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21.10.2014

17:22 Uhr

Laut Insidern

EZB kauft besicherte Anleihen aus Italien

Nach Spanien und Frankreich hat die EZB Insidern zufolge wurden nun auch besicherte Anleihen aus Italien gekauft. Ein Reuters-Bericht über den Kauf von Unternehmensanleihen wurde von der Zentralbank jedoch dementiert.

Die EZB hat einem Insiderbericht zufolge gedeckte Anleihen aus Italien gekauft. dpa

Die EZB hat einem Insiderbericht zufolge gedeckte Anleihen aus Italien gekauft.

FrankfurtDie Europäische Zentralbank hat nach Angaben zweier mit dem Vorgang vertrauter Personen am Dienstag besicherte Anleihen aus Italien gekauft. Unter anderem habe die Notenbank Papiere von Intesa Sanpaolo erworben, sagte eine der informierten Personen. Am Montag hatte die EZB kurzfristige Covered Bonds aus Spanien und Frankreich gekauft. Unter den Emittenten waren Société Générale und BNP Paribas.

„Der Ankauf von gedeckten Anleihen ist ein gutes Mittel, um in Europa quantitative Lockerung zu betreiben und die Bilanz der EZB auszuweiten“, sagte Richard Schmidt, leitender Portfoliomanager bei der MEAG Munich Ergo Asset Management GmbH. „Politisch sind diese Ankäufe viel leichter zu bewerkstelligen als der Ankauf von Staatsanleihen.“

Das Anleihenkaufprogramm OMT

Wann wird die EZB tätig?

Die EZB wird nur tätig, wenn das betroffene Land unter einen Euro-Rettungsschirm (EFSF/ESM) geschlüpft ist und folglich strenge Reformvorgaben erfüllen muss.

Wann stellt die EZB die Geschäfte ein?

Der EZB-Rat kann die Geschäfte jederzeit einstellen, wenn die Ziele erreicht wurden oder wenn die Länder ihre Reformen nicht wie vereinbart umsetzen.

Konsequenzen für die EZB

Anders als beim früheren Anleihenkaufprogramm SMP verzichtet die EZB auf eine vorrangige Gläubigerstellung. Das heißt: Ein Schuldenschnitt würde sie genauso treffen wie andere Gläubiger.

Volumen von OMT

Das Volumen des OMT ist theoretisch unbegrenzt. Die EZB kann die Notenpresse anwerfen und Staatspapiere kaufen, bis die Zinsen an den Märkten wieder akzeptabel sind.

Das Programm der EZB werde möglicherweise schon im Dezember erweitert, um auch den Ankauf von Unternehmensanleihen zu ermöglichen, meldete die Nachrichtenagentur Reuters, ohne zu erläutern, woher die Information stammt. Ein Vertreter der Notenbank erklärte gegenüber der Agentur, der EZB-Rat habe keinen derartigen Beschluss gefasst.

Kommentare (2)

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Herr reiner tiroch

21.10.2014, 17:59 Uhr

Unternehmensanleien, Staatsanleihen und Bankenrettungen bedeutet gesamt BIP-rettung der EU von 425% mit 50 Billionen. hat das noch keiner geschnallt?

Herr Stephan Fischer

21.10.2014, 19:37 Uhr

Die EZB-Politik destabilisiert und bringt langfristig den US-Dollar nach Europa. Möglicherweise gibt es Leute, die genau dies wollen. Europas Regierungen vertreten europäische Interessen wirklich schlecht.

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