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14.11.2014

08:03 Uhr

Mini-Wachstum

Deutsche Wirtschaft schrammt an Rezession vorbei

Nach dem Rückgang im zweiten Quartal ist die deutsche Wirtschaft nun wieder gewachsen. Allerdings nur ganz schwach. Bei der Ursache für die Konjunkturdelle sind sich die Ökonomen nicht einig.

Warnungen an Deutschland

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Warnungen an Deutschland: Droht Europa ein verlorenes Jahrzehnt?

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WiesbadenDie deutsche Wirtschaft ist im dritten Quartal dank eines Mini-Wachstums einer Rezession entgangen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von Juli bis September um 0,1 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in einer ersten Schätzung mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten dieses Ergebnis vorausgesagt. Im zweiten Quartal war die Wirtschaft um revidiert 0,1 (bisher -0,2) Prozent und damit erstmals seit mehr als einem Jahr geschrumpft. Bei zwei Minus-Quartalen in Folge sprechen Experten von Rezession.

„Positive Impulse kamen nach vorläufigen Berechnungen vor allem von den privaten Haushalten, die ihre Konsumausgaben kräftig erhöhten“, erklärten die Statistiker. „Darüber hinaus stützte der Außenhandel die deutsche Wirtschaft: Die Exporte legten stärker zu als die Importe.“ Dagegen schrumpften die Investitionen - vor allem, weil die Unternehmen „erheblich weniger“ in Anlagen wie Maschinen oder Fahrzeuge steckten. „Die Investitionen in Bauten gingen geringfügig zurück“, so die Statistiker.

„Die Konjunktur läuft nur mit halber Fahrt. Das schwache Wachstum im dritten Quartal zeigt, wie die deutsche Wirtschaft unter den internationalen Krisen leidet, aber auch unter einem Vertrauensverlust in die heimische Politik, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie und Handelskammertages, Martin Wansleben. Es sei nicht sicher, ob die Konjunkturdelle schon komplett ausgestanden sei. „Daher ist es umso wichtiger, dass die Politik entschieden gegen steuert und mit den richtigen Signalen Vertrauen in der Wirtschaft wiederherstellt. Dann löst sich auch die Investitionsbremse.“ Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer sieht die schwächere Nachfrage aus den Schwellenländern als wesentliche Ursache für die schwache Konjunktur.

Für und Wider staatlicher Konjunkturprogramme

Weltweite Krisen...

... und sozialpolitische Weichenstellungen der Bundesregierung haben nach Einschätzung von Ökonomen die deutsche Wirtschaft ausgebremst. Auf der IWF-Jahrestagung ist die weltweit lahmende Konjunktur eines der wichtigsten Themen. Soll der Staat bei uns oder anderswo mehr investieren, um gegenzusteuern?

Pro: Mehr Aufträge

Mehr öffentliches Geld etwa für die Sanierung maroder Straßen, den Ausbau moderner Datennetze oder die Energiewende würden Bauwirtschaft und Handwerk Aufträge verschaffen. Das sichert auch Arbeitsplätze.

Pro: Mehr Konsum

Der Staat könnte Steuern und Abgaben senken, damit Haushalte und Unternehmen mehr konsumieren und investieren.

Pro: Mögliche Initialzündung

Idealerweise wird ein staatlicher Investitionsschub zur Initialzündung für die gesamte Konjunktur und bringt den Wachstumsmotor in Schwung.

Contra: „Konjunkturelle Strohfeuer“

Ein Mehr an staatlichen Investitionen ist keine Gewähr für dauerhaftes Wachstum. Kritiker sprechen von „konjunkturellen Strohfeuern“.

Contra: Staat holt Geld an anderer Stelle

Gibt der Staat an einer Stelle mehr Geld aus, muss er dies an anderer Stelle wieder reinholen. Schließlich will die Bundesregierung schon 2015 möglichst keine neuen Schulden machen.

Contra: Steigende Kreditzinsen

Staatliche Konjunkturprogramme können sogar nach hinten losgehen: Die Aussicht auf einen Anstieg des Staatsdefizits könnte die Kreditzinsen steigen lassen und so private Investitionen vermindern.

Im Vergleich zum dritten Quartal 2013 legte das Bruttoinlandsprodukt um 1,2 Prozent zu. Auch für das Gesamtjahr 2014 dürfte es zu einem Wachstum von rund 1,2 Prozent reichen, sagen die meisten Experten voraus. Für das kommende Jahr gehen die Prognosen aber auseinander: Während die Bundesregierung eine leichte Beschleunigung auf 1,3 Prozent erwartet, gehen die Wirtschaftsweisen von einem Rückgang auf 1,0 Prozent aus.

Von

dpa

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

14.11.2014, 08:50 Uhr

Nun hat man ja kürzlich eine Änderung in den Grundlagen für die statistische Berechnung des BIP durchgeführt.

So werden z.B. fragwürdige "Wirtschaftsleistungen" wie etwa Prostitution und Drogenhandel in die Berechnung des BIP einbezogen, was den Gesamtbetrag des BIP natürlich rein rechnerisch steigen läßt, und zwar auch dann, wenn es bei gleichen Berechnungsgrundlagen gar keine Steigerung gegeben hätte.

Meine Frage ist: Beruht die Steigerung um 0,1% auf diesem statistischen Effekt oder ist der Effekt herausgerechnet worden, so daß es sich um eine echte Steigerung handelt. Wer kann diese Frage beantworten?

Account gelöscht!

14.11.2014, 08:57 Uhr

Der Hauptgrund ist diese Wirtschaftvernichtende Energiewende (Erneuerbare Energie Gesetz)!
Kein Investor investiert in ein Land, dass die Marktwirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf einen EEG-Willkürgesetz einer grünsozialistischen Ideologie aufbaut. Diese Willkür der grünen Energiepolitik (Energiewende/EEG) ist nicht nur für die Strompreise tödlich, sondern auch für das Investitionsvertrauen der Investoren in Deutschland noch zu investieren. Energiewende/EEG = Mangel und dann folgt die Armut!

Frau Pia Paff

14.11.2014, 10:01 Uhr

Bla, bla, bla ... laber, laber, laaaber!
Wer glaubt noch diesen Müll? Übermorgen haben wir dann wieder Hochkonjunktur!
Wo stammt nur der ganze Journalisten Müll her? Warum haben viele Schreiberlinge keinerlei Ausbildung? Wer entsorgt sie? Fragen über Fragen.

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