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04.12.2013

14:21 Uhr

Markit-Managerindex

Wirtschaft im Euroraum verliert an Fahrt

Der neue Markit-Einkaufsmanagerindex zeigt: Die Kluft in Europa vergrößert sich. Frankreich droht der Rückfall in die Rezession, Italien bleibt im Abwärtsstrudel – aber in Deutschland laufen die Geschäfte immer besser.

Trübe Aussichten: Nebel über den Containerterminals im Hamburg Hafen. Die Importe im Euroraum stiegen zuletzt stärker als die Exporte. dpa

Trübe Aussichten: Nebel über den Containerterminals im Hamburg Hafen. Die Importe im Euroraum stiegen zuletzt stärker als die Exporte.

BerlinDie wirtschaftliche Erholung in der Euro-Zone hat im November wieder an Schwung verloren. Grund dafür ist die Konjunkturschwäche in Frankreich und Italien, während die Zeichen in Deutschland klar auf Aufschwung stehen, wie am Mittwoch aus einer Umfrage unter 5000 Firmen hervorging. Der Markit-Einkaufsmanagerindex, der Industrie und Dienstleister zusammenfasst, fiel im November um 0,2 auf 51,7 Punkte.

Das Barometer signalisiert mit über 50 Zählern zwar weiter Wachstum im Euroraum. Dennoch betonte Markit-Chefökonom Chris Williamson: „Es ist besorgniserregend, dass die Expansionsrate immer noch sehr schwach ist.“ Denn Schwergewicht Frankreich drohe zum Jahresende der Rückfall in die Rezession, während Italien wohl das zehnte Quartal in Folge im Abwärtsstrudel stecke.

„Die Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich im November sind auffällig“, sagte auch Konjunktur-Experte Christian Schulz von der Berenberg Bank. Denn bei den heimischen Dienstleistern liefen die Geschäfte so gut wie seit zehn Monaten nicht mehr. Der entsprechende Index stieg um 2,8 auf 55,7 Punkte. Nimmt man die Industrie hinzu, kletterte das Barometer für die gesamte deutsche Privatwirtschaft auf den höchsten Stand seit fast zweieinhalb Jahren. Markit rechnet im vierten Quartal mit einem beschleunigten Wachstum der deutschen Wirtschaft von 0,5 nach zuletzt 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

So stehen die Euro-Sorgenländer da

Frankreich

Deutschlands wichtigster Handelspartner wächst nicht mehr: Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im Sommer überraschend um 0,1 Prozent. Die EU-Kommission traut dem Nachbarn nur einen blutleeren Aufschwung zu. 2014 soll es nur zu einem Plus von 0,9 Prozent reichen, was etwa halb so viel ist wie in Deutschland. "Steigende Arbeitslosigkeit und Steuererhöhungen wirken sich negativ auf die Einkommen aus", befürchtet die Kommission, was wiederum den Konsum bremst. Obwohl das Wachstum 2015 auf 1,7 Prozent anziehen soll, dürfte die Arbeitslosenquote bis dahin auf 11,3 Prozent zulegen.

Italien

Die drittgrößte Volkswirtschaft der Währungsunion schrumpfte im Sommer nun schon das neunte Quartal in Folge und steckt damit in der längsten Rezession seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Während die Industrie zulegte, gingen die Geschäfte der Dienstleister und Landwirte zurück. Zwei Rezessionsjahren dürfte eine kraftlose Erholung folgen: 2014 wird ein Wachstum von 0,7 Prozent erwartet, das sich 2015 auf 1,2 Prozent erhöhen soll. Eine steigende Exportnachfrage dürfte die Unternehmen zwar zu mehr Investitionen ermutigen, erwartet die EU-Kommission. Die Arbeitslosenquote soll aber im kommenden Jahr weiter steigen.

Spanien

Die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone hat sich im Sommer aus der Dauer-Rezession befreit. Anziehende Exporte und der boomende Tourismus ließen das Bruttoinlandsprodukt um 0,1 Prozent wachsen. Zuvor war es neun Quartale in Folge geschrumpft. 2014 könnte die spanische Wirtschaft nach zwei Rezessionsjahren in Folge erstmals wieder wachsen. Die EU-Kommission erwartet ein Plus von 0,5 Prozent, das sich 2015 auf 1,7 Prozent erhöhen soll. "Die großen Anpassungen werden die Erholung einschränken", befürchtet die Kommission. Das reicht nicht, um die Arbeitslosigkeit kräftig zu drücken. Die Quote soll von 26,6 Prozent in diesem Jahr lediglich auf 25,3 Prozent im übernächsten Jahr fallen.

Griechenland

Im Frühjahrsquartal – neuere Daten liegen noch nicht vor – ging es um 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bergab. Das am schwersten von der Schuldenkrise betroffene Land wird aber für 2014 ein kleines Comeback zugetraut: Das Bruttoinlandsprodukt soll dann erstmals seit sechs Jahren wieder wachsen, wenn auch nur um 0,6 Prozent. Das reicht nicht annähernd aus, um den für 2013 erwarteten Einbruch von 4,0 Prozent auszugleichen. "2015 dürfte die Erholung an Kraft gewinnen, wenn die Investitionen zum Motor der Belebung werden", erwartet die EU-Kommission, die dann mit einem Plus von 2,9 Prozent rechnet. Allerdings bleibt die Arbeitslosigkeit hoch. Sie soll von rund 27 Prozent auf 24 Prozent im Jahr 2015 sinken.

Irland

Von allen Krisenländern steht Irland am besten da. Bereits im Frühjahr wurde die Rezession abgeschüttelt mit einem Wachstum von 0,4 Prozent. 2013 soll die Wirtschaft das dritte Jahr in Folge zulegen, wenn auch nur um 0,3 Prozent. Das Tempo dürfte sich 2014 auf 1,7 Prozent und 2015 sogar auf 2,5 Prozent beschleunigen. Sowohl Konsum als auch Exporte dürften immer besser in Schwung kommen. Bis 2015 soll die Arbeitslosenquote auf 11,7 Prozent fallen, nachdem sie 2012 noch bei 14,7 Prozent lag.

Portugal

Das kleine Land ist von Juli bis September bereits das zweite Quartal in Folge gewachsen - und zwar um 0,2 Prozent. 2014 soll nach drei Minus-Jahren wieder ein Plus folgen: Dann dürfte ein Wachstum von 0,8 Prozent herausspringen, das sich 2015 auf 1,5 Prozent nahezu verdoppeln soll. "Die Exporte sind der Wachstumstreiber, während die Binnennachfrage 2014 wieder anziehen wird", prophezeit die EU-Kommission. 2015 soll die Arbeitslosenquote mit 17,3 Prozent einen Tick unter den diesjährigen Wert fallen.

Zypern

Der Inselstaat steckt noch mitten im Abschwung: Im dritten Quartal 2013 brach die Wirtschaftsleistung mit 0,8 Prozent so stark ein wie in keinem anderen Euro-Land. Um 8,7 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt im gesamten Jahr 2013 zurückgehen. 2014 wird ein weiteres Minus von 3,9 Prozent erwartet. "Die zyprische Volkswirtschaft sieht sich starkem Gegenwind ausgesetzt", so die Kommission. Sowohl der Konsum als auch die Exporte dürften sinken. Erst 2015 wird wieder mit einem Wachstum gerechnet, das aber mit 1,1 Prozent dünn ausfallen soll. Die Arbeitslosenquote dürfte 2014 auf 19,2 Prozent hochschnellen und erst 2015 wieder leicht auf 18,4 Prozent nachgeben.

Allein im Mittelstand erreichte die Stimmung laut KfW-Studie im November den besten Wert in diesem Jahr. Vor allem wieder bessere Exportaussichten dürften die Firmen 2014 wieder zu mehr Investitionen animieren, sagte der Chefvolkswirt der staatlichen Förderbank, Jörg Zeuner.

In Frankreich hingegen sackte der Markit-Index auf 48 Punkte und rutsche damit unter die Wachstumsschwelle von 50 Zählern. „Die bescheidenen Reformen der sozialistischen Regierung haben es bisher nicht geschafft, die Stimmung der Unternehmen zu verbessern“, kritisierte Schulz.

Kommentare (1)

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HofmannM

04.12.2013, 14:43 Uhr

Seitdem in der EU diese ökosozialistische Ideologie eines menschengemachten CO2-Klimawandel herrscht und Deutschland eine preistreibende Energiewende hinlegt und die EURO-Schuldenländer im EURO gefangen sind, geht es mit der Wirtschaft in der EU rapide bergab. Weltweiter Wettbewerb der EU und Neuinvestitionen in der EU lassen durch diesen ökosozialistsichen Irrglauben immer mehr nach! Die EU entwickelt sich in das Mittelalter von Armut und Mangel zurück! Dank der grünsozialen Ideologie!

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