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04.11.2014

08:05 Uhr

Konjunkturschwäche

Kein Einbruch bei Steuereinnahmen erwartet

Die Steuereinnahmen werden nicht mehr so wachsen wie in der Vergangenheit, allerdings auch nicht einbrechen. Davon gehen die Experten des ZEW aus. Welche Auswirkungen hat das auf das Ziel eines ausgeglichenen Haushalts?

Steuerschätzer rechnen damit, dass die Einnahmeprognose für Bund, Länder und Kommunen vor allem für 2015 und die Folgejahre gesenkt wird. dpa

Steuerschätzer rechnen damit, dass die Einnahmeprognose für Bund, Länder und Kommunen vor allem für 2015 und die Folgejahre gesenkt wird.

BerlinDer Rückgang der Steuereinnahmen in Folge der Konjunkturschwäche wird sich nach Einschätzung von ZEW-Präsident Prof. Clemens Fuest in Grenzen halten. „Die Steuereinnahmen werden nicht mehr so wachsen wie in der Vergangenheit. Ich würde allerdings auch keinen Einbruch erwarten“, sagte der Chef des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) der Deutschen Presse-Agentur vor der an diesem Dienstag in Wismar beginnenden Steuerschätzung.

„Was wir derzeit an Daten haben, spricht eher dafür, dass wir eine Abkühlung der Konjunktur bekommen“, sagte Fuest. Damit gehe eher ein „gewisses Abbröckeln bei den Steuereinnahmen“ einher, „aber sicherlich nicht der ganz große Einbruch.“ Der Berater des Finanzministeriums geht daher von einer leichten Einnahmenkorrektur nach unten aus, da die Wirtschaft inzwischen etwas geringer wächst.

Steuerschätzer rechnen damit, dass die Einnahmeprognose für Bund, Länder und Kommunen vor allem für 2015 und die Folgejahre gesenkt wird. Das neue Schätzergebnis wird an diesem Donnerstag verkündet. Aktuell schlägt die schwächere Konjunktur noch nicht auf das Steueraufkommen durch. Grund ist auch die weiter stabile Beschäftigungslage. Zudem ist die Inlandsnachfrage nach wie vor hoch. Daher wird für 2014 mit keinen großen Korrekturen gerechnet.

Diese Steuern sollten Sie kennen

Einkommenssteuer

Sofern Ihr Gewinn über bestimmten Freibeträgen liegt, müssen Sie ihn versteuern. Im Prinzip sind alle Kosten, die in Zusammenhang mit der Erwirtschaftung der Einnahmen stehen, absetzbar. Da die Regelungen im Detail aber recht kompliziert sind, sollten Sie über einen Steuerberater nachdenken.

Körperschaftssteuer

Die Körperschaftssteuer fällt nur für Kapitalgesellschaften an. Versteuert werden deren Gewinne minus einem Freibetrag. Eine einkommensabhängige Progression gibt es hier nicht. Zum 1. Januar 2008 fiel der Satz von 25 auf 15 Prozent.

Gewerbesteuer

Die Gewerbesteuer ist eine kommunale Steuer. Jeder, der in Deutschland ein Gewerbe angemeldet hat, muss sie zahlen. Für einige Berufsgruppen gibt es Ausnahmen. Bei Personengesellschaften gilt aber die Grenze von 24.500 Euro – darunter müssen sie keine Gewerbesteuer zahlen. Sie wird einmal jährlich abgegeben. Wenn das Finanzamt Sie auffordert, müssen Sie darüber hinaus ein- bis viermal im Jahr Vorauszahlungen leisten.

Mehrwertsteuer/Umsatzsteuer

Alle Unternehmen schlagen die Umsatzsteuer auf ihre Rechnungen auf und geben sie dann an das Finanzamt weiter. Bekanntermaßen beträgt der Satz je nach Produkt 19 bzw. sieben Prozent. Die Buchführung für die Umsatzsteuer machen Sie am besten mit Nettobeträgen, für den Mehrwertsteuersatz führen Sie dann eine Extra-Rechnung durch.

Kirchensteuer

Kirchensteuer wird nur von natürlichen Personen gezahlt, nicht von Gesellschaften. Das maßgebliche Einkommen ist bei Personengesellschaften der gesamte Gewinn.

Am Ziel eines ausgeglichenen Bundeshaushalts ohne neue Schulden im nächsten Jahr sollte die schwarz-rote Koalition nach Meinung von Fuest nicht rütteln. „Aus meiner Sicht ist es jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, um den finanzpolitischen Kurs zu ändern.“ Es wäre „ganz falsch“, wegen einer sich abzeichnenden Konjunkturdelle einen wirklichen Kurswechsel zu vollziehen. Das würde Deutschland und Europa nicht gut bekommen.

Aus der „Schwarzen Null“ 2015 sollte allerdings auch kein Dogma gemacht werden. Sollte der Wirtschaftsabschwung zu Mindereinnahmen in Milliardenhöhe führen, sollte nicht gegengesteuert werden - etwa mit Steuererhöhungen oder neuen Kürzungsprogrammen. Die Politik der Konsolidierung sollte mit ruhiger Hand fortgesetzt werden, sagte Fuest: „Ob man am Ende wirklich auf die Milliarde die Null trifft oder nicht, das ist - glaube ich - nebensächlich.“

Von

dpa

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