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17.10.2014

13:17 Uhr

Konjunkturschwäche

„EZB hat noch weitere Möglichkeiten“

Die EZB muss ihre Notapotheke noch nicht öffnen, sagt EZB-Ratsmitglied Nowotny. Die Behauptungen, dass die EZB womöglich zur Bad Bank werden könnte, nannte er Unsinn. Doch er machte eine Einschränkung.

EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny. „Es ist nicht so, dass die EZB jetzt quasi die Notapotheke aufmachen müsste.“ Reuters

EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny. „Es ist nicht so, dass die EZB jetzt quasi die Notapotheke aufmachen müsste.“

WienDie EZB hat nach Einschätzung von Ratsmitglied Ewald Nowotny ihre Mittel noch nicht ausgeschöpft, um die Konjunktur in Gang zu bringen und gegen eine drohende Deflation anzukämpfen. „Man hat sicherlich noch weitere Möglichkeiten“, sagte der Chef der österreichischen Zentralbank am Freitag am Rande einer Finanzmesse in Wien.

Zugleich verwies er darauf, dass sich die Euro-Zone nicht in einer Rezession befinde. „Es ist nicht so, dass die EZB jetzt quasi die Notapotheke aufmachen müsste.“ Die Unsicherheit durch die Krise in der Ukraine sei jedoch ein Risiko für die Konjunkturentwicklung in Europa und ein Grund für die Verunsicherung an den Märkten.

Fünf Fragen – Vom ABS-Plan bis zu Anleihekäufen

Ist eine weitere Lockerung auf dem Weg?

Nachdem die EZB ein beispielloses Stützungspaket im Juni angekündigt hat, hatten die meisten Analysten erwartet, dass die Währungshüter sich bis Ende des Jahres mit neuen Maßnahmen zurückhalten. Aber die im zweiten Quartal ins Stocken geratene Wirtschaft, eine schwächere Inflation und die Krise in der Ukraine haben das Bild verändert.

Wird es Veränderungen bei den Langfristkrediten geben?

Die EZB könnte die Konditionen der gezielten Langfristkredite, das Kernstück ihres Pakets vom Juni, attraktiver machen, sagen Analysten. Eine Zinssenkung würde das nach den Worten Draghi bereits „sehr, sehr attraktive Angebot” noch interessanter machen. Die erste Runde der TLTRO-Tender findet diesen Monat statt.

Was passiert mit der Inflation?

Die EZB wird außerdem neue Konjunkturprognosen veröffentlichen. Sie erwartet derzeit, dass die Teuerung sich in den nächsten zweieinhalb Jahren allmählich beschleunigt und von 0,7 Prozent in diesem Jahr auf 1,1 Prozent 2015 und 1,5 Prozent im letzten Quartal 2016 steigen wird.

Kommt eine quantitative Lockerung?

Nach der Jackson-Hole-Rede von Draghi sagten Analysten von Berenberg bis JPMorgan Chase & Co., dass die Wahrscheinlichkeit für großvolumige Anleihekäufe zugenommen habe. Draghi hatte zusicherte, dass der Rat „alle verfügbaren Instrumente nutzen wird, um mittelfristig die Preisstabilität zu gewährleisten”. Die meisten Analysten sind der Meinung, dass ein QE, sofern es geschehen sollte, 2015 kommen werde.

Was hat Draghi den Staats- und Regierungschef gesagt?

Der EZB-Präsident hat sich in den vergangenen Wochen mit dem französischen Staatspräsidenten Francois Hollande und dem italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi getroffen sowie mit Bundeskanzlerin Angela Merkel telefoniert. In Jackson Hole sagte Draghi, dass die Fiskalpolitik der Regierungen neben Geldpolitik und Strukturreformen „eine größere Rolle” bei der Unterstützung des Wachstums im Euroraum spielen könnte.

Zudem trat Nowotny Befürchtungen entgegen, die EZB könnte durch den geplanten Kauf von Kreditverbriefungen (ABS) zur Bad Bank werden. „Das ist ein Unsinn“, sagte er. Allerdings müsse die EZB streng auf die Qualität der Wertpapiere achten, die sie kaufe. „Qualität ist wichtiger als Quantität. Das mögliche Volumen ist daher beschränkt.“

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr reiner tiroch

17.10.2014, 15:28 Uhr

Nowotny redet Unsinn! wenn die EZB Sondermüll kauft, landet das Risiko im ESM in Billionenhöhe! letztendlich bezahlt das immer der Steuerzahler, egal was der Mann da labert.

G. Nampf

20.10.2014, 13:07 Uhr

"„EZB hat noch weitere Möglichkeiten“"

Diese Befürchtung habe ich auch.

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