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14.07.2017

17:03 Uhr

Kritik an Deutschland

Ifo-Institut verteidigt Leistungsbilanzüberschuss

Wirtschaftsforscher weisen die Kritik am deutschen Leistungsbilanzüberschuss zurück. Der Überschuss schade niemandem, so das Ifo-Institut. Zuletzt hatte US-Präsident Trump dieses Ungleichgewicht kritisiert.

Der Ifo-Präsident erklärte, wie der Überschuss in den letzten Jahren entstanden ist. dpa

Clemens Fuest

Der Ifo-Präsident erklärte, wie der Überschuss in den letzten Jahren entstanden ist.

MünchenDas Ifo-Institut hält die Kritik an Deutschlands Leistungsbilanzüberschuss für überzogen: „Der Überschuss schadet weder anderen Ländern noch Deutschland selbst“, erklärten die Wirtschaftsforscher am Freitag in München.

Ifo-Präsident Clemens Fuest sagte: „Der Überschuss ist entstanden, weil Deutschland seit 2001 deutlich mehr gespart, mehr im Ausland investiert und die staatliche Neuverschuldung abgebaut hat, was angesichts seiner alternden Bevölkerung auch gut ist.“ Zwar würde mehr Nachfrage aus Deutschland Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit helfen. Aber ein geringerer Überschuss würde wegen geringerer Kapitalexporte die Zinsen erhöhen und hoch verschuldete Länder dadurch belasten.

Die Forscher betonten, der niedrige Ölpreis, der relativ schwache Euro-Kurs und die Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank erhöhten den deutschen Überschuss. Um dem Überschuss entgegenzuwirken, plädieren die Wirtschaftsforscher dafür, die Investitionen mit einer Reform der Unternehmenssteuern anzukurbeln.

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Von

dpa

Kommentare (2)

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Frau Edelgard Kah

14.07.2017, 17:48 Uhr

Wie reduziert man einen Leistungsbilanzüberschuß? Das Ifo-Institut meint, man solle durch eine Reform der Unternehmenssteuern die Investitionen ankurbeln.

Ich reibe mir verwundert die Augen. Noch nie habe ich gehört, dass ein Ankurbeln der Investitionen die Wettbewerbsfähigkeit verschlechtern würde. Im Gegenteil. Dienen die zusätzlichen Investititionen der Modernisierung der Produktionsanlagen, wird das Unternehmen wettbewerbsfähiger. Dienen die zusätzlichen Investitionen der Entwicklung neuer Produkte oder der Erschließung neuer Märkte, gilt das Gleiche.

Herr Heinz Keizer

14.07.2017, 18:29 Uhr

Das Problem liegt ja nicht in D. Wenn die anderen Länder hier mehr kaufen, als umgekehrt, dann hat das seine Gründe und die liegen nicht in den niedrigen Preisen für deutsche Produkte. Wenn Trump u.a. meinen gegen das Ungleichgewicht was tun zu müssen, sollten sie vielleicht mal die eigene Politik überdenken und einheimische Unternehmen zur Produktion besserer Produkte animieren. Wenn D den Konsum ankurbeln würde, wer würde davon profitieren? Die USA, die anderen EU-Länder? Oder etwa China? Bei der heutigen Verflechtung der Wirtschaft weltweit ist das gar nicht mehr so leicht zu beantworten. Wenn der Staat mehr investieren würde, würde das zu keinem Rückgang der Exporte führen. Auch würden wohl sehr wenige ausländische Firmen an den Arbeiten beteiligt sein. Aus den USA schon gar nicht. D steuert aber gerade auf eine Vollbeschäftigung zu. Wo kommen die genötigten Arbeitskräfte her? Die in den letzten Jahren eingewanderten Fachkräfte dürften wohl wenig dazu beisteuern. Auch sollten wir nicht den Fehler machen und uns weiter verschulden. Es müßte also Umschichtungen im Haushalt des Bundes und der Länder geben. Es müßten also die Wahlgeschenke für Rentner unterbleiben und Schulen gebaut werden. Bringt aber keine Stimmen. Da D im Gegensatz zu China nicht in Unternehmen, Rohstoffe und Grund investiert, sondern sich mit zweifelhaften Forderungen bezahlen läßt, kann es den anderen Ländern doch gleich sein. Ob wir das Geld je sehen werden, steht in den Sternen. Ob Herr Fuest also in Bezug auf D Recht hat? Zumindest ist er einer der Wenigen, die nicht in das Horn "Leistungsbilanzüberschuß" blasen.

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