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08.03.2014

10:34 Uhr

Moody hebt Rating-Ausblick an

Gute Aussichten für die Niederlande und Belgien

Das Gröbste der Euro-Schuldenkrise scheint ausgestanden zu sein. So sieht es jedenfalls die Rating-Agentur Moody's und hebt den Ausblick für Belgien und die Niederlande an.

Die Rating-Agentur Moody's hebt den Ausblick für die Niederlande und Belgien an. Beide Länder profitieren von der Entspannung der Euro-Krise. ap

Die Rating-Agentur Moody's hebt den Ausblick für die Niederlande und Belgien an. Beide Länder profitieren von der Entspannung der Euro-Krise.

LondonFür die Ratingagentur Moody's gibt es weitere Anzeichen auf eine Entspannung der Euro-Schuldenkrise. Die Agentur hob deshalb am späten Freitagabend den Ausblick für die Kreditwürdigkeit der Niederlande und Belgiens an. Einen solchen Schritt war Moody's jüngst schon bei Deutschland und Österreich gegangen. Der Ausblick für die Niederlande und Belgien sei jetzt „stabil“ nach bislang „negativ“, teilte die Agentur mit. Das Rating selbst bleibe für die Niederlande bei „Aaa“ und für Belgien bei „AA3“.

Zur Begründung für die Entscheidung zu den Niederlanden erklärte Moody's, die Risiken, dass der Haushalt des Landes durch weitere Hilfen für Euro-Länder wie Italien oder Spanien belastet werden könne, seien gesunken. Zudem gebe es Hinweise darauf, dass die inländischen Probleme der Niederlande wie ein schwacher Ausblick für das Wirtschaftswachstum und fallende Immobilienpreise ihren Höhepunkt erreicht hätten und sich nun in eine positive Richtung entwickeln würden.

Mit Blick auf Belgien erklärte Moody's, es seien die Risiken gesunken, dass die vorsorglichen Verpflichtungen, die der Staat für den Bankensektor eingegangen sei, am Ende auch tatsächlich wirksam würden und den Haushalt belasteten.

Ratingsystem

Die gängigen Ratings

Die Ratingagenturen verwenden für die Bewertung der Kreditwürdigkeit von Unternehmen, Banken und Staaten Buchstabencodes. Die Skala beginnt bei Standard & Poor's und Fitch mit der Bestnote AAA (englisch: „Triple A“). Es folgen AA, A, BBB, BB, B, CCC, CC, C. Auch Moody's nutzt diese Buchstabencodes, schreibt sie aber anders (Aaa, Aa, A, Baa, Ba, B usw.)

Die Verfeinerung der Stufen

Die Stufen können auch noch feiner unterteilt werden. Moody's verwendet dafür Ziffern, Fitch nutzt Plus- und Minuszeichen. Eine mögliche Änderung des Ratings kündigen die Agenturen in aller Regel über den Ausblick „positiv“, „stabil“ und „negativ“ an.

Unterschiede zwischen Fitch und Moody's

Ab BB+ (Fitch und Standard & Poor's) oder Ba (Moody's) beginnt der spekulative Bereich, der auch „Ramsch“ (englisch: Junk) genannt wird. Diese Marke gilt für Investoren als deutliches Warnsignal, dass sie Gefahr laufen, ihr Geld zu verlieren. Am Ende der Skala steht mit D der Ausfall, also die Pleite eines Schuldners.

„Ramsch-Niveau“

Wenn ein Land oder ein Unternehmen in den spekulativen Bereich abrutscht, wird es für den Schuldner oft teurer, sich neues Geld am Kapitalmarkt zu besorgen. Investmentfonds sind nämlich häufig verpflichtet, nur Papiere von Schuldnern oberhalb des Ramsch-Niveaus („Investmentgrade“) im Depot zu halten, und müssen dann solche Titel verkaufen, was die Kurse unter Druck setzt. Auch generell können Abwertungen negative Folgen für die Refinanzierung haben - dies ist aber kein Automatismus.

Schon vor einer Woche hatte Moody's mitgeteilt, Deutschland und Österreich würden inzwischen weniger Gefahr laufen, wegen der Schuldenkrise zur Kasse gebeten zu werden. Daher wurde der Ausblick beider Staaten wie auch den von Luxemburg auf stabil von negativ angehoben. Alle drei Länder behalten unverändert ihre Spitzenbonitätsnote „Aaa“.

Ein stabiler Ausblick ist im Gegensatz zu einem negativen ein Indikator dafür, dass in der kommenden Zeit eher keine Herabstufung der Kreditwürdigkeit droht. Eine schlechtere Kreditwürdigkeit bedeutet für die Länder potenziell höhere Zinskosten bei der Aufnahme neuer Kredite.

Von

rtr

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