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21.02.2014

13:10 Uhr

Moody's-Prognose

Höhere Scheidungsrate verspricht Wachstum

Der Bund für das Leben verspricht das ewige Glück – doch hält dieses Versprechen in den seltensten Fällen ewig. Für die Wirtschaft ist das gut: Eine Scheidung trägt zur Entwicklung neuer Haushalte bei.

Kein Bund für die Ewigkeit: Scheidungen tragen zur Entwicklung neuer Haushalte bei, was die Nachfrage nach Wohnraum, Geräten und Mobiliar steigert. dpa

Kein Bund für die Ewigkeit: Scheidungen tragen zur Entwicklung neuer Haushalte bei, was die Nachfrage nach Wohnraum, Geräten und Mobiliar steigert.

Die Scheidungsrate in den USA befindet sich seit einigen Jahren im Aufwärtstrend - und spiegelt damit die voranschreitende Erholung in der größten Volkswirtschaft der Welt wider. Außerdem liefert das Ehe-Aus positive Impulse für die weitere Wirtschaftsentwicklung.

Denn was auch immer die sozialen und emotionalen Folgen von ehelichen Trennungen sein mögen, die breiten wirtschaftlichen Auswirkungen sind klar: Scheidungen tragen zur Entwicklung neuer Haushalte bei, was die Nachfrage nach Wohnraum, Geräten und Mobiliar steigert - und somit die Konjunktur antreibt. Außerdem bringen sie mehr Frauen in die Erwerbstätigkeit.

Günstig versichert in der Ehe

Gemeinsam bei der Versicherung sparen

Mal ganz abgesehen von romantischen Motiven, eine Hochzeit oder auch schon das Zusammenziehen, kann sich lohnen. Finanzielle Erleichterungen gibt es nicht nur bei der Steuer, sondern auch beim Versicherungsschutz.

Gesetzliche Krankenversicherung

Wer kein oder nur ein geringes Einkommen hat, kann über seinen Ehepartner oder den eingetragenen Lebenspartner in der gesetzlichen Krankenkasse beitragsfrei mitversichert werden. Dafür müssen aber einige Voraussetzungen erfüllt sein: Der Wohnsitz oder der gewöhnliche Aufenthaltsort des Mitversicherten muss in Deutschland liegen, er darf nicht freiwillig versichert sein oder Versicherungsfreiheit genießen. Der Mitversicherte darf nicht hauptberuflich selbstständig sein und sein Gesamteinkommen darf monatlich nicht über 375 beziehungsweise bei geringfügiger Beschäftigung nicht über 400 Euro liegen, so der Bund der Versicherten.

Privathaftpflichtversicherung

Paare, die einen gemeinsamen Haushalt führen, können eine gemeinsame Haftpflichtversicherung nutzen. Ein Abkommen zwischen den Versicherungsunternehmen regelt, dass der zuerst geschlossene Haftpflichtvertrag bestehen bleibt und der später abgeschlossene aufgehoben werden kann, so die Angaben der Zurich Versicherung. Hierfür muss das Paar die Versicherer schriftlich über die neue Lebenssituation informieren. Der Partner, dessen Vertrag erlischt, wird dann über den Vertrag des anderen mitversichert. Wurde der Vertrag nach einem „Singletarif“ abgeschlossen, wird die Police umgestellt und die Prämie neu berechnet.

Hausratversicherung

Auch bei der Hausratversicherung können Paare durch Zusammenziehen sparen: Der jüngere Vertrag kann auch hier einfach aufgehoben und nur eine gemeinsame Hausratversicherung weitergeführt werden. Allerdings sollte der Wert des Hausrates aktualisiert werden. Bei einer gemeinsamen neuen Wohnung muss der Versicherer spätestens beim Umzugsbeginn über die neue Anschrift und die Quadratmeteranzahl informiert werden. Vorteil: Während des Umzuges sind sowohl die bisherige als auch die neue Wohnung versichert.

Rechtsschutzversicherung

Haben beide Partner eine eigene Rechtsschutzversicherung, ist das Paar quasi „überversichert“. In diesem Fall sollte geprüft werden, welcher Vertrag länger besteht beziehungsweise den größeren Leistungsumfang hat. Der zuletzt abgeschlossene Vertrag oder der mit weniger Schutz, sollte aufgehoben werden, damit eine weitere Prämie entfällt.

Kfz-Versicherung

Haben die Ehepartner unterschiedliche Schadenfreiheitsklassen, können sie auch bei der Kfz-Versicherung sparen: Sie können einfach beide Pkws über den Partner mit der günstigeren Schadenfreiheitsklasse versichern.

„Wenn sich die Wirtschaft normalisiert, geschieht das auch bei der Familiendynamik“, sagt Mark Zandi, Chefökonom von Moody's Analytics in West Chester, Pennsylvania. „Geburten- und Scheidungsraten legen zu. Wir dürften sie in den nächsten paar Jahren sogar stark anziehen sehen, weil die Haushalte, die diese lebensverändernden Ereignisse aufgeschoben haben, sich zum Handeln entscheiden.“

Die sich bessernde Wirtschaftslage ermöglicht vielen Paaren nun eine lang ersehnte Scheidung. So waren auch Amy Derose und ihren Ehemann Lawrence aufgrund finanziell schwieriger Zeiten in einer unglücklichen Ehe gefangen - um ihrer Ingenieursfirma willens in Pompano Beach im US-Bundesstaat Florida.

„Das Geschäft hing am seidenen Faden. Wir mussten durchhalten“, sagt Derose, die seit 35 Jahren verheiratet ist und als Geschäftsführerin arbeitet. „Wir konnten uns die Trennung nicht leisten. Er brauchte mich fürs Geschäft und ich brauchte ihn.“

Kommentare (4)

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21.02.2014, 14:06 Uhr

Wachstum über alles! Wenn wir unseren Nachbarn regelmäßig die Wohnung anzünden bringt das auch Wachstum. Zusätzlich könnten wir auch einmal im Jahr das Auto zu Schrott fahren. Noch mehr Wachstum! Weiter so!

Nettie

21.02.2014, 15:33 Uhr

Wachstum von was?

Account gelöscht!

21.02.2014, 15:55 Uhr

Das ist einfach nur dämlich! Am Ende bedeutet das Ganze nur mehr private Überschuldungen. Oder bekommt man nach der Scheidung Geld vom Staat? Die einzigen, die davon profitieren sind die Scheidungsanwälte. Wenn mehr Frauen einen Job ausüben, dann steigt wieder die Arbeitslosenquote.
Was hat das ganze mit dem Wirtschaftswachstum zu tun.Das Geld wird nach der Scheidung nur für andere Dinge ausgegeben.
Die spinnen die Amis

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