Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.12.2011

12:07 Uhr

Lohnniveau

Reallöhne wachsen kaum noch

Im dritten Jahresquartal lagen die Einkünfte der Haushalte nur knapp über dem Vorjahresniveau. Damit stiegen sie so langsam wie seit zwei Jahren nicht mehr. Die Inflation macht große Teile der Lohnsteigerungen zunichte.

Die Portemonnaies der Bürger sind derzeit kaum voller als vor einem Jahr. dpa

Die Portemonnaies der Bürger sind derzeit kaum voller als vor einem Jahr.

Berlin/WiesbadenDie Krise kommt im Geldbeutel der Arbeitnehmer in Deutschland an: Nach zuletzt teils kräftigen Lohnsteigerungen erhöhten sich die Reallöhne der Vollzeitbeschäftigen im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum durchschnittlich nur noch um rund 0,6 Prozent. Dies sei der geringste Anstieg der preisbereinigten Bruttomonatsverdienste seit dem vierten Quartal 2009, erklärte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag. Dafür sorgten langsamer steigende Löhne bei gleichzeitig anziehender Inflation. Im Frühjahr hatte es noch ein kräftiges Plus von 1,9 Prozent, zu Jahresbeginn sogar von 2,0 Prozent gegeben.

Nominal füllte sich die Lohntüte nun zwar mit plus 3,0 Prozent. Allerdings kletterten im selben Zeitraum auch die Verbraucherpreise um 2,5 Prozent. Die Statistiker wiesen darauf hin, dass sich die Inflationsrate das achte Quartal in Folge erhöhte, wohingegen die Nominallöhne im Vergleich zu den beiden Vorquartalen deutlich schwächer anstiegen. Sollte sich die Entwicklung so fortsetzen, ist mit Reallohnverlusten zu rechnen.

Schon im dritten Quartal zehrte bei vielen Arbeitnehmern die Inflation die Steigerung der Einkommen mehr als auf: In der Öffentlichen Verwaltung (plus 1,8 Prozent) und bei Lehrern (1,1) lag die durchschnittliche Verdienstentwicklung deutlich unterhalb der Entwicklung der Verbraucherpreise. Auch Beschäftigte bei Banken und Versicherungen (2,0), im Gastgewerbe (2,2) und im Handel (2,4) mussten Reallohnverluste hinnehmen. Das größte Plus gab es für Vollzeitbeschäftigte im Verarbeitenden Gewerbe, die 4,3 Prozent mehr Geld bekamen als ein Jahr zuvor.

Ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer verdiente im Schnitt 3322 Euro brutto im Monat - Sonderzahlungen sind darin nicht berücksichtigt. Am meisten bekommen die Beschäftigten in der Energieversorgung mit 4376 Euro, im Bereich Information und Kommunikation mit 4370 Euro sowie bei Banken und Versicherungen mit 4357 Euro. Am wenigsten zahlt das Gastgewerbe mit 1944 Euro.

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

sterbende_demokratie

22.12.2011, 12:20 Uhr

Reallöhne wachen nur langsam?

Sie wachsen überhaupt nicht mehr.

Mittlerweile fressen alleine die permanent ohne jegliche Grundlage in die Höhe getriebenenen Energiepreise jeglich Zuwächse in den privaten Haushalten.

Da brauchen Sie die "üblichen" Preissteigerungen überhaupt nicht mehr mit einzubeziehen.

So langsam passt sich aber die "Motivation" bei den Arbeitnehmern diesen angeblich "Gehaltsteigerungen" nach unten schwenkend an- und das ist gut so!

sterbende_demokratie

22.12.2011, 12:21 Uhr

Reallöhne wachen nur langsam?

Sie wachsen überhaupt nicht mehr.

Mittlerweile fressen alleine die permanent ohne jegliche Grundlage in die Höhe getriebenenen Energiepreise jeglich Zuwächse in den privaten Haushalten.

Da brauchen Sie die "üblichen" Preissteigerungen überhaupt nicht mehr mit einzubeziehen.

So langsam passt sich aber die "Motivation" bei den Arbeitnehmern diesen angeblich "Gehaltsteigerungen" nach unten schwenkend an- und das ist gut so!

Account gelöscht!

22.12.2011, 12:48 Uhr

"Reallöhne wachsen kaum noch"

Was ist denn das wieder für eine fiese Titelzeile? Fies weil gelogen!

Richtig müsste es heißen: "Reallöhne sinken weiter, wie seit 10 Jahren"!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×