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05.05.2011

15:53 Uhr

Leitzins bleibt bei 1,25 Prozent

EZB-Chef Trichet scheut raschen Zinsschritt

Die EZB ist in der Zwickmühle: Die Inflation rennt - das schreit nach höheren Zinsen. Doch die Schuldenberge der Euro-Staaten verhindern einen schnellen Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes.

EZB-Chef Jean-Claude Trichet Quelle: dpa

EZB-Chef Jean-Claude Trichet

Helsinki/FrankfurtTrotz der rasant anziehenden Teuerung in der Euro-Zone hält die EZB ihr Pulver bis in den Sommer hinein trocken. Sie signalisierte indirekt, dass sie im Juni aller Wahrscheinlichkeit stillhalten und den Leitzins nicht weiter erhöhen dürfte. „Wir beobachten die Entwicklungen mit Blick auf die Preisstabilität sehr genau“, sagte EZB-Chef Jean-Claude Trichet am Donnerstag nach der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) in Helsinki. Das von vielen Experten erwartete Signalwort „starke Wachsamkeit“ für eine Zinserhöhung bereits im Juni blieb aus

Die Notenbanker tasteten den Zielsatz für Zentralbankgeld von 1,25 Prozent nicht an, der seit der Zinswende vom April für die Euro-Zone gilt. Die abwartende Haltung der EZB schickte den Euro auf Talfahrt, der nach den Äußerungen Trichets zeitweilig um deutlich mehr als einen Cent unter die Marke von 1,47 Dollar nachgab. Der Goldpreis legte hingegen zu.

Angeheizt von teuren Rohstoffen und Nahrungsmitteln war die Inflationsrate in den 17 Ländern der Euro-Zone zuletzt auf 2,8 Prozent gestiegen und der Stabilitätsmarke der Währungshüter von knapp zwei Prozent damit weit enteilt. Viele Experten hatten daher angenommen, dass die EZB bereits im Juni bei den Zinsen nachlegen würde. Trichet hielt sich mit Blick auf den weiteren Kurs bedeckt: „Wir legen uns niemals vorab fest. Wir können die Zinsen jedoch jederzeit erhöhen, wenn wir es für angemessen halten.“

Analysten rechnen nun erst im Sommer mit dem nächsten Zinsschritt. „Eine Zinserhöhung im Juni hat Trichet nicht angekündigt“, sagte der Experte von Sal. Oppenheim, Norbert Braems. „Wahrscheinlich kommt der nächste Schritt im Juli und noch einer Ende des Jahres.“ Das sieht auch Elmar Völker von der LBBW so: „Wahrscheinlich geht die EZB auf einen Drei-Monatsrhythmus“.

Der Verweis des EZB-Chefs, dass die Notenbank die Entwicklungen mit Blick auf die Preisstabilität genau beobachten werde, gehört mittlerweile zum Standardrepertoire auf den Pressekonferenzen Trichets. Früher galt die Formulierung allerdings als Signal, dass eine Zinserhöhung binnen zwei Monaten ansteht. Ob das auch dieses Mal so sein wird, blieb unklar.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

05.05.2011, 15:03 Uhr

Inflation ?

Dieser Zustand ist keine Inflation,
es ist falsche Wirtschaftspolitik !


Erklärung:
Zugespitzt kann man nämlich sagen,
wenn alle etwas haben wollen (Energie), was von allen nicht produziert werden (Erdöl) kann und wird, kann man nicht von Inflation sprechen.

Das ist Mangelwirtschaft durch künstlich erzeugte Verschwendungssucht.

Account gelöscht!

05.05.2011, 15:07 Uhr

Auf gut deutsch,

IHR KÖNNT SO VIEL DRUCKEN WIE IHR WOLLT; ES WIRD KEIN TROPFEN ERDÖL DAZU KOMMEN.

Selbst mit Gold aufgewogen wird nichts daran ändern.
Ich sehe schwarz für euch.

Trichet.verbrennt.unser.Geld

05.05.2011, 18:15 Uhr

Trichet verbrennt doppelt unser Geld in Deutschland.

1. Steuergelder durch den Rettungsschirm
2. Sparvermögen durch zu niedrige Ertrags-Zinsen (Tagesgeld-Zinsen usw.), die von der Inflation gefressen werden.

Sauerei ! Schämen Sie sich Herr Trichet.

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