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28.01.2009

08:15 Uhr

Konsumklima

Deutsche fühlen Finanzkrise näher rücken

Die Deutschen machen sich wegen der Wirtschaftskrise zunehmend finanzielle Sorgen. Im Januar schätzten sie laut Gesellschaft für Konsumforschung ihre Einkommensaussichten so negativ ein wie seit fast sechs Jahren nicht mehr. Vor allem die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes treibt die Verbraucher um.

Rezession in Deutschland: "Alles muss raus, alles reduziert, wir schließen die Filiale", so steht es an diesem Geschäft. Foto: dpa dpa

Rezession in Deutschland: "Alles muss raus, alles reduziert, wir schließen die Filiale", so steht es an diesem Geschäft. Foto: dpa

HB BERLIN. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) legte am Mittwoch die Befunde zum Konsumklima, einer Umfrage unter 2000 Verbrauchern, vor. „Durch die anhaltend schlechten Nachrichten aus der Wirtschaft sehen sich die Konsumenten zunehmend persönlich betroffen“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Meldungen über Kurzarbeit, Zwangsurlaub und drohende Entlassungen verstärkten bei den Beschäftigten die Angst vor dem Verlust des eigenen Arbeitsplatzes.

Trotz der düsteren Einkommensaussichten blieb das Konsumklima aber stabil. Für Februar berechnete die GfK einen unveränderten Wert ihres Konsumbarometers von 2,2 Punkten. Zwar bewerteten die Befragten die wirtschaftlichen Aussichten trotz des 50 Milliarden Euro schweren Konjunkturpakets der Bundesregierung so negativ wie noch nie. Gleichzeitig wollen sie aber wieder mehr Geld für größere Anschaffungen locker machen. Volkswirte hatten im Schnitt einen Rückgang des Indikators auf 1,9 Punkte erwartet. Insofern widerstehen die Deutschen dem Pessimismus.

Das Konjunkturpaket der Bundesregierung dürfte die Konsumfreude der Deutschen etwas erhöhen. Damit rechnet der Vorstandsvorsitzende der GfK AG, Klaus L. Wübbenhorst, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Das jetzt beschlossene Entlastungspaket werde die aktuelle Krise zwar nicht aufhalten können. "Dennoch kann es zu einer Stabilisierung der Konjunktur und des Arbeitsmarktes und damit zu einer Milderung der Rezession und der Angst vor Arbeitslosigkeit führen", sagte er.

„Der wesentliche Grund für die spürbare Besserung der Konsumneigung liegt im nachlassenden Preisdruck der vergangenen Monate“, sagte GfK-Experte Bürkl. Dadurch kletterte das Barometer für die Konsumneigung um 22 auf 15,5 Punkte und liegt damit erstmals seit August 2007 wieder im positiven Bereich.

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