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27.04.2012

08:34 Uhr

Konsumklima-Barometer

Hohe Spritpreise - miese Kauflaune

Die Preise an den Zapfsäulen brechen weiter Rekorde und dämpfen damit die Bereitschaft zu teuren Anschaffungen. Die Folge: Die Bürger Deutschlands konsumieren weniger - blicken aber optimistisch in die Zukunft.

Das Konsumklima-Barometer ist gesunken, die Aussichten für die deutsche Wirtschaft wurden dagegen gut bewertet. dapd

Das Konsumklima-Barometer ist gesunken, die Aussichten für die deutsche Wirtschaft wurden dagegen gut bewertet.

BerlinHohe Spritpreise haben die Kauflaune der Deutschen den zweiten Monat in Folge gedrückt. Das Konsumklima-Barometer für Mai fiel um 0,2 auf 5,6 Punkte, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Freitag zu ihrer Verbraucher-Umfrage mit. Das ist der niedrigste Wert seit einem halben Jahr. Analysten hatten mit 5,9 Punkten gerechnet.

„Die ständigen Meldungen über neue Preisrekorde an den Zapfsäulen der Republik bleiben bei den Verbrauchern nicht ohne Wirkung“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. „Entsprechend nehmen die Inflationsängste wieder zu.“ Das dämpfte die Einkommenserwartung ebenso wie die Bereitschaft zu teuren Anschaffungen. Die Konjunkturaussichten bewerten die Deutschen dagegen besser.

Trotz des erneuten Dämpfers sehen die GfK-Experten im privaten Konsum eine wichtige Konjunkturstütze. „Ein Einbruch ist nicht zu befürchten“, sagte Bürkl angesichts der steigenden Beschäftigung und spürbarer Lohnerhöhungen. Der private Konsum werde deshalb in diesem Jahr um ein Prozent wachsen.

Das Barometer für die Einkommenserwartungen fiel um 1,3 auf 33,0 Punkte. „Die Verbraucher sehen ihre Kaufkraft vor allem durch die steigenden Energiepreise beeinträchtigt“, sagte Bürkl. Auch die Bundesregierung beobachtet die Entwicklung mit Sorge. „Steigende Preise können sich zu einem Risiko für den Aufschwung entwickeln“, warnte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) bei der Vorstellung der Frühjahrsprognose.

Noch deutlicher ließ die Anschaffungsneigung nach: Dieser Indikator fiel um elf auf 27,6 Zähler. „Die Konsumenten sehen ihre Kaufkraft beeinträchtigt, da mehr und mehr ihres Einkommens für Energie, und hier speziell für Benzin und Diesel, aufgewendet werden muss und somit nicht für andere Anschaffungen zur Verfügung steht“, sagte Bürkl.

Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft wurden dagegen den zweiten Monat in Folge besser bewertet. Dieses Barometer kletterte um 1,3 auf 8,5 Punkte. „In den Köpfen der Verbraucher setzt sich offenbar die Erkenntnis durch, dass in Deutschland eine Rezession verhindert werden kann und die Auftriebskräfte im Inland zunehmend die Oberhand gewinnen“, sagte Bürkl. Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr mit einem Wachstum von 0,7 Prozent, das sich 2013 auf 1,6 Prozent erhöhen soll.

Von

rtr

Kommentare (7)

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pizzarro53

27.04.2012, 09:16 Uhr

In Italien kostet SUPER 1,90 EUR durchscnnittlich. Da haben wir doch noch Spielraum, oder?

Arroganzia

27.04.2012, 09:44 Uhr

Die Bürger blicken optimistisch in die Zukunft?
Selten so gelacht!

Diejenigen, die noch selbst denken können, sehen schon den deutschen Staatsbankrott - und zwar durch die Übernahme der Schuldenlast der anderen europäischen Staaten. Der Grüne Schick fordert das ja genau in seinem an Blödsinnigkeit nicht zu übertreffenden Text hier im HB.

Die EUliten machen weiter bis der Endsieg naht. Das kennen wir ja von den Nazis. Die Deutschen kapieren NIE, wenn das Spiel aus ist. Willensfanatisch werden weiter in Goebbelscher Manier die Propagandainstrumente bespielt, Nebelkerzen für die Bevölkerung geschmissen, getäuscht und getrickst, daß die zukünftigen Historiker daran eine Freude haben werden.

General-Investigation

27.04.2012, 10:00 Uhr

Wer sieht optimistisch in die Zukunft? Wie soll das gehen wenn man Tag für Tag damit rechnen muß das man seine Kündigung bekommt. Wie war es gestern noch in einer Meldung über die Lufthansa, die möglicherweise darüber nachdenkt 3000 Menschen zu kündigen? Ob die auch optimistisch sind?

Was unsere Politiker anscheinend noch nicht begriffen haben und und begreifen werden ist doch, das die Menschen Arbeit zu einem vernünftigen Lohn haben müssen um etwas konsumieren zu können. Haben die kein Geld, können sie nun mal nichts ausgeben und ein Laden nach dem anderen kann seine Pforten schließen und weitere Arbeitslose produzieren.
Wir haben wie es scheint, nur Vollpfosten in Berlin und in den Landesregierungen sitzen, die sich dort schön selbst versorgen. Dreckspack!

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