erhalten wollen. Doch das wird es nicht geben, die Menschheit zerstört sich selbst (hat sie nicht anders verdient), und leider auch die anderen Lebeweisen, die nichts dafür können, das ist tragisch.

Herr Fred Meisenkaiser

07.10.2014, 16:05 Uhr

Vor allem sind die Bürger Pleite, sie haben nichts mehr übrig, was man ihnen abnehmen kann! Das Vermögen teilen sich einige wenige, die Mehrheit der Leistungserbringer hat zu wenig!
Und die Reichen beteiligen sich kaum noch an der Finanzierung des Landes, die kassieren nur ab.
Siehe Vorschlag der Allianz, Autobahnen zu finanzieren, wenn dies eine Gewinngarantie enthält. Die Gewinne fließen wieder in die Tasche der Eigner!

Das alles kommt von der immer weiteren Öffnung der Vermögens- und Einkommensschere!

Wie bei Monopoly: Wenn einer alles hat "The Game is over!" . Im realen Leben ist das System am Ende!

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