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02.05.2014

11:00 Uhr

Markit-Umfrage

Industrie in der Euro-Zone im Aufschwung

Der Aufwärtstrend in der EU breitet sich aus. Es kommen mehr Aufträge herein, die Unternehmen steigern ihre Produktion und stellen mehr Mitarbeiter ein. Doch nicht in allen Euro-Ländern ist die Aussicht so rosig.

Eine Zwei-Euro Münze: Der Druck auf der Kostenseite nimmt für die Firmen in Europa ab. dpa

Eine Zwei-Euro Münze: Der Druck auf der Kostenseite nimmt für die Firmen in Europa ab.

BerlinDer Aufschwung der Industrie in der Euro-Zone gewinnt an Breite. Die Betriebe fuhren im April dank steigender Aufträge ihre Produktion hoch und stellten unterm Strich Mitarbeiter ein, wie am Freitag aus der monatlichen Markit-Umfrage unter rund 3000 Unternehmen hervorgeht.

Der Einkaufsmanagerindex stieg im Vergleich zum März um 0,4 auf 53,4 Punkte und bleibt damit deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Erstmals seit November 2007 lag das Barometer in allen acht erfassten Ländern (Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Niederlande, Österreich, Irland, Griechenland) über dieser Marke. „Der Aufwärtstrend breitet sich aus“, sagte Markit-Chefvolkswirt Christ Williamson.

Konjunkturaussichten für die Euro-Länder

Spanien

Spanien könnte 2014 wieder um ein Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit soll jedoch mit 25,7 Prozent hoch bleiben. Das Haushaltsdefizit wird auf 5,8 Prozent der Wirtschaftsleistung geschätzt.

Frankreich

Frankreichs Wachstum dürfte 2014 mit 1,0 Prozent unter dem Durchschnitt der Euro-Zone bleiben. Die Arbeitslosigkeit soll auf elf Prozent steigen.

Griechenland

Die griechische Wirtschaft soll 2014 erstmals seit sechs Jahren wieder um 0,6 Prozent wachsen. Trotz der erwarteten Besserung dürfte die Arbeitslosigkeit mit 26 Prozent vergleichsweise hoch bleiben. Bei der Verschuldung werden 177 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet.

Italien

Italiens Wirtschaft soll 2014 um 0,6 Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit dürfte hingegen auf einen Rekord von 12,6 Prozent klettern. Der Schuldenstand bleibt hartnäckig hoch: 2015 soll er mit 132,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts leicht unter dem diesjährigen Niveau liegen.

Zypern

Um 4,8 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt einbrechen. Die Arbeitslosigkeit dürfte auf den Rekordwert von 19,2 Prozent steigen.

Portugal

Für Portugal erwartet die EU-Kommission 2014 ein Wachstum von 0,8 Prozent. 2015 soll die Arbeitslosenquote mit 16,5 Prozent einen Tick unter den diesjährigen Wert fallen. Der Schuldenstand dürfte nach dem Rekordwert von 129,4 Prozent im vorigen Jahr bis 2015 wieder auf 125,8 Prozent zurückgehen.

Irland

Irlands Wirtschaft dürfte 2014 mit 1,8 Prozent deutlich stärker wachsen als der gesamte Währungsraum. Bis 2015 soll die Arbeitslosenquote auf 11,2 Prozent fallen, nachdem sie 2013 noch bei 13,1 Prozent lag. Das Defizit soll 2015 auf 4,3 Prozent sinken.

Quelle

EU-Kommission

„Es bleibt abzuwarten, ob die Nachfragebelegung sich auch in einer höheren Preismacht niederschlägt.“ Denn diese sei wegen Überkapazitäten und hoher Arbeitslosigkeit in vielen Ländern noch schwach, sagte Williamson. Indessen nahm der Druck auf der Kostenseite für die Firmen ab.

Denn die Einkaufspreise sanken so stark wie seit Juli 2013 nicht mehr. Als Grund dafür nannten die Firmen verschärften Wettbewerb unter den Zulieferern sowie gesunkene Preise für Metalle und Lebensmittel.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

02.05.2014, 11:50 Uhr

Klasse! Der Aufschwung kommt wie gerufen vor der Europawahl. Nur: Wer hat gerufen? Schon klar!

Account gelöscht!

02.05.2014, 12:36 Uhr

Vor den EU-Wahlen lügt sich gut. Wo ist das Plus in allen Südländern, wenn es vorher teilweise um 40 % rückwärts ging? Wenn die Arbeitslosigkeit höchste zweistellige Werte annimmt? Außerdem ist es keine Europawahl, die es gar nicht geben kann, sondern es sind EU-Wahlen. Und da müssen die Bürger endlich begreifen, dass sie alternativ wählen müssen, um der EU-Diktatur und einem irrsinnigen TTIP-Abkommen zu entrinnen! Politik muss wieder demokratischer, bürgermitbestimmend vor Ort in den Ländern bürgernah praktiziert werden. So will es z.B. die AfD. Darauf kann man nicht verzichten. Alle Blockparteien haben uns ins Desaster geführt. Eine Politik mit "Merkel" im Sack hat keine Argumente und ist nicht wählbar.

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