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11.10.2012

03:42 Uhr

Lagarde

IWF arbeitet unermüdlich an Rettung Griechenlands

Griechenland braucht nach Ansicht von IWF-Chefin Christine Lagarde zwei Jahre mehr Zeit, um seine Krise zu überwinden. "Es ist manchmal besser, etwas mehr Zeit zu haben", sagte Lagarde in Tokio.

IWF-Chefin Christine Lagarde in Tokio. Reuters

IWF-Chefin Christine Lagarde in Tokio.

TokioDer Internationale Währungsfonds arbeitet nach den Worten seiner Direktorin Christine Lagarde weiter mit Nachdruck an der Rettung Griechenlands. Die in das Land entsandten IWF-Mitarbeiter versuchten unermüdlich, die Differenzen zwischen den internationalen Geldgebern und dem verschuldeten Euroland aufzulösen, sagte Lagarde am Donnerstag am Tokio.

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Die Diskussionspunkte seien der Defizitabbau, Strukturreformen, der Finanzsektor und die Verschuldung. Der IWF wolle dem Land helfen, wieder auf die Beine zu kommen, meinte die Französin im Vorfeld der Jahrestagung von IWF und der Weltbank an diesem Wochenende in der japanischen Hauptstadt.

Um die Krise zu überwinden braucht das angeschlagene Land zwei Jahre mehr Zeit: "Es ist manchmal besser, etwas mehr Zeit zu haben", sagte Lagarde. "Ein Aufschub von zwei Jahren ist (für Griechenland) notwendig, um das Konsolidierungsprogramm zu bewältigen." Lagarde hatte sich zuvor schon mehrmals aufgeschlossen gegenüber einem zeitlichen Aufschub für Athen gezeigt, so deutlich für zwei Jahre mehr Zeit trat sie bisher aber noch nicht ein. Der griechische Regierungschef Antonis Samaras wirbt bei seinen Geldgebern seit längerem um einen zweijährigen Aufschub für die Erfüllung der drastischen Sparauflagen.

Es ist jedoch offen, ob Griechenland die nächste Hilfszahlung erhält. Athen muss dafür die Sparauflagen erfüllen. Der „Troika“-Bericht von EU-Kommission, IWF und Europäischer Zentralbank (EZB) steht noch aus. Ohne die Hilfstranche von 31,5 Milliarden Euro droht dem Land die Pleite und ein Austritt aus der Euro-Zone. Es wird aber erwartet, dass das Geld am Ende doch fließt.

Überschattet wird die Jahrestagung vom Streit zwischen China und Japan um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer. Der chinesische Notenbankchef und Finanzminister boykottieren das Treffen wegen der Spannungen. Lagarde hofft nach eigener Aussage, dass der Territorialstreit schnell gelöst wird. Die Kooperation zwischen den Staaten in Asien sei wichtig für die gesamte Weltwirtschaft. „Alle ökonomischen Partner in dieser Region sind sehr wichtig für die globale Ökonomie“, sagte Lagarde. „Wir hoffen, dass die Differenzen, egal wie weit sie zurückreichen, harmonisch und umgehend gelöst werden können.“

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

11.10.2012, 05:30 Uhr

Ist doch politisch schon entschieden, daß Griechenland weiterhin alimentiert wird. Troika Bericht kann da noch so mies und desillusionierend ausfallen. Bezahlt wird doch am Schluß.
Man möchte als Wähler nur verstehen, warum?!
Ist's denn nur Angst, daß dann auch Spanien und Italien kippen könnten und danach Frankreich?
Oder redet die Finanzlobby da ein gehöriges Wörtchen mit, da sicherlich sehr viele Großbanken noch investiert sind in Schrottpapieren?
Vielleicht geschieht mal ein Wunder, und Merkel erklärt in wahrhaftigen Worten ohne Vernebelungstaktik dem Volk, warum ausgerechnet das Halten von Griechenland im Euro und der EU so immens wichtig ist!

Funin

11.10.2012, 05:37 Uhr

Sind noch nicht alle Schwarz- und Korruptionsgelder in Sicherheit?

Das simple Problem im ClubMed ist doch, dass die politische und wirtschaftliche "Elite" ihre unverdienten, zum größten Teil durch Korruption und Steuerhinterziehung erworbenen Pfründe als selbstverständlich ansieht und um jeden Preis behalten will und auch wird.

Die Sparmaßnahmen und neue Steuern sollen dagegen alleine die kleinen Leute tragen, die zu Recht auf die Straße gehen, die aber immer wieder nur als Alibi für Zahlungen und Vorteile für die Parasiten dienen.

Klar, die Politiker- und Bürokraten-Elite in Brüssel, Berlin, Paris, Frankfurt etc. fühlt sich natürlich den korrupten Eliten im ClubMed aufs tiefste verbunden und wird nie an deren Parasitentum rütteln. Man ist einfach "seelenverwandt".

Es ist einfach das gleiche Spiel wie zu allen Zeiten - Aristokratie und Raubritter gegen kleine Bürger. Und die Aristokratie hat schon immer länderübergreifend zusammengehalten.

Account gelöscht!

11.10.2012, 07:17 Uhr

Wenn wenigstens die Bürger Griechenlands auch nur etwas bekommen würden.
Alles Geld wird den europäischen Steuerzahlern abgepresst und geht in die Gewinne der Banken und Geldanlagen der Reichen und Superreichen.

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