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09.12.2014

13:21 Uhr

Milliarden Dollar für den Rubel

Russische Zentralbank stützt die Landeswährung

Wladimir Putin forderte die Zentralbank angesichts der verfallenden Rubel-Kurses zum einschreiten auf, die Bank handelte: 4,5 Milliarden investierte das Institut um die Landeswährung zu stützen. Der Kurs fiel dennoch.

Die russische Zentralbank investierte Milliarden von Dollar um den Rubel zu stützen. Der Kurs fiel weiter. dpa

Die russische Zentralbank investierte Milliarden von Dollar um den Rubel zu stützen. Der Kurs fiel weiter.

MoskauRusslands Zentralbank hat in der vergangenen Woche insgesamt 4,5 Milliarden Dollar (3,7 Milliarden Euro) zur Stützung des Rubel ausgegeben. Am Montag, 1. Dezember, waren es 700 Millionen Dollar, am Mittwoch 1,9 Milliarden Dollar und am Freitag erneut 1,9 Milliarden Dollar, wie die Zentralbank am Dienstag in Moskau mitteilte.

Präsident Wladimir Putin hatte die Notenbank in seiner Rede zur Lage der Nation am Donnerstag zum Eingreifen aufgefordert. Der Rubelkurs dürfe nicht „ungestraft zum Spekulationsobjekt gemacht werden“, sagte er. Dennoch fiel der Kurs gegenüber Dollar und Euro am Dienstag erneut.

Der Rubel hat seit Jahresbeginn mehr als 60 Prozent seines Werts gegenüber dem Dollar eingebüßt. Am Montag vergangener Woche erreichte die russische Währung ihren tiefsten Stand seit der Finanzkrise 1998 mit Werten von 53,29 Rubel zum Dollar und 66,50 Rubel zum Euro.

Am Dienstag näherte sich der Kurs erneut diesen Tiefstwerten, er notierte am Morgen mit 54,25 Rubel zum Dollar und 66,98 Rubel zum Euro. Hintergrund der Entwicklung sind die westlichen Sanktionen gegen Russland wegen der Ukraine-Krise und der niedrige Ölpreis, der auf dem tiefsten Stand seit fünf Jahren liegt.

Putins Rede an die Nation

Die Rede an die Nation

Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich in seiner Rede an die Nation zu zentralen außen-, innen- und wirtschaftspolitischen Themen geäußert. Ein Überblick:
Quelle: dpa

Ukraine

Putin weist die Kritik des Westens an seinem Kurs in der Ukraine-Krise scharf zurück. Er wirft der EU vor, Moskau bei den Verhandlungen mit der Ukraine über das Assoziationsabkommen „völlig ignoriert“ zu haben. „Uns wurde gesagt, dass es uns angeblich nichts angeht.“ Russland habe aber legitime Interessen. „Was in der Ostukraine geschieht, bestätigt die Richtigkeit unserer Haltung.“

Krim

Putin sieht die Annexion der Krim im Einklang mit dem Völkerrecht. Es gebe nichts mehr daran zu rütteln, dass die Schwarzmeerhalbinsel zu Russland gehöre. „Für Russland hat die Krim (...) große zivilisatorische und sakrale Bedeutung. So wie der Tempelberg in Jerusalem für jene, die sich zum Islam oder zum Judentum bekennen.“

Sanktionen

Putin macht deutlich, dass sich Russland dem Druck des Westens nicht beugen wird. Die Sanktionen schadeten dem Land zwar, doch seien sie auch treibende Kraft für wirtschaftliche Entwicklung. „Die Sanktionen sind der beste Anreiz für das Erreichen unserer Ziele.“


USA

Putin wirft den USA vor, Osteuropa zu destabilisieren und Staaten aus der Ferne zu manipulieren. „Manchmal weißt du nicht, mit wem du sprechen sollst - mit den Regierungen mancher Staaten oder direkt mit ihren amerikanischen Sponsoren.“


Wirtschaft

Putin kündigt eine Reihe von Schritten zur Stützung der Wirtschaft an. Mittelfristig will er die Inflation auf vier Prozent halbieren, außerdem soll das Investitionsklima verbessert werden. „Bis 2018 müssen wir das jährliche Investitionsniveau auf 25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts anheben.“

Kapitalflucht

Im Kampf gegen die wachsende Kapitalflucht aus Russland verspricht Putin eine Amnestie, wenn Reiche ihr Geld aus Steuer-Oasen ins Land zurückbringen. „Wenn ein Mensch sein Kapital in Russland legalisiert, erhält er harte rechtliche Garantien, dass man ihn nicht durch die Instanzen zerren wird.“

Rubelschwäche

Im Kampf gegen den Kursverfall beim Rubel kündigt Putin entschlossene Maßnahmen gegen Spekulanten an. „Die Behörden wissen, dass sie Instrumente haben, um Einfluss auf Spekulanten zu nehmen. Es ist Zeit, sie einzusetzen.“

Die Zentralbank hatte im November angekündigt, sie werde nicht mehr systematisch zur Stützung des Rubel intervenieren, sondern nur, wenn das Finanzsystem bedroht sei. Damit hat sie die Überraschung auf ihrer Seite und kann gleichzeitig mit ihren Devisen haushalten. Die Reserven betragen noch über 400 Milliarden Dollar. Binnen der vergangenen zwölf Monate sind sie aber bereits um 20 Prozent dezimiert worden.

Von

afp

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