Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.04.2013

16:59 Uhr

Krisenland

Arbeitslosigkeit in Griechenland auf neuem Rekordhoch

Nicht nur die Sparbemühungen der Regierung, sondern auch die Rezession treiben die Arbeitslosenquote in Griechenland in ungekannte Höhen. Im Vergleich zur Euro-Zone ist sie doppelt so hoch als der Durchschnitt.

Arbeitslose warten auf die Auszahlung ihrer Arbeitslosenunterstützung in Athen: Die Erwerbslosenquote hat einen neuen Höchststand erreicht. dpa

Arbeitslose warten auf die Auszahlung ihrer Arbeitslosenunterstützung in Athen: Die Erwerbslosenquote hat einen neuen Höchststand erreicht.

AthenDie Rezession in Griechenland treibt die Arbeitslosigkeit auf immer neue Rekordhöhen. Die Arbeitslosenquote stieg im Januar auf 27,2 Prozent, wie das nationale Statistikamt am Donnerstag in Athen mitteilte. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Datenveröffentlichung 2006. Im Dezember lag der Wert nach neuen Berechnungen noch bei 25,7 Prozent.

Zum Vergleich: In der gesamten Euro-Zone hatte die Arbeitslosigkeit im Januar zwar ebenfalls einen Rekord erreicht, die Quote blieb jedoch mit zwölf Prozent deutlich niedriger als in Griechenland.

Die Maßnahmen des griechischen Sparpakets

Renten

Die Rentner müssen mit Kürzungen um fast 4,8 Milliarden Euro rechnen. Alle Renten von 1000 Euro aufwärts werden um fünf bis 15 Prozent gesenkt. Das Weihnachtsgeld für Rentner wird abgeschafft; es war bereits von einer Monatsrente auf 400 Euro gekürzt worden. Die Gewerkschaften rechneten aus, dass damit die Rentner im Durchschnitt 2000 Euro im Jahr verlieren werden.

Arbeitnehmer

Die Abfindungen für entlassene Arbeitnehmer werden drastisch gesenkt. Arbeitgeber dürfen Verträge mit jedem einzelnen Arbeitnehmer schließen. Damit werden praktisch Tarifverhandlungen umgangen.

Staatsbedienstete

Auch den Staatsbediensteten werden die jeweils verbliebenen 400 Euro vom Weihnachtsgeld sowie vom Urlaubsgeld gestrichen. Viele Löhne und Gehälter sollen um sechs bis 20 Prozent verringert werden. Bis Ende 2012 sollen 2000 Staatsbedienstete in die Frühpensionierung gehen oder entlassen werden. Bis zum Eintritt des Rentenalters erhalten sie dann 60 Prozent ihres letzten Gehalts.

Gesundheitswesen

Im Gesundheitswesen sollen 1,5 Milliarden Euro eingespart werden. Unter anderem sollen die Versicherten sich mit höheren Eigenbeiträgen beim Kauf von Medikamenten beteiligen. Zahlreiche Krankenhäuser sollen schließen. Andere sollen sich zusammenschließen.

Gehaltskürzungen

Die Gehälter der Angestellten der öffentlich-rechtlichen Betriebe, wie beispielsweise der Elektrizitätsgesellschaft (DEI), sollen denen der Staatsbediensteten angeglichen werden. Dies bedeutet für die Betroffenen nach Berechnungen der Gewerkschaften bis zu 30 Prozent weniger Geld.

Kindergeld

Familien, die mehr als 18 000 Euro im Jahr verdienen, haben keinen Anspruch auf Kindergeld mehr.

Rentenalter

Das Rentenalter wird für alle von 65 Jahre auf 67 Jahre angehoben.

Der Mittelmeerstaat steckt seit vielen Jahren tief in der Rezession und hängt am Finanztropf seiner Euro-Partner. Der harte Sparkurs – im Gegenzug für Milliardenhilfen – bremst kurzfristig die ohnehin schwache Konjunktur zusätzlich.

Von

rtr

Kommentare (10)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Wegweiser

11.04.2013, 18:22 Uhr

Eigentlich kein Problem: Es gibt ja Alternativen:

1. Griechenland steigt aus dem Euro aus, macht einen gewaltigen Schuldenschnitt und fängt mit einem neuen, tragfähigen Geschäftsmodell an.

2. Griechenland macht einen neuen Schuldenschnitt, bleibt im Euro und weicht von den Euro-Troika-IWF-EFSF-Vorgaben ab.

3. Griechenland führt eine neue Drachme als Parallelwährung an und bedient den Schuldendienst nur noch in Drachmen. Wer dies nicht akzeptiert, bekommt gar nichts mehr.

4. Griechenland lernt von Deutschland und frisiert seine Zahlen entsprechend. Da nützt den normalen Menschen dort kaum etwas, ab es sieht jedenfalls für die EUROpäische Statistik schön aus.

Wie man also sieht, es gibt viele gute Lösungen.

Account gelöscht!

11.04.2013, 19:19 Uhr

Das geht doch nicht!!!!

Wie soll Griechenland so die Milliarden-Schulden tilgen?

Sch..ß europäische Gemeinschaftswährung namens EURO.

Die Krise wird nie beendet, solange an einer europäischen Gemeinschaftswährung festgehalten wird, denn deren Stabilität muss fortlaufend mit Milliarden an Schuldengeldern gestützt werden. Wirklich wichtige Investitionen bleiben überall auf der Strecke.

pro-d

11.04.2013, 19:31 Uhr

hihi, KEINER will hier eine Lösung.

Nur wenn man Probleme produzieren kann, kommen wir wirklich der illuminierten Lösung näher.

NEW WORLD ORDER

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×