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16.11.2012

14:38 Uhr

Modell für mehr Wachstum

Sonderwirtschaftszonen sollen Euro-Krisenländer retten

VonDietmar Neuerer

ExklusivGriechenland ist quasi pleite und auch andere Südländer liegen wirtschaftlich am Boden. Händeringend gesucht wird ein Wachstumsbringer. Welche Möglichkeit die internationalen Geldgeber haben, skizziert das DIW.

Auf einer Europafahne liegen Euro Münzen. dpa

Auf einer Europafahne liegen Euro Münzen.

BerlinUm die Talfahrt in Krisenländern wie Spanien, Italien, Portugal und Griechenland zu stoppen, schlägt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) die Einrichtung von Sonderwirtschaftszonen vor. „Zwar hat der Beschluss der Europäischen Zentralbank, am Kapitalmarkt bei Bedarf die Wertpapiere von Defizitländern notfalls aufzukaufen, für eine gewisse Entspannung gesorgt. Allerdings ist die Konsolidierungspolitik noch durch weitere Maßnahmen zu flankieren, um ihren Erfolg zu sichern“, sagte der Leiter der Abteilung Makroökonomie am DIW, Christian Dreger, Handelsblatt Online. „Dazu gehören wachstumsstimulierende Programme in den Südländern, beispielsweise die Einrichtung von Sonderwirtschaftszonen.“ Auch die anstehende Umstrukturierung des EU-Haushalts könne unterstützend wirken, fügte Dreger hinzu. „Dabei ist jedoch eine kritischere Evaluierung wachstumsfördernder Programmen erforderlich.“

Dreger sieht die Politik in der Pflicht, rasch zu handeln, da die Schuldenkrise im Euroraum „noch längst nicht überwunden“ sei. „Insbesondere die Südländer stecken in einer tiefen Rezession, die durch ihre Konsolidierungsanstrengungen kurzfristig verschärft wird“, sagte der DIW-Ökonom.

Die größten Schuldenmacher in der Euro-Zone

Irland

Das höchste Defizit in der Euro-Zone hat Irland. Es beträgt 8,3 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Griechenland

Rund 7,3 Prozent beträgt das Haushaltsdefizit Griechenlands für 2012.

Spanien

Der Krisenstaat auf der Iberischen Halbinsel kommt auf ein Haushaltsdefizit von 6,9 Prozent.

Slowakei

Platz vier unter den größten Schuldensündern belegt mit einem Defizit von 4,8 Prozent die Slowakei.

Portugal

Knapp hinter der Slowakei reiht sich Portugal ein: Hier schlägt 2012 ein Defizit von 4,7 Prozent des Bruttosozialprodukts zu Buche.

Frankreich

Mit Hilfe von Steuererhöhungen und Einsparungen will Frankreich sein Haushaltsdefizit im nächsten Jahr eindämmen. Dieses Jahr beträgt es noch 4,5 Prozent.

Niederlande

Rund 20 Milliarden Euro müssten die Niederlande sparen, um ihr Defizit unter drei Prozent zu drücken. Derzeit liegt es bei 4,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Slowenien

Auch Slowenien ringt mit steigender Verschuldung und schrumpfendem Wirtschaftswachstum. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 4,3 Prozent.

Zypern

„Sparen, kürzen, streichen“: So lautet auch das Motto in Zypern. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 3,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Hintergrund sind Daten des Statistikamts Eurostat, die am Donnerstag veröffentlicht worden waren. Demnach konnte auch ein leichtes Wachstum der beiden Schwergewichte Deutschland und Frankreich nicht verhindern, dass die Wirtschaft der 17 Mitgliedsstaaten im Sommer erneut schrumpfte. Das Bruttoinlandsprodukt sank zwischen Juli und September um 0,1 Prozent zum Vorquartal. Bereits im Frühjahr war die Wirtschaft um 0,2 Prozent geschrumpft. Bei zwei Minus-Quartalen in Folge sprechen Fachleute von einer Rezession. Während Deutschland und Frankreich als größte Volkswirtschaften des Währungsraums noch zulegen konnten, ging die Talfahrt in den Krisenländern weiter.

Die Politik hatte vor kurzem bereits mit dem vom DIW skizzierten Rettungsmodell geliebäugelt - allerdings vornehmlich um Griechenland zu helfen. So plädierte Martin Schulz (SPD), Präsident des Europäischen Parlaments, dafür, das Mittelmeerland mit Investitionsprogrammen und gleichzeitiger EU-Kontrolle vor dem Absturz zu bewahren. Kürzungen allein würden kein Wachstum bringen, sagte Schulz dem "Spiegel", "deshalb bin ich für eine Sonderwirtschaftszone in Griechenland".

Kommentare (47)

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Republikaner

16.11.2012, 15:09 Uhr

Sonderwirtschaftszone? Für welche Wirtschaft? Lese gerade, daß der jounalist, der die 2.000 Steuerhinterzieher veröffentlichte wieder ins Gefängsnis muß. Unter diesen Umständen darf es gar nichts geben. Kein Geld, keine Vergünstigungen, rein gar nichts.

Account gelöscht!

16.11.2012, 15:21 Uhr

MEhr Sonderschulen für beSONDERs Depperte wäre wahrscheinlich besser. Ich frag mich wann sie zur Rettung Bud Spencer anpreisen.

Ein Italiener an der Notenpresse, Goldmänner in den Staatsoberämtern und Honeckers Erben sowie bürgerfeindliche Rote und halbrote Grüne in Politämtern die alles beim Bürger holen was nicht auf 3 verschwunden ist und ihm vorschreiben was er zu sehen und zu hören hat....

Was will man mehr? Es ist die 100% Formel für den totalen Kollaps, mögliche Bürgerkriege, zerstörte Strukturen, soziale Verwarlosung und mehr...

hansblick

16.11.2012, 15:23 Uhr

es geht hier alein um MACHT...und naturlich...das uberleben bzw retten ihren kranken extremistischen traum...das auslöschen von sovereignen staaten in europa..

wenn die wirklich griechenland helfen wollte...uber alles...würden die die helfe der euro raum zu verlassen und ihre eigenen währung zuruck zu kriegen...aber nein...der EU..die diesen krise verursacht haben...sollen der kontrolle uber ganzen staaten kriegen..der EU..die ALLES 'falsch' gemacht haben und voll mit banker ist sollen staaten kontrollieren?..

KRANK...leute...es ist krieg...

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