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25.06.2012

09:57 Uhr

Lebenshaltungskosten

Deutschland billiger als Nachbarländer - aber teurer als EU-Schnitt

2011 mussten deutsche Verbraucher etwas mehr für ihr Leben ausgeben als der Durchschnitt der EU. In anderen Nachbarländern Deutschlands lagen die Preise jedoch noch höher. Das teuerste EU-Land liegt ganz im Norden.

Sich die Tüten voll zu packen, ist deutlich teurer geworden. dpa

Sich die Tüten voll zu packen, ist deutlich teurer geworden.

Berlin/WiesbadenDas Leben in Deutschland ist teurer als in den meisten anderen EU-Ländern. Die Lebenshaltungskosten lagen 2011 um 3,4 Prozent über dem Durchschnitt der 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Allerdings ist es mit Ausnahme von Polen und der Tschechischen Republik bei allen Nachbarn noch deutlich teurer. In Luxemburg müssen Verbraucher rund 22 Prozent mehr bezahlen als im EU-Schnitt, in Belgien zwölf, in Frankreich elf, in den Niederlanden acht und in Österreich sieben Prozent mehr.

Eurostat: Die höchsten Preisniveaus der EU

1. Platz

Nirgendwo in der EU ist es so teuer wie in Dänemark: Das Preisniveau liegt rund 42 Prozent über dem des EU-Durchschnitts.

2. Platz

In Schweden liegt das Preisniveau immerhin noch 28 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Auch hier hat man sich Anfang der 2000er Jahre gegen den Euro entschieden.

3. Platz

Bei den Finnen sind besonders alkolische Getränke und Gaststätten-Besuche teuer: Beide liegen rund 30 Prozent über dem EU-Schnitt. Insgesamt ist der repräsentative Warenkorb ein Viertel teurer.

4. Platz

Der kleine Stadtstaat Luxemburg ist Viertplatzierter unter den Staaten mit dem höchsten Preisniveau. Auch hier ist das Preisniveau fast ein Viertel höher (22 Prozent) - billiger als in Finnland sind aber alkoholsche Getränke (-13 Prozent).

5. Platz

Im klammen Griechenland kosten besonders Lebensmittel (+16 Prozent) und Alkohol (+63 Prozent) deutlich mehr. Der Warenkorb kostet 17 Prozent mehr - Bekleidung und Unterhaltungselektronik kosten 8 Prozent weniger.

6. Platz

Das Preisniveau des Gründungsmitglieds der Europäischen Union ist 12 Prozent über dem Schnitt der EU.

7. Platz

In Frankreich schlagen nur die Preise für nichtalkoholische Getränke und Lebensmittel aus, sie liegen 8 Prozent höher. Der Schnitt insgesamt um 11 Prozent über der EU.

8. Platz

Die Niederlande sind Privatfahrzeuge deutlich kostenintensiver als im europäischen Ausland: 12 Prozent zahlt man mehr. Das Preisniveau liegt bei 8 Prozent.

9. Platz

Mit Schweden und Finnland trat Österreich 1995 der EU bei. Beim Preisniveau nähert es sich fast dem EU-Schnitt an: Die Preise in der Alpenrepublik liegen 7 Prozent über dem Durchschnitt.

10. Platz

Den zehnten Platz teilen sich Italien und Deutschland. Die verschiedenen Werte (Fahrzeug, Nahrungsmittel, Alkohol, Unterhaltungselektronik) sind nahezu auf dem EU-Durchschnitt. Insgesamt liegt das Preisniveau der beiden Warenkörbe rund 3 Prozent über dem EU-Schnitt. Deutschland hat damit ein deutlich niedrigeres Preisniveau als seine Nachbarländer (ausgenommen Polen und Tschechien).

24. Platz

Den vorletzten Platz teilen sich Polen und Rumänien: Beide weisen ein Preisniveau auf, das 40 Prozent unter dem EU-Durchschnitt liegt.

25. Platz

Bulgarien hat das niedrigste Preisniveau in der gesamten Europäischen Union: rund die Hälfte kosten Verbrauchsgüter insgesamt. Stark ins Gewicht fällt besonders, dass Gaststättendienstleistungen fast 60 Prozent billiger sind; Lebensmittel kosten 33 Prozent weniger.

Der nördliche Nachbar Dänemark ist sogar das teuerste EU-Land überhaupt: Hier müssen die Verbraucher für einen repräsentativen Warenkorb 42,2 Prozent mehr Geld hinblättern als im EU-Schnitt. Europaweit ist es nur in der Schweiz (+61,8 Prozent) und in Norwegen (+50,7 Prozent) noch teurer, wobei diese beiden Staaten nicht der EU angehören.

Am günstigsten leben Verbraucher in Bulgarien. Hier liegen die Kosten für die Lebenshaltung um 49 Prozent unter dem EU-Schnitt.

Von

rtr

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

25.06.2012, 10:32 Uhr

"Am günstigsten leben Verbraucher in Bulgarien. Hier liegen die Kosten für die Lebenshaltung um 49 Prozent unter dem EU-Schnitt"

So ein vollkommener Blödsinn. Wer recherchiert sowas? In Bulgarien geht man fast zu D PReisen einkaufen, mit dem Unterschied dass man dort 250-350 Euros im Monat verdient. Was sollen diese beknackten Vergleiche also?

Ach übrigens innem Dorf in Nepal ists auch sehr günstig in Sachen Lebenshaltungskosten.....ganz toll.

itstk

25.06.2012, 11:03 Uhr

Hallo Redaktion,

aufrichtigen Dank für die informelle Hitliste für Auslandseinsätze und Fluchtländer jenseits der Euro-Zone. Denn die Einwohner der Spitzenreiter-Länder außerhalb der EU müssen ja immerhin so viel verdienen, daß sie sich diesen "repräsentativen Warenkorb" zumindest im Durchschnitt auch leisten können.

Daß die Polen mittlerweile teurer als die Deutschen sind, erklärt immerhin rückwirkend, warum die immer seltener hier in Deutschland als "Erntehelfer" aufkreuzen. Von uns würde sicher auch keiner auf die Idee kommen, jetzt zum Traubenpflücken nach Griechenland zu trampen...

Spricht aber auch Bände in Sachen

"Jede Lohnerhöhung ist ein Sargnagel für unsere Wettbewerbsfähigkeit im Ausland!"
(schleppt sich wimmernd von der Bühne)

Wir sind zwar Export-Weltmeister, in Sachen Kaufkraft aber gerade so mal Mittelmaß.

Frage: Wie setzt sich denn so "ein repräsentativer Warenkorb" im Detail zusammen? Der berüchtigte Freßkorb zum Firmenjubiläum wird damit ja kaum gemeint sein. Und der HartzIV-Warenkorb ist zwar auf dem Papier einer, aber hoffentlich nicht europaweit "repräsentativ"!

Account gelöscht!

25.06.2012, 11:46 Uhr

itstk,

hier ist die Antwort auf Ihre Frage und damit haben wir das Niveau der Entwicklungsländer fast erreicht.

http://www.bps-niedenstein.de/content/view/80/2/

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