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18.06.2014

08:55 Uhr

Nach einem Jahr

Japanische Exporte sinken wieder

Japan ist keine Exportnation mehr: Während die Japaner nur vorsichtig investieren, sollten Ausfuhren den ökonomischen Aufwind garantieren. Sinkende Nachfragen in Asien und den USA geben wenig Grund zur Hoffnung.

Produktion von Masken nahe Tokio: Japans Exporte schwächeln. ap

Produktion von Masken nahe Tokio: Japans Exporte schwächeln.

TokioDie japanischen Exporte sind im Mai wegen der sinkenden Nachfrage aus Asien und den USA erstmals seit gut einem Jahr wieder gefallen. Sie schrumpften überraschend um 2,7 Prozent zum Vorjahresmonat, teilte das Finanzministerium am Mittwoch in Tokio mit. Ökonomen hatten lediglich mit einem etwa halb so kräftigen Rückgang gerechnet, nachdem es im April noch ein Wachstum von 5,1 Prozent gegeben hatte. Auch die Importe fielen: Sie gaben um 3,6 Prozent nach, während Experten ein Plus von 1,7 Prozent vorausgesagt hatten.
Wenn die Exporte nicht in Schwung kommen und die Binnennachfrage stagniert, dann dürften die Rufe nach einem Eingreifen der Notenbank lauter werden“, sagte der Chefvolkswirt des Forschungsinstituts Norinchukin, Takeshi Minami. Diese geht bislang davon aus, dass die Ausfuhren die Konjunktur stabilisieren und für den privaten Konsum in die Bresche springen.

Eckpunkte der neuen japanischen Geldpolitik

Festes Inflationsziel

Die Bank von Japan legt sich fest: Innerhalb von zwei Jahren wird sie eine Inflationsrate von zwei Prozent erreichen.

Verdoppelung der Geldbasis

Die Geldbasis soll von jetzt 138 Billionen Yen auf 270 Billionen Yen im Jahr 2014 steigen. Umgerechnet geht es um eine Steigerung von 1,05 Billionen Euro auf 2,05 Billionen Euro.

Kauf von Staatsanleihen

Die Bank von Japan will 77 Prozent des frischen Zentralbankgelds in Staatsanleihen mit langer Laufzeit investieren. Die durchschnittliche Laufzeit ihrer Staatsanleihen soll von drei auf sieben Jahre steigen.

Dauer der Maßnahmen

Die Zentralbank legt sich darauf fest, so lange an der expansiven Geldpolitik festzuhalten, bis sie ihr Inflationsziel erreicht hat.

Aussetzung des Banknoten-Prinzips

Die Bank von Japan setzt zeitweilig das Banknoten-Prinzip außer Kraft, wonach sie nicht den Wert der im Umlauf befindlichen Banknoten überschreiten darf.

Die japanischen Verbraucher halten sich derzeit wegen der von fünf auf acht Prozent angehobenen Mehrwertsteuer mit größeren Ausgaben zurück. Die Bank of Japan hat durch ihre extrem lockere Geldpolitik den Kurs der heimischen Währung Yen geschwächt. Der gab im vergangenen Jahr um mehr als 20 Prozent nach, was japanische Exporte verbilligt.

Von

rtr

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