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18.09.2014

07:03 Uhr

Milliardendefizit

Japans Handel weiter in den roten Zahlen

Japans Handelsbilanz weist auch im August ein Defizit auf. Der Fehlbetrag beläuft sich auf rund 6,8 Milliarden Euro. Immerhin: Im Vergleich zum Vorjahr verringerte sich der Fehlbetrag, was auch am milden Sommer liegt.

Japans Handelsbilanz steckt seit mehr als zwei Jahren in den roten Zahlen. Die Exporte sanken erstmals seit zwei Monaten, und zwar um 1,3 Prozent. dpa

Japans Handelsbilanz steckt seit mehr als zwei Jahren in den roten Zahlen. Die Exporte sanken erstmals seit zwei Monaten, und zwar um 1,3 Prozent.

TokioJapan hat im August erneut ein Handelsdefizit verbucht. Der Fehlbetrag belief sich auf 948,5 Milliarden Yen (6,8 Milliarden Euro), wie die Regierung am Donnerstag auf vorläufiger Basis bekanntgab.

Immerhin verringerte sich der Fehlbetrag aber im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,4 Prozent. Dies lag vor allem am geringeren Stromverbrauch durch Klimaanlagen in Folge relativ niedriger Sommertemperaturen, wodurch Japan weniger Öl importieren musste.

Die Exporte sanken erstmals seit zwei Monaten, und zwar um 1,3 Prozent. Ökonomen hatten allerdings mit einem deutlicheren Rückgang gerechnet. Die Importe gingen um 1,5 Prozent zurück.

Die Handelsbilanz der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt steckt damit seit nunmehr 26 Monaten in den roten Zahlen. Auch andere wenig erfreuliche Daten hatten in jüngster Zeit deutlich gemacht, vor welchen Herausforderungen Ministerpräsident Shinzo Abe weiterhin steht.

Er will mit seiner „Abenomics“ genannten Wirtschaftspolitik, bestehend aus einer radikalen Lockerung der Geldpolitik, enormen Konjunkturpaketen und Strukturreformen, Japan zu neuer Blüte verhelfen. Doch trotz des im Zuge dieser Politik abgewerteten Außenwerts des Yen kommt der Exportmotor noch nicht richtig in Gang. Zum Dollar sank der Yen auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren.

Hinzu kommt, dass die wichtigen Ausgaben der privaten Haushalte in den vier Monaten seit April gesunken sind und die Industrieproduktion schwächelt. Die OECD hat gerade ihre Prognose für Japans Wirtschaftswachstum in diesem Jahr auf 0,9 Prozent verringert. Ein Problem ist, dass auch die Aussichten für Japans wichtige Handelspartner wie die USA und die Euro-Zone nicht sehr rosig sind.

Vor diesem Hintergrund sind auch Japans Exportaussichten gering.

Im Handel mit den USA sanken Japans Exporte im August um 4,4 Prozent, während die Einfuhren um 10,7 Prozent zulegten. Insgesamt verringerte sich Japans Handelsüberschuss mit den USA um 22 Prozent auf 385,5 Milliarden Yen.

Mit den Staaten der Europäischen Union verzeichnete Japan ein Handelsdefizit von 34,5 Milliarden Yen, ein Rückgang um 54,8 Prozent. Das Defizit mit China verringerte sich ebenfalls, und zwar um 23,6 Prozent auf 233,9 Milliarden Yen. Während die Importe um 5,3 Prozent sanken, fielen die Exporte nach China um 0,2 Prozent und damit zum ersten Mal seit 17 Monaten, wie die Regierung mitteilte.

Von

dpa

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