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05.04.2013

17:26 Uhr

Kreditkonditionen

EZB-Zinspolitik verfehlt ihre Wirkung

Die Geldpolitik der EZB ist in weiten Teilen der Euro-Zone nicht erfolgreich. Trotz niedriger Leitzinsen steigen die Kreditkosten für Unternehmen – besonders für kleine Betriebe und Mittelständler in Krisenländern.

EZB-Präsident Mario Draghi verfehlt mit seiner Niedrigzinspolitik die gewünschte Wirkung. dpa

EZB-Präsident Mario Draghi verfehlt mit seiner Niedrigzinspolitik die gewünschte Wirkung.

Frankfurt/MainDie niedrigen Leitzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) zeigen in weiten Teilen der Eurozone nicht die erhoffte Wirkung. Die Kosten für Kredite an Unternehmen außerhalb des Finanzsektors ziehen in der Gesamtbetrachtung an und driften innerhalb des Währungsraums weiter auseinander. Das zeigen Daten für den Februar, die am Freitag von der EZB veröffentlicht wurden.

Über den gesamten Euroraum hinweg sind die durchschnittlichen Zinsen für Unternehmenskredite im Februar gegenüber dem Vormonat leicht gestiegen. Besonders kritisch dürfte aus Sicht der EZB sein, dass vor allem die Kosten für Darlehen im Volumen von weniger als einer Million Euro angezogen haben. Unter dieser Entwicklung leiden besonders kleine Unternehmen und Mittelständler in Krisenländern, deren Finanzierungsprobleme der Notenbank große Sorgen bereiten.

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Zum Vergleich: Während spanische Unternehmen für Kredite von bis zu einer Million Euro im Schnitt mehr als fünf Prozent Zinsen zahlen müssen, sind es bei deutschen lediglich etwa drei Prozent. EZB-Chef Mario Draghi hatte am Donnerstag erklärt, die Notenbank prüfe Optionen, um dieser Fragmentierung entgegen zu wirken. Die Lage werde aber zunächst genau untersucht.

Für die EZB ist es schwierig, ein geeignetes Instrument zu finden. Dass die bisherige Liquiditätsflut die Realwirtschaft verfehlt, lässt viele Experten am Sinn weiterer Leitzinssenkungen zweifeln. Die EZB könnte den Sicherheitenrahmen weiter lockern, Zentralbankgeld – wie die Bank of England – mit Zweckbindung vergünstigt an Banken vergeben, oder gar Unternehmenskredite ankaufen, um die Zinsen zu drücken, so Ökonom Gilles Moec von der Deutschen Bank.

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Unterdessen hat zuletzt auch der Einsatz der Notfallkreditlinie ELA wieder zugenommen. In der letzten März-Woche kletterten die im Rahmen der sogenannten „Emergency Liquidity Assistance“ von nationalen Notenbanken des Eurosystems vergebenen Notkredite von 80 auf 88,5 Milliarden Euro, es ist der größte Anstieg seit Anfang Februar.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

05.04.2013, 23:02 Uhr


EZB Draghi, eine italienisch "WII. Übungsgranate" ohne nachhaltige Streuwirkung ? Passt auf, der macht noch einen auf Japan-Notenbank oder kopiert Bernanke.
Kauft Aktien: Druckmaschinen .

Account gelöscht!

06.04.2013, 07:30 Uhr

Die Geldpolitik der EZB ist in weiten Teilen der Euro-Zone nicht erfolgreich.

Nein, so was!
Das kann ich gar nicht glauben?
Wie ist das nur möglich. Das konnte keiner wissen!

Account gelöscht!

06.04.2013, 10:36 Uhr

Tja, da sieht man das Draghi von der Eurorettung nichts versteht! Die Wackelkandidaten zahlen 5% in der harten Währung. Wären Sie aus dem Euro, bliebe es bei den 5% in einer Weichwährung, und die stabilen Kernländer der Eurozone hätten 2,5%. Draghi will die Südländer so lange in der Presse halten, bis das ganze System kollabiert, statt die Euozone geordnet aufzulösen, vgl. die eurokriische Seite fortunanetz. Noch nie war ein Norenbankchef so dreist in Verkennung der realen Gegebenheiten. Die Rettungsmaßnahmen sind kontraprodktiv, und Draghi merkt das nicht. Einfach nur unglaublich! Und nach 30% Abwertung gibt es keine Begündung mehr für die Zinsunterschiede in der jetzigen Größenordnung.

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