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26.12.2012

11:31 Uhr

Konjunkturumfrage

Euro-Krise vermiest Unternehmen die Laune

Deutschlands Unternehmen gehen skeptisch ins neue Jahr. Die anhaltende Euro-Krise hat vielen offenbar die Laune verdorben, zeigt eine aktuelle Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft. Ein überraschendes Ergebnis.

Ein Luftballon mit dem Zeichen der Europäischen Union liegt in einer Pfütze: Die Krise trübt die Stimmung der Wirtschaft. dpa

Ein Luftballon mit dem Zeichen der Europäischen Union liegt in einer Pfütze: Die Krise trübt die Stimmung der Wirtschaft.

Köln."Die deutsche Wirtschaft ist zum Jahreswechsel nicht gerade in Sektlaune", erklärte das arbeitgebernahe Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) am Mittwoch zur Umfrage unter 46 Branchenverbänden. In der einen Hälfte davon ist die Stimmung der Mitgliedsfirmen schlechter als vor einem Jahr, in der anderen Hälfte immerhin unverändert. Erstmals seit Beginn der Finanzkrise 2008/2009 habe es in keinem der Wirtschaftszweige eine bessere Stimmungslage zum Vorjahr gegeben.

Aus Sicht des IW ist das Ergebnis überraschend, weil immerhin 20 der befragten 46 Verbände eine wenn auch nur leichte Verbesserung bei Produktion, Umsatz und Geschäftsergebnis für 2013 erwarteten und 15 von gleichbleibend guten Geschäften ausgingen. Nur elf sähen eine Verschlechterung. Zu den hoffnungsfroheren Branchen zählen laut IW Schwergewichte wie der Maschinenbau und die chemische Industrie, während der Finanzsektor eher skeptisch nach vorne schaue.

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"Die beachtliche Differenz zwischen Stimmung und Lage macht deutlich, wie leicht die Politik durch unbedachtes Reden und Handeln Vertrauen verspielt und wie schwer es ist, dies zu korrigieren", sagte IW-Direktor Michael Hüther. Vor allem bei der Beschäftigung zeige sich, dass die Euro-Schuldenkrise "mehr ist als nur ein kurzzeitiger Stimmungskiller". Zwar geben 29 von 46 Wirtschaftsverbänden an, dass die Zahl der Mitarbeiter in den Betrieben 2013 wohl unverändert bleibe. "Doch immerhin elf Verbände befürchten einen Personalabbau", erklärte das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Sechs Branchen erwarten Neueinstellungen - die Immobilien-, die Informationswirtschaft, das Messewesen, die Feinmechanik und Optik, der Luft- und Raumfahrtzeugbau sowie die Groß- und Außenhändler.

Mit einem sinkenden Beschäftigungsniveau im kommenden Jahr rechnen insbesondere die Branchen des Finanzdienstleistungssektors, wie aus den Umfrageergebnissen hervorgeht. Dort gehe die Mehrzahl der Verbände von sinkenden Mitarbeiterzahlen aus, erklärte das IW. Unter anderem bei Privatbanken, Sparkassen und den Versicherern werde mit weniger Beschäftigung gerechnet.

Aber auch andere Wirtschaftszweige stellten sich auf einen Rückgang der Beschäftigung ein, teilte das IW mit. So prognostizierten die Branchen Bergbau, Energie und Wasser, Arzneimittel, Schiffbau, Keramik, Druck und Entsorgung sinkende Mitarbeiterzahlen. Mit mehr Mitarbeitern hingegen rechneten unter anderem der Flugzeugbau, die Feinmechanik- und Optikbranche, der Groß- und Außenhandel sowie die Immobilienwirtschaft.

Insgesamt blickten die Branchen nur mit verhaltenem Optimismus auf das kommende Jahr, erklärte das IW. Nur 20 von 46 befragten Branchenverbänden erwarteten 2013 bessere Umsätze oder eine Steigerung der Produktion im Vergleich zu diesem Jahr. Elf Branchen rechneten mit einem schlechteren Geschäft, der Rest gehe von einem gleichbleibenden Niveau aus.

Die Wirtschaft sei zum Jahreswechsel "nicht gerade in Sektlaune", erklärten die Wirtschaftsforscher. 23 der 46 befragten Verbände hätten angegeben, die Stimmungslage in ihrer Branche sei derzeit schlechter als vor einem Jahr. In den übrigen 23 Wirtschaftszweigen sei das Stimmungsbild im Vergleich zum Vorjahr ungetrübt. Damit habe zu ersten Mal seit Beginn der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise im Herbst 2008 "kein einziger Wirtschaftsverband von einer Verbesserung der Stimmungslage" zum Jahreswechsel berichtet, teilte das IW mit.

Kommentare (6)

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Pingu

26.12.2012, 12:28 Uhr

Mittlerweile ist nur eins absolut sicher:

Ohne Euro gäbe es keine Krise.

Account gelöscht!

26.12.2012, 12:36 Uhr

Krise, welche Krise ? Ich verstehe die ganze Jammerei immer nicht. Deutschland ist für leistungsbereite High Potentials ein Paradies. Die EU und der Euro ein Segen. Uns geht es als Hochqualifizierte so gut wie noch nie. Von Krise keine Spur - woher auch ?!

Der Bildungsferne mag das anders sehen. Interessiert mich aber nicht !

Lutherschule

26.12.2012, 14:32 Uhr

Alle Forderungen auf Besserung, die die Politik zu leisten hat, wiederholen sich jährlich mit immer schlechteren Ergebnissen. Die Unfähigkeit, und die nicht vorhandene Vernunft, blended die Einsicht bei Merkel & Co., dass die begonnene sozialisierte Euroraumpolitik immer mehr scheitert, wie die wirtschaftlichen Zahlen von Frankreich bis Griechenland beweisen. Zwangssolidarität steht im Widerspruch zu unseren rapide steigenden Schuldenbergen!
Verantwortungsloser wurde die Republik noch nie regiert.

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