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27.11.2013

10:12 Uhr

Konsumklima

Zu Weihnachten steigt die Kauflaune der Deutschen

Die Verbraucher in Deutschland sind so optimistisch wie seit gut sechs Jahren nicht mehr. Laut dem GfK-Konsumklima liebäugeln die Menschen mit größeren Einkäufen – auch die Industrie geht von Wachstum aus.

Weihnachts-Einkäufe in der Hamburger Innenstadt: Dank anziehender Investitionen und der Konsumfreude von Staat und Verbrauchern bleibt die deutsche Wirtschaft auf Wachstumskurs. dpa

Weihnachts-Einkäufe in der Hamburger Innenstadt: Dank anziehender Investitionen und der Konsumfreude von Staat und Verbrauchern bleibt die deutsche Wirtschaft auf Wachstumskurs.

Frankfurt/MainDie Verbraucher in Deutschland sind so optimistisch wie seit gut sechs Jahren nicht mehr. „Die Aussichten auf eine beschleunigte Belebung der deutschen Konjunktur sowie die Leitzinssenkung der EZB verleihen der Konsumstimmung zum Ende des Jahres 2013 zusätzlich Schwung“, teilte das Marktforschungsinstitut GfK am Mittwoch in Frankfurt mit.

Für Dezember sagen die GfK-Marktforscher einen überraschend deutlichen Anstieg ihres Konsumklima-Barometers um 0,3 auf 7,4 Punkte voraus. Demnach setzen die Bürger auf eine anziehende Konjunktur, steigende Einkommen und liebäugeln mit größeren Einkäufen. Sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartungen hätten einen Sprung nach oben gemacht: „Die Anschaffungsneigung (...) kann ihr ohnehin schon exzellentes Niveau sogar noch einmal steigern.“

„Die Konsumlaune der Deutschen bleibt ungebrochen“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Für die Verbraucher sei das Sparen – nicht zuletzt wegen der jüngsten Zinssenkung der Europäischen Zentralbank – immer unattraktiver. „Für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft ist das sicherlich eine gute Nachricht“, betonte Bürkl.

Zuletzt hatte der Ifo-Geschäftsklimaindex signalisiert, dass auch die Unternehmen mit Optimismus ins neue Jahr gehen. Laut GfK schätzen die Konsumenten die Entwicklung der Konjunktur so positiv ein wie seit mehr als zwei Jahren nicht. Zudem bewerten die Deutschen ihre eigene Finanzlage so gut wie zuletzt im März 2001. Die „exzellente Einkommensstimmung“ profitiere von den besseren Konjunkturaussichten, sagte Bürkl. Die sogenannte Anschaffungsneigung ist so gut wie seit Dezember 2006 nicht: Besser war die Kauflaune nur, als damals die Erhöhung der Mehrwertsteuer unmittelbar bevorstand und die Deutschen wegen der bevorstehenden Preiserhöhungen ihre Portemonnaies öffneten.

Die Einkommenserwartung der Verbraucher verbesserte sich nach Rückgängen in den vergangenen drei Monaten im November wieder spürbar. Der entsprechende Indikator legte um 12,5 Punkte auf 45,2 Punkte zu. Dieser Wert lag zuletzt im März 2001 mit 45,7 Zählern höher. Der Indikator für die Anschaffungsneigung legte auf hohem Niveau noch einmal um 1,3 Zähler zu und beträgt nun 45,7 Punkte. Zuletzt verzeichnete dieser vor sieben Jahren im Dezember 2006 mit 59,9 Zählern einen höheren Wert.

Kommentare (8)

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27.11.2013, 10:34 Uhr

... im Januar heißt es dann wieder, dass die Einzelhandelsumsätze unter den Erwartungen lagen. Manchmal frage ich mich wirklich, ob die Leute vorsätzlich verarscht werden. Jedes Jahr das gleiche Spiel ! Dieser GfK Verein und die Presse spielen wirklich ein mieses Spiel.

curiosus_

27.11.2013, 10:43 Uhr

Und ewig grüßt das Murmeltier ...

Das ist doch jedes Jahr dasselbe. Vor Weihnachten wird die Kauflaune durch solche Meldungen angefeuert. Im Januar kommen dann die realen Zahlen raus, dann war’s maximal Stagnation.

Das habe ich letztes Weihnachten mal bewusst verfolgt. Lief genau so. Im Endeffekt waren es dann 79,6 Mrd. (2012) zu 79,5 Mrd. (2011), macht bei 2% Inflation in 2012 einen Rückgang von 1,8% (Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/2750/umfrage/weihnachtsumsaetze-des-einzelhandels/ und: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/1046/umfrage/inflationsrate-veraenderung-des-verbraucherpreisindexes-zum-vorjahr/).

Zu behaupten, dass man Ende November eine Weihnachtsgeschäftsprognose mit einem Fehlerbereich von +/- 1% bis 2% abgeben könnte ist lachhaft.

curiosus_

27.11.2013, 11:07 Uhr

Passt dazu wie die Faust aufs Auge:

Handelsblatt online:

„Top Thema
Weihnachtskäufe dürften die Wirtschaft stützen
26.11.2012, 14:14 Uhr
Obwohl sich das Konsumklima gerade etwas eingetrübt hat, rechnen die GfK-Experten mit einem deutlich besseren Weihnachtsgeschäft als letztes Jahr.“

Oder auch:

Handelsblatt online (26.11.2012, 14:23 Uhr):

„GfK-Prognose
Einzelhandel erwartet ein opulentes Weihnachten“

(http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/gfk-prognose-einzelhandel-erwartet-ein-opulentes-weihnachten/7439078.html)

Wie sagte schon Goethe: „Man merkt die Absicht, und ist verstimmt“

Oder anders rum: Die einzigen, die es nicht zu merken scheinen sind die Handelsblatt-Redakteure. Oder ist da Absicht dahinter?

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