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20.05.2014

10:35 Uhr

Krise in der Ukraine

Deutsche Exporte nach Russland brechen ein

Die Krise in der Ukraine hat deutliche Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. Die Exporte nach Russland sind stark gesunken – die instabile Lage kostet die Unternehmen Milliarden. Auch der Rubel bereitet Sorgen.

Deutlich weniger Ware für Russland: Wegen der Krise in der Ukraine sind die Exporte eingebrochen. dpa

Deutlich weniger Ware für Russland: Wegen der Krise in der Ukraine sind die Exporte eingebrochen.

BerlinDie Ukraine-Krise kostet die deutsche Wirtschaft viel Geld. Im ersten Quartal 2014 brachen die Exporte nach Russland gegen den allgemeinen Trend um 13 Prozent ein. Damit wurden nur noch Waren im Wert von rund 7,6 Milliarden Euro dorthin geliefert, wie aus Reuters am Dienstag vorliegenden Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht. Die gesamten Exporte waren von Januar bis März dagegen um 3,1 Prozent gestiegen.

Damit verschärft sich der im vergangenen Jahr begonnene Abwärtstrend erheblich: 2013 waren die Ausfuhren nach Russland bereits um fünf Prozent auf 36 Milliarden Euro gefallen. Überdurchschnittlich stark leiden derzeit die Maschinen- und Autobauer. Die Lieferungen von Maschinen fielen um 17 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro, die von Fahrzeugen um 18 Prozent auf ebenfalls 1,9 Milliarden.

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Neben der Verunsicherung von Unternehmen wie Verbrauchern durch die Ukraine-Krise dürfte der Kursverfall des Rubel dabei eine wichtige Rolle gespielt haben. Er war im Februar und März auf ein Rekordtief gefallen, nachdem Anleger massenhaft Geld aus dem Schwellenland abgezogen hatten. Das macht deutsche Waren teurer. Noch stärker brachen die Exporte in die Ukraine ein, wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau. Sie gingen in den ersten drei Monaten um rund 26 Prozent auf 967 Millionen Euro zurück. Auch die Währung Hrywnia war auf Tiefstände gefallen.

Dagegen zogen die Einfuhren aus beiden Ländern deutlich an. Die Importe aus Russland erhöhten sich um 5,5 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro. Dabei kletterten die Erdöl- und Erdgas-Einfuhren um sechs Prozent auf fast 7,9 Milliarden Euro. Experten vermuten, dass deutsche Unternehmen ihre Speicher aufgefüllt haben. Die Importe aus der Ukraine wuchsen um 5,2 Prozent auf 395 Millionen Euro.

Deutschlands Unternehmen befürchten bei scharfen Wirtschaftssanktionen gegen Russland den Verlust lukrativer Geschäfte an die Konkurrenz aus Asien. Weitergehende Sanktionen würden "zu einer deutlichen Hinwendung der russischen Wirtschaft und Politik nach Asien, insbesondere nach China, führen", heißt es in einem Positionspapier der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer, das auch an die Bundesregierung gerichtet ist. "Ein solcher Verlust von Marktpositionen europäischer und deutscher Unternehmen würde angesichts schon jetzt schwieriger Marktverhältnisse langfristig und nachhaltig sein."

Von

rtr

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

20.05.2014, 10:59 Uhr

Die deutsche Politik ist ja auch immer Wirtschaftfeindlich gewesen. Anstatt sich ein Beispiel an Kanada zu nehmen, schadet die deutsche Politik massiv dem deutschen Volk mit ihrer Sanktionspolitik gegen Russland. Einfach nur noch erbärmlich diese EU-Deutschland Merkel und CO. Politik!

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20.05.2014, 11:14 Uhr

Die Deutschen haben die dümmsten Politiker. Es ist einfach unglaublich, diese deutsche Arroganz. Wie schön. Hoffentlich gibt's 300000 Arbeitslose zusätzlich. Das wäre angemessen. Und im Winter ohne russisches Gas. Wir kaufen ja jetzt US-gefracktes Gas. Und bezahlen selbstverständlich die Gasrechnung der Ukrainer. Schließlich sind wir wieder wer, nicht wahr, Uschi von der Leyen und Gauckler? Wir müssen uns wieder einmischen. Das bekommt uns so gut... Und als Vasall fremder Interessen sind wir überhaupt unübertrefflich! Es ist so ein schönes Gefühl, Deutscher zu sein *KOTZ*.

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20.05.2014, 11:29 Uhr

Gratulation an die Regierung der USA. Ein Etappenziel des Ukraine-Konflikts wurde damit teilweise erreicht: die wirtschaftliche Spaltung zwischen Europa und Rußland.

Hier noch zur Erinnerung meine Liste an Zielen, die die USA in der Ukraine verfolgen:

Interessen der USA, die da sind:

a) Spaltung Europas (die alte „Teile und Herrsche“-Strategie, Verhinderung eines Eurasischen Wirtschaftsraums- entsprechend der alten britischen Heartland-Theorie)

b) Beherrschung Europas (via Kontrolle seiner Energieträger) und Schwächung Rußlands

c) Finanzkrieg und Dollarrettung: Verhinderung einer neuen, möglicherweise rohstoffgedeckten Leitwährung durch Rußland und China durch Einkreisung und Isolation dieser beiden Länder. Im pazifischen Raum gibt es mit China an der Stelle Rußlands eine ähnliche Situation mit Spannungen um Inseln (Seegebiete) und einem „Transpazifischen Freischwindel Abkommen“.

d) Destabilisierung von Putins Regierung durch eine Niederlage im Ukraine-Konflikt und späterer Sturz (durch die routinierten Farben-Revolutionsprofis der US-NGOs)

Im Moment scheint sich das "Auge Saurons" im Lande "Washington" übrigens wieder mehr auf die zweite Front (gegen China) in Asien zu richten. Vielleicht kann Deutschland ja die daraus resultierende Ellenbogenfreiheit nutzen und die Schäden im Verhältnis zu Rußland wieder reparieren.

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