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06.07.2011

12:10 Uhr

Mehr Aufträge

Starke Binnenkonjunktur stützt Industrie

Die Aufträge aus dem Inland sind im Vergleich zum Vormonat um 1,8 Prozent gestiegen. Heimischen Bestellungen für Investitionsgüter legten sogar um ein Fünftel zu. Das Neugeschäft aus dem Ausland flaute aber deutlich ab.

Ein Monteur misst im Siemens-Turbinenwerk Teile einer Dampfturbine. Quelle: dapd

Ein Monteur misst im Siemens-Turbinenwerk Teile einer Dampfturbine.

BerlinDank einer anziehenden Binnenkonjunktur hat die deutsche Industrie im Mai überraschend mehr Aufträge eingesammelt. Die Bestellungen im Vergleich zum Vormonat stiegen um 1,8 Prozent, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch mitteilte.

Von Reuters befragte Analysten hatten für den gesamten Auftragseingang im Mai im Schnitt mit einem Rückgang um ein halbes Prozent gerechnet. Im April hat das Neugeschäft mit revidiert 2,9 Prozent zudem etwas stärker zugelegt als zunächst angenommen. Die Industrie profitierte im Mai besonders von Großaufträgen. Deren Anteil war den Angaben zufolge überdurchschnittlich hoch.

Die Nachfrage aus dem Inland zog um 11,3 Prozent an. Die heimischen Bestellungen für Investitionsgüter legten sogar um ein Fünftel zu. Das Neugeschäft aus dem Ausland flaute jedoch deutlich ab und verringerte sich zum Vormonat um 5,8 Prozent. Obwohl Schuldenkrise die Staaten an den Rändern der Euro-Zone fest im Griff hält, sank die Nachfrage aus dem Euro-Raum nur um 5,4 Prozent, während die Bestellungen von außerhalb des Währungsgebiets um 6,1 Prozent zurückgingen.

Nach Einschätzung der KfW hat der Aufschwung des Mittelstands seinen Höhepunkt überschritten. Zwar besserte sich das Geschäftsklima im Juni geringfügig um 0,4 Punkte auf 27,0 Zähler, wie die öffentliche Förderbank am Mittwoch zu ihrem gemeinsam mit dem Münchner Ifo-Institut errechneten Mittelstandsbarometer mitteilte.

Trotz dieses erfreulichen Wertes sei aber mit einer Normalisierung der Wirtschaft zu rechnen, schrieben die Experten. „Hierauf deuten insbesondere die anhaltenden Rückgänge bei den Geschäftserwartungen hin, die von rückläufigen Beschäftigungs- und Absatz-Preiserwartungen begleitet werden“, sagte KfW-Chefvolkswirt Norbert Irsch.

Es sei aber nicht mit einer scharfen Korrektur zu rechnen, sondern vielmehr mit einem allmählichen Abflachen des Wachstums, erklärte der Experte. „Auf das Gesamtjahr gesehen rechnen wir mit einer für deutsche Verhältnisse weit überdurchschnittlichen Wachstumsrate von 3,5 Prozent.“

Von

rtr

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