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13.05.2013

07:27 Uhr

Länger arbeiten

IW-Chef Hüther plädiert für Rente mit 69

ExklusivÄltere Arbeitnehmer müssen länger ins Berufsleben einbezogen werden, um den demografischen Wandel bewältigen zu können, sagt Michael Hüther, Chef des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft.

Ein Dachdecker arbeitet am Giebel eines Reetdachs. dpa

Ein Dachdecker arbeitet am Giebel eines Reetdachs.

BerlinDie deutsche Wirtschaft kann den demografischen Wandel nur bewältigen, wenn ältere Arbeitnehmer besser und länger ins Berufsleben einbezogen werden, glaubt der Chef des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther. Ältere Mitarbeiter hätten oft mehr Erfahrung und Wissen als junge, sagte Hüther dem Handelsblatt (Montagausgabe) im Vorfeld des zweiten Demografiegipfels der Bundesregierung am Dienstag. „Um das zu nutzen, müssen wir sie aber kontinuierlich weiterbilden – über das gesamte Arbeitsleben. Die Personalmanager müssen sehr viel differenzierter die jeweilige soziale, familiäre, Bildungs- und Alterssituation beachten.“

Michael Hüther, Chef des Instituts der Deutschen Wirtschaft Koeln, plädiert für mehr Berufsjahre. dapd

Michael Hüther, Chef des Instituts der Deutschen Wirtschaft Koeln, plädiert für mehr Berufsjahre.

Durch den Abschied vom Vorruhestand und durch eine positivere Einstellung in den Betrieben gebe es heute schon viel mehr aktive Ältere, sagte Hüther. Wichtig sei, dass Menschen sich ihre Arbeitszeit über das gesamte Berufsleben hinweg besser einteilen könnten. Wer demnächst bis 67 im Job bleibe und 40 oder mehr Jahre arbeite, brauche Phasen, in denen er von zu Hause arbeiten könne, um zum Beispiel Kinder zu betreuen.

Trotz aller Maßnahmen werde man aber um eine weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters nicht herumkommen, sagte der IW-Chef: „Wir müssen sehr bald über die Rente mit 69 reden – schon deshalb, damit die Menschen sich darauf einstellen können. Jedes Jahr, um das wir das Rentenalter hinausschieben, erhöht das Erwerbspersonenpotenzial um gut eine Million Menschen.

Außerdem gelte es, die Jahresarbeitszeit eher dem Schweizer Niveau von 1.600 Stunden anzunähern und Arbeitnehmern, die dies wünschen, den Wechsel von einer Teilzeit- auf eine Vollzeitstelle zu erleichtern.

Von

bag

Kommentare (20)

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klarissimo

13.05.2013, 07:36 Uhr

Ja Hüther, Hut runter! Die Deutschen bezahlen nun für die französischen Banken den Niedergang dieser Häuser in Südeuropa und in Frankreich soll/will man wieder bis 60 arbeiten aber die DUMMIE-Nation "soll es richten". Auch AfD kann da NICHTS ausrichten. Auch die erliegen dem Willen der neuen Oligarchen, der Elite, die den dritten Weltkrieg ansteuert über genau diese langfristige Verklavung der Menschen. Die sollen länger arbeiten: damit die Idioten abgelenkt sind vom wahren Geschehen hinter den Kulissen. Schäuble hat heute erstmals deutliche Angst vor den wachsenden liquiden Geldströmen geäußert: zu spät! Die Notenbanker sind am Ende ihres makroökonomischen Lateins, die Lehrbücher Princeton etc geben nichts neues mehr her auf die neue Situation.

Nostradamus

13.05.2013, 07:46 Uhr

Aber sicher doch, das Rentenalter kann auch auf 72 heraufgesetzt werden. Hauptsache die Korruptis aus Griechenland, Spanien, Zypern oder Italien können mit 55 oder max. mit 60 auf unsere Kosten in Rente gehen. Oh, da kommt aber Freude auf - richtig feurig wird die Freude dann ausfallen, garantiert sehr, sehr heiß wird es unter euren breiten Ärschen werden, das kann ich euch schon jetzt versprechen.

Account gelöscht!

13.05.2013, 08:00 Uhr

Warum überhaupt eine fixe Altersgrenze? In vielen Fällen schleppt sich der Betroffene mehr schlecht als recht bis zu seinem Rentenbeginn, in anderen Fällen wird rüstigen Leuten einfach der Lebenssinn abgeschnitten. Beides psychosomatische Desaster!

mondahu plädiert für die persönliche Wahl des Renteneintritts. Und das geht so:

Der Rentenanspruch wird wie bisher auf den Renteneintritt bei 67 Jahren berechnet, insoweit also keine Änderung.

Von diesem Ankerpunkt ausgehend ist es versicherungsmathematisch ein Kinderspiel, die Rente auf ein anderes Antrittsdatum zu berechnen. Da die mögliche Variationsbreite begrenzt ist, sagen wir +/- 3 Jahre, ist die unvermeidliche Rechentoleranz vernachlässigbar.

Berücksichtigt wird bei früherem Antritt der Ausfall der Beiträge für die fragliche Zeitspanne, sowie die längere Zahlungsdauer. Die Rente wird also um einges niedriger ausfallen.

Im Gegenfall des späteren Renteneintritts schlägt die längere Beitragszeit und diekürzere Zahldauer positiv zu Buch. Die Rente wird also um einiges höher sein.

Die Rentenversicherung hat wie jede Versicherung mehr als ausreichend statistisches Zahlenmaterial, um diese Verschiebungen bilanzneutral zu berechnen. Außer etwas Komputerzeit (einige Millisekunden) braucht es nichts, um jedem künftigen Rentner auf Anforderung und zeitnah seine Optionen vorzurechnen.

Wenn nur das ganze System nicht so verhärtet und unbeweglich wäre!

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