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06.01.2015

13:45 Uhr

Konsumklima

Kauflaune der Verbraucher in Frankreich steigt

In Frankreich ist die Stimmung bei den Verbrauchern so gut wie lange nicht. Das Barometer für das Konsumklima im Land ist im Dezember um zwei Punkte gestiegen. Das könnte ein Ende der wirtschaftlichen Stagnation bedeuten.

Stimmung und Kauflaune bei den französischen Verbrauchern steigt. Die stärkere Kaufkraft dürfte nach Ansicht von Experten mit dazu beitragen, dass sich das Land 2015 aus der wirtschaftlichen Stagnation lösen kann. Reuters

Stimmung und Kauflaune bei den französischen Verbrauchern steigt. Die stärkere Kaufkraft dürfte nach Ansicht von Experten mit dazu beitragen, dass sich das Land 2015 aus der wirtschaftlichen Stagnation lösen kann.

Paris/BerlinTrotz der Wirtschaftskrise in Frankreich ist die Stimmung der Verbraucher so gut wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Das Barometer für das Konsumklima kletterte im Dezember um zwei auf 90 Punkte, wie das Statistikamt Insee am Dienstag mitteilte.

Damit ist das Barometer zwar noch weit vom langfristigen Durchschnitt von 100 Zählern entfernt. Laut Insee sehen die Franzosen ihre finanziellen Aussichten aber wieder rosiger. Wegen der stark gefallenen Preise für das Tanken und Heizen bleibt ihnen mehr Geld im Portemonnaie.

Die stärkere Kaufkraft dürfte nach Ansicht von Experten mit dazu beitragen, dass sich das Land 2015 aus der wirtschaftlichen Stagnation lösen kann.

Warum Frankreich in der Krise steckt

Arbeitslosigkeit

Eines der sichtbarsten Probleme ist die Arbeitslosigkeit im Land. Sie bewegt sich seit Monaten auf Rekordniveau. Zuletzt waren fast 3,4 Millionen Menschen ohne Job. Damit liegt die Quote fast doppelt so hoch wie in Deutschland.

Wachstum

Gleichzeitig kommt das Wachstum in der nach Deutschland zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone nicht in Gang. In den ersten beiden Quartalen dieses Jahres stagnierte die Wirtschaft sogar.

Handelsdefizit

Zudem hat Frankreich eine negative Bilanz beim Austausch mit anderen Wirtschaftsnationen. Das Außenhandelsdefizit lag im ersten Halbjahr 2014 bei 29,2 Milliarden Euro.

Sparprogramm

Im Kampf gegen die Krise hat sich die Regierung ein Sparprogramm vorgenommen. Bis 2017 plant Paris Einsparungen in Höhe von 50 Milliarden Euro.

Neuverschuldung

Es ist fraglich, ob Frankreich wie zugesagt im kommenden Jahr das EU-Defizitkriterium wird einhalten können. Demnach darf die Neuverschuldung nicht mehr als drei Prozent der Wirtschaftskraft betragen. An dieser Hürde war Frankreich in den vergangenen Jahren stets gescheitert.

Dazu passt, dass sich die französische Wirtschaft laut einer Umfrage des Forschungsinstituts Markit im Dezember leicht erholte. Vor allem der Dienstleistungssektor legte etwas zu. Die Industrie verstärkte allerdings ihre Talfahrt. Auch am Arbeitsmarkt ist bislang keine Besserung in Sicht. Die Zahl der Arbeitslosen war im November sogar auf den Rekordwert von fast 3,5 Millionen gestiegen.

Die Regierung erwartet bislang für 2015 ein Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent und ist damit optimistischer als die EU-Kommission, die nur 0,7 Prozent veranschlagt. Präsident Francois Hollande zeigte sich jüngst entschlossen, Wachstumshindernisse aus dem Weg zu räumen.

Ministerpräsident Manuel Valls verwies im Handelsblatt auf einen „Strauß von Reformen“. Das in diesem Jahr zur Abstimmung anstehende Gesetz für Wachstum und Beschäftigung werde die „Energie des Unternehmenssektors freisetzen“, heißt es in einem Meinungsartikel. Unter anderem sollen die Ladenöffnungszeiten an Sonntagen ausgeweitet werden. Zudem sollen bislang geschützte freie Berufe - etwa Apotheker und Notare - stärker für den Wettbewerb geöffnet werden.

Trotz Protesten der betroffenen Berufsgruppen und interner Widerstände in der Sozialistischen Partei will Valls Kurs halten: „Es ist Aufgabe des Staates, ein Reformbeispiel zu setzen.“

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr wulff baer

09.01.2015, 09:55 Uhr

Da hat wieder einmal jemand ein paar Touristen mit Einkaufstüten von Hermes gesehen und prompt folgert er daraus, dass die Franzosen im Kaufrausch sind.

Das Ausmaß an gezielter Desinformation ist inzwischen so groß, dass man wirklich L-Presse-Nachrichten nicht mehr ernst nehmen kann.

Bald werden wir hören, dass der Franzose wie im Rausch schusssichere Westen einkauft und damit Frankreich wieder auf dem guten Weg ist.

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