Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.12.2014

16:04 Uhr

Mindestlohn, Euro, Konjunktur

Das bringt das Wirtschaftsjahr 2015

Die Märkte zittern vor der Griechenland-Wahl. Der Mindestlohn kommt. Bei den Energiepreisen winkt eine Entlastung. Die Tarifkonflikte bei bei Lokführern warten auf eine Lösung. Was sich 2015 in der Wirtschaft tun wird.

Kräne im Hamburger Hafen: Der Konflikt mit Russland hängt wie ein „Damoklesschwert“ über der europäischen Wirtschaft. dpa

Kräne im Hamburger Hafen: Der Konflikt mit Russland hängt wie ein „Damoklesschwert“ über der europäischen Wirtschaft.

BerlinDie Eurozone wird größer – doch die Probleme nicht kleiner. Gleich zu Jahresbeginn wählen die Griechen. In Umfragen liegt die linksradikale Syrizia-Partei knapp vorne. Sollte sie gewinnen, könnte das zu einem Wiederaufflammen der Euro-Krise führen. Doch dies ist nicht das einzige Risiko für die Wirtschaftsentwicklung im kommenden Jahr.

Freuen können sich dagegen die Arbeitnehmer. Dank der Einführung des flächendeckenden Mindestlohns winkt vielen von ihnen eine kräftige Lohnerhöhung. Neuerungen sind auch noch an anderer Stelle zu erwarten. Fest steht hingegen, dass der Berliner Flughafen 2015 noch nicht fertig wird.

Ein Überblick über die wichtigsten Themen:

MINDESTLOHN: vom 1. Januar an gilt in Deutschland ein allgemeiner, flächendeckender Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde, mit einer Übergangszeit bis 2017. Fest steht: manches wird teurer - Taxifahren zum Beispiel, oder der Gang zum Friseur.

TARIFRUNDEN: Wieviel Geld viele Arbeitnehmer im Portemonnaie haben, werden auch die Tarifverhandlungen 2015 zeigen. Allen voran für die rund 3,7 Millionen Beschäftigten der deutschen Metall- und Elektroindustrie. Die Gewerkschaft IG Metall fordert 5,5 Prozent mehr Geld, die Verhandlungen beginnen Mitte Januar. Bereits 2014 hatte es für Beschäftigte in vielen Branchen ein Plus auf dem Gehaltszettel gegeben.

EURO-RAUM: Am 1.1.2015 bekommt die Euro-Familie Nachwuchs: Litauen führt die Gemeinschaftswährung ein - der baltische Staat wird damit das 19. Euro-Mitgliedsland. In der Euro-Schuldenkrise hat es zuletzt wieder mehr Sorgen über Griechenland gegeben.

KONJUNKTUR: Die Risiken für die Wirtschaftsentwicklung bleiben bestehen. Vor allem der Konflikt mit Russland hänge wie ein „Damoklesschwert“ über der europäischen Wirtschaft, sagt EY-Experte Thomas Harms. DIW-Chef Marcel Fratzscher sieht sogar „enorme Risiken“ für die Konjunktur. Hauptgrund: die Euro-Schuldenkrise. Nachdem Wirtschaftsexperten ihre Wachstumsprognosen eingedampft hatten, verbreiteten sie zuletzt aber wieder mehr Optimismus. Das hängt vor allem mit dem fallenden Ölpreis zusammen. Das entlastet private Haushalte und kurbelt den Konsum an.

ZINSEN: Die Zinsen in der Eurozone dürften weiterhin extrem niedrig bleiben - die Anlageprobleme für Banken und Versicherungen, aber auch für Sparer und die private Altersvorsorge damit nicht kleiner werden. Immerhin: In den USA deutet sich im kommenden Jahr eine Zinswende an. Es wäre die erste Erhöhung seit 2006.

TTIP: Es könnte ein Kürzel des Jahres werden: „TTIP“. Mit dem geplanten Handelsabkommen zwischen Europa und den USA sollen durch gemeinsame Standards und den Wegfall von Zöllen viele neue Jobs entstehen - so die Befürworter. Kritiker dagegen befürchten, europäische Standards könnten fallen und etwa Hormonfleisch nach Europa gelangen. Heftig umstritten ist auch der Investorenschutz: Schiedsgerichte, vor denen Konzerne Schadenersatz von Staaten einklagen könnten. Die Verhandlungen sollen bis Ende 2015 abgeschlossen werden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×