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07.07.2011

14:22 Uhr

Leitzinserhöhung

Die EZB erledigt ihre Pflicht

Die Europäische Zentralbank hebt den Zins um einen Viertelpunkt an. Das darf aber nur ein erster vorsichtiger Schritt sein - dem weitere folgen sollten, solange der Aufschwung noch hält. Ein Kommentar von DIRK HEILMANN.

Das Euro-Symbol auf einer Tasche der Europäischen Zentralbank (EZB). Quelle: dpa

Das Euro-Symbol auf einer Tasche der Europäischen Zentralbank (EZB).

DüsseldorfDie Europäische Zentralbank bleibt auf Kurs. Wie mit den üblichen verbalen Formeln angekündigt, hat sie ihren Leitzins um einen Viertel Prozentpunkt auf 1,5 Prozent angehoben. Interessant wird nun, wie sich EZB-Chef Jean-Claude Trichet auf der Pressekonferenz zur weiteren Zinspolitik äußert.

Deutet er an, die Zinsen weiterhin mit gleichmäßigen Schritten anzuheben oder signalisiert er eine Atempause? Letzteres halten viele Beobachter für angezeigt, da sich die Weltkonjunktur gegenwärtig in einer etwas wackeligen Verfassung präsentiert. Die großen Schwellenländer wie China kühlen das hitzige Wachstum etwas ab, um eine Überhitzung zu verhindern, die USA haben auf dem Weg zur wirtschaftlichen Erholung neue Rückschlage zu verzeichnen und in Europa spitzt sich die Schuldenkrise zu.

Auf der anderen Seite stimmt aber auch, dass sowohl die Weltwirtschaft als auch Europas Wirtschaft stärker wachsen als im langjährigen Durchschnitt und dass die Leitzinsen noch immer deutlich unter dem "neutralen Niveau" sind, auf dem sie weder das Wachstum ankurbeln noch bremsen. Das wiederum spricht dafür, den Erhöhungskurs fortzusetzen. Noch wichtiger ist aber, dass die Inflationsrate sich schon seit Monaten über der Zielmarke von knapp zwei Prozent hält. Auch wenn sie nach gegenwärtiger Einschätzung der EZB wie auch unabhängiger Ökonomen im kommenden Jahr sinken sollte, sind doch immer wieder Überraschungen von den Rohstoffmärkten möglich. Also sollte die EZB ihre Entschlossenheit demonstrieren, die Inflationserwartungen im Zaum zu halten.

Für weitere vorsichtige Zinserhöhungen, noch einen Schritt bis Jahresende, spricht auch, dass die EZB die Zeit des Aufschwungs nutzen sollte, um sich wieder etwas geldpolitischen Spielraum zu verschaffen. Wer wie die USA und Großbritannien die Zinsen bei Null hält, muss beim nächsten Abschwung gleich wieder in die Trickkiste unkonventioneller Lockerungsmaßnahmen greifen. Und auch die ist schon ziemlich leer.

Von

dih

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

07.07.2011, 15:29 Uhr

Die allerwichtigste Meldung heute seitens der EZB hat das Handelsblatt wieder mal unterdrueckt / "vergessen" :

Ab sofort akzeptiert die EZB asl Absicherung jegliche Bankpapiere ganz ohne Ratings, also auch Junk/Muell.

Dieses signalisiert absolute Verzweiflung in Bruessel !

Italien & Spanien werden alsbald Gleichbehandlung fordern.

Account gelöscht!

07.07.2011, 15:34 Uhr

Den Kollaps verstehen in 3 Minuten :

https://www.youtube.com/watch?v=NOzR3UAyXao


Mit freundlichen Gruessen,
Ihre HB Redaktion


Account gelöscht!

07.07.2011, 15:50 Uhr

ECB Suspends Rating Requirement For Portuguese Collateral

"A stunner in the JCT press conference, who just announced that the ECB is willing to accept any junk that comes its way. Specifically he said that the ECB has decided to suspend a rating requirement for Portuguese collateral, and that the ECB will shortly issue a press release on the matter. Obviously the bank is now making stuff up as it comes alone. He also added that the suspension will be maintained until further notice. Expect this move to affect Italian, SPanish and all other insolvent country debt shortly as it becomes all too clear that the ECB will do everything in its power to give out cash against insolvent paper. And now you know what Europe's QE looks like."

http://www.zerohedge.com/article/ecb-suspends-rating-requirement-portugese-collateral

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