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23.09.2012

09:46 Uhr

Konjunkturwunder

Deutschland zieht davon

Deutschland scheint alles richtig gemacht zu haben: Die Steuereinnahmen steigen, die Arbeitslosigkeit ist im letzten Jahrzehnt um eine Million gesunken und kaum ein Land gibt so viel für Forschung und Entwicklung aus.

Das Jobwunder ist das Fundament des deutschen Erfolgs. dpa

Das Jobwunder ist das Fundament des deutschen Erfolgs.

Stärke 1: Der Arbeitsmarkt
Sie steigt und steigt und steigt - die Beschäftigung in Deutschland eilt von einem Rekordhoch zum nächsten. Dieses Jahr werden voraussichtlich 41,62 Millionen Menschen in Deutschland Arbeit haben - das ist die höchste Zahl in der Geschichte der Bundesrepublik. Und 2013 wird die Erwerbstätigkeit trotz der verhaltenen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung um weitere 120 000 Personen steigen, sagt das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) voraus. Damit stünden fast zwei Millionen mehr Menschen im Arbeitsprozess als noch im Jahr 2007.

Und - entgegen vielen anderslautenden Stimmen - prägen nicht in erster Linie Minijobs oder (Schein-)Selbstständigkeiten das deutsche Jobwunder. Es sind vielmehr ganz überwiegend sozialversicherungspflichtige Stellen, die in den vergangenen Jahren auf dem deutschen Arbeitsmarkt entstanden sind.

Neue Arbeitsplätze bilden das Fundament der deutschen Konjunktur: Wer Arbeit hat, kann konsumieren, und nur wer einen sicheren Arbeitsplatz hat, ist auch bereit, größere Ausgaben zu tätigen, etwa für ein neues Auto oder eine Immobilie.

IAB-Studie: Im Osten haben Arbeitslose bessere Jobchancen

IAB-Studie

Mehr Jobchancen für Ostdeutsche

Ostdeutsche Betriebe stellen eher Arbeitslose ein als westdeutsche.

In vielen Berufen sind Fachkräfte - vor allem außerhalb der Ballungszentren - mittlerweile schon so knapp, dass ordentliche Gehaltszuwächse an der Tagesordnung sind. "Der Lohnanstieg hat sich in diesem Jahr deutlich beschleunigt", so die RWI-Volkswirte. Dieses Jahr dürften die tariflichen Stundenlöhne im Schnitt um 2,6 Prozent und im kommenden Jahr sogar um 2,8 Prozent zulegen.

Eine weitere, für den gesamtwirtschaftlichen Konsum nicht zu vernachlässigende Größe sind die 20 Millionen Rentner. Sie konnten sich 2012 erstmals seit Jahren wieder über eine spürbare Rentenerhöhung freuen.

Und die Bundesregierung plant weitere Maßnahmen, die den privaten Konsum stützen würden. So sollen die Einkommensteuersätze und der Rentenbeitrag sinken. Diese Pläne blockiert die SPD bislang aber im Bundesrat. Ob sich diese Haltung im Wahlkampf auszahlen wird, erscheint allerdings fraglich. Denn die Wähler belohnen gemeinhin nicht diejenigen, die ihnen Entlastungen verwehren.

Kommentare (8)

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23.09.2012, 10:29 Uhr

Was soll so eine Lobhuddelei?

Fugee84

23.09.2012, 10:51 Uhr

Dieser Artikel kann kein deutscher Autor geschrieben haben, hierzu fehlt der notorische Pessimismus den wir in Deutschland zu pflegen lieben.

RDA

23.09.2012, 12:25 Uhr

"Und die Bundesregierung plant weitere Maßnahmen, die den privaten Konsum stützen würden. So sollen die Einkommensteuersätze und der Rentenbeitrag sinken."
Hat das denn bei Hans Eichels Steuerreform 2000 geklappt?
M.E. hatte er danach riesen Löcher im Staatshaushalt und dann musste leider eine Agenda 2010 mit Plünderung der Sozialkassen her, um sie zu stopfen. Soll das jetzt nochmal durchexerziert werden?

Den Bürgern würde es mehr nützen, eine Inflationsindexierung des Steuersystems einzuführen. Außerdem sollten gesetzliche Sozialabgaben vollständig von der Steuerlasst abziehbar werden. Geringverdiener sollten sie über eine negative Einkommensteuer zurückerhalten. Im Übrigen sollte die Steuerbemessungsgrundlad bei direkten Steuern verbreitert, der KSt-Satz auf 25% erhöht und die indirekten Steuern gesenkt werden.

DAS wären echte Reformen, die der breiten Bevölkerung nutzen würden.

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