Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.01.2011

17:32 Uhr

Nach der Finanzkrise

Nun rückt die Inflation in den Fokus

VonDaniel Goffart, Torsten Riecke

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos hat die Elite aus Politik und Wirtschaft die Finanzkrise abgehakt. Mit dem Aufschwung rückt nun die Angst vor Inflation in den Fokus. Steigende Preise könnten das Wirtschaftswachstum gefährden.

Der britische Premierminister Cameron und Kanzlerin Merkel suchen nach einer Strategie gegen die Inflation. dpa

Der britische Premierminister Cameron und Kanzlerin Merkel suchen nach einer Strategie gegen die Inflation.

DAVOS. Die Wende zum Wachstum geschafft. Mit dieser zuversichtlichen Einschätzung ist am Wochenende das Weltwirtschaftsforum in Davos zu Ende gegangen. Die globale Zunahme der Wirtschaftsleistung wird in diesem Jahr auf 4,4 Prozent geschätzt. Allerdings verläuft der Aufschwung in zwei Geschwindigkeiten: Schwellenländern boomen mit einem prognostizierten Zuwachs von durchschnittlich 6,5 Prozent, die Industrienationen kommen mit 2,5 Prozent deutlich langsamer aus dem Tal der Rezession.

In den Optimismus der 2 500 Spitzenmanager, die fünf Tage lang in den Schweizer Bergen über die neue Wirklichkeit nach der Finanzkrise diskutiert haben, mischen sich jedoch auch Sorgen: Die Inflation klettert weltweit, Spekulation mit Rohstoffen treibt die Preise zusätzlich. „Das ist eine der größten Gefahren für die Weltwirtschaft“, sagt Stephen King, Chefökonom der britischen Bank HSBC.

Vor allem für die großen Schwellenländer wie Indien, Brasilien und China liegen die Probleme in den steigenden Rohstoffpreisen. Da sich das unmittelbar auf die Kosten für Lebensmittel auswirkt, drohen nach Einschätzung vieler Experten Unruhen und Aufstände in ärmeren Ländern.

Indien beispielsweise konnte sich im letzten Jahr zwar über ein Wachstum von 8,5 Prozent freuen – die Inflation lag dort zuletzt aber ebenfalls bei 8,5 Prozent.

Auch in China gelten Geldentwertung und eine drohende Blase an den Immobilienmärkten als größte Risiken. Aber auch die Gehälter steigen. „Wir sehen in China vor allem bei den Löhnen einen starken Auftrieb“, klagt der Chef eines großen internationalen Personalvermittlers.

Für die französische Finanzministerin Christine Lagarde hat auch „Europa wieder Fahrt aufgenommen“. Einen Seitenhieb auf die anglo-amerikanischen Europa-Kritiker konnte sie sich nicht verkneifen. Während die durchschnittliche Defizitquote in der Eurozone bei 6,4 Prozent liege, müssen Großbritannien und die USA mit einer Rekordneuverschuldung von deutlich mehr als zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts fertig werden. „Das Europa-Bashing sollte damit vorbei sein“, sagte Lagarde.

Allerdings warnte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble vor Euphorie. „Die hohe Verschuldung in vielen Staaten ist nach wie vor die größte Gefahr für den Ausbruch einer neuen Krise“, meinte Schäuble. Der Ausstieg aus kreditfinanzierten Konjunkturprogrammen und die Umstellung auf einen Konsolidierungskurs sind für ihn ohne Alternative. Ähnlich wie seine französische Amtskollegin Lagarde nahm sich der Deutsche die Europa-Kritiker vor allem in den USA vor. Die Befürchtung, der Verzicht auf weitere Stimulusprogramme und die Sparhaushalte könnten den Aufschwung abwürgen, habe sich nicht bewahrheitet, sagte Schäuble.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Wirtschaftswachstum?

01.02.2011, 02:06 Uhr

Für wen gab es Wirtschaftswachstum? Doch wohl nur für die Machtelite, welche uns die EU und den Euro aufgezwungen haben!

http://www.querschuesse.de/xs-statt-xxl-einzelhandelsumsatze/

salty Finger

01.02.2011, 07:17 Uhr

die Finanzkrise ist abgehakt?
Wir haben fuer einen Moment Ruhephase bevor der neue Sturm loslegt und uns dichter an den finanziellen und wirtschaftlichen Abgrund schiebt.
Die USA rechnen dieses Jahr mit 1,48 billionen Dollar Neuverschuldung.
Der gesamte Sueden Europas ist eine Pleitekolonie die nur mit massiven Unterstuetzungen des deutschen Steuerzahlers ueberleben kann. Und Deutschland selber wird mit Hilfe seiner Politiker in den Sog des Mismanagements mit den Abgrund gezogen.
.
Aber die deutschen Politiker und Medien behaupten, ab heute gibt es nur noch finanziellen und wirtschaftlichen Sonnenschein.
Diese borniertheit der Systemeliten ist betrug am buerger.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×