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09.05.2012

15:40 Uhr

Kurs auf Rekordjahr

Deutschlands Exporteure trotzen der Krise

Deutsche Exporteure sind ungeachtet aller Krisen auf bestem Weg zu einem Rekordjahr. Zugleich kämpfen andere Nationen mit einer Flaute. Europa driftet immer weiter auseinander. Eine Zwickmühle für die Währungshüter.

Container an einem Verladeterminal im Hafen von Hamburg. ap

Container an einem Verladeterminal im Hafen von Hamburg.

FrankfurtDeutschlands Exportindustrie brummt: Die Ausfuhren haben ein neues Allzeithoch erreicht - während die Wirtschaft in europäischen Krisenländern einbricht. Die Kluft wird größer, und damit auch der Spagat für Europas Währungshüter. Für die Europäische Zentralbank (EZB) wird es immer schwieriger, einen passenden geldpolitischen Mix zu finden.

Im März kletterten die deutschen Ausfuhren auf den höchsten jemals gemessenen Monatswert - dank boomender Nachfrage aus Ländern außerhalb Europas. Parallel zum deutschen Exportwunder wird die konjunkturelle Lage in den großen Euro-Krisenländern Italien und Spanien immer kritischer: Die jüngsten Umfragen unter Investoren und Einkaufsmanagern zeigen eine deutliche Eintrübung der Aussichten, Spanien und Italien sind bereits in die Rezession gerutscht.

Das ultimative Sinnbild der Gegensätze ist der Anleihemarkt. Dort gelten deutsche Titel als sicherer Hafen, während spanische und italienische Papiere von nervösen Investoren zum Abschuss freigegeben werden. Mit dem Regierungschaos in Griechenland spitzt sich die Lage weiter zu. Damit steigen auch die Spannungen in der Währungsunion.

Eigentlich strebt die Euro-Gemeinschaft an, die wirtschaftlichen Eckdaten ihrer Mitgliedsländer in Einklang zu bringen. Davon ist man derzeit aber weiter entfernt als jemals. „Die wirtschaftliche Krise in der Währungsunion hat bisher keine Bereinigungsprozesse hervorgerufen, die zu einem nachhaltigen Abbau der Ungleichgewichte geführt haben“, sagt Rainer Sartoris, Experte beim Bankhaus HSBC Trinkaus. Den jüngsten Daten zufolge ist der deutsche Leistungsbilanzüberschuss im März abermals von 11,7 Milliarden Euro auf 19,8 Milliarden Euro geklettert. Ein Land mit einem Leistungsbilanzüberschuss exportiert mehr als es importiert.

Allerdings gab es auch in einigen Krisenländern durchaus Fortschritte: So ist das Leistungsbilanzdefizit Portugals, Irlands, Spaniens und Griechenlands inzwischen nicht mal mehr halb so hoch wie noch vor drei Jahren. Es ist jedoch umstritten, inwieweit das als Zeichen verbesserter Wettbewerbsfähigkeit interpretiert werden kann. Die Ursache könnte vor allem in krisenbedingten Rückgängen liegen.

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