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05.07.2012

19:49 Uhr

Nach EZB-Zinssenkung

Billiges Geld schürt Inflationsängste

VonDietmar Neuerer

Weltweit reagieren Notenbanken auf den Krisen-Virus mit einer weiteren Lockerung ihrer Geldpolitik. Doch die Märkte reagieren enttäuscht. Ökonomen und Politiker fürchten gar eine weitere Krisenverschärfung.

Vorzeichen für eine Verschärfung der Krise? Die EZB senkt den Leitzins - und der Euro verliert an Wert. Reuters

Vorzeichen für eine Verschärfung der Krise? Die EZB senkt den Leitzins - und der Euro verliert an Wert.

BerlinDie Hoffnung war groß, dass die Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) wenigstens ein bisschen Entspannung bringen würde. Doch bei Marktteilnehmern fällt die weitere Lockerung der Geldpolitik durch. Selbst die fast zeitgleich beschlossenen Maßnahmen anderer Notenbanken verpufften. Die Bank of England setzt im Kampf gegen die Rezession und aus Angst vor einer Ansteckung durch die Schuldenkrise in Kontinentaleuropa abermals auf die Notenpresse und stockt ihr Anleihenkaufprogramm auf. Und China senkte am Donnerstag ebenfalls die Zinsen. Entsprechend ernüchternd fallen die Reaktionen bei Ökonomen und Politikern aus.

Der Konjunkturchef des Münchner Ifo-Instituts, Kai Carstensen, erklärte die negativen Anlegerreaktionen und das deutliche Absacken des Euro unter die Marke von 1,25 Dollar damit, dass die Senkung des EZB-Leitzinses unter die Marke von einem Prozent wohl keine messbaren Auswirkungen auf die Realwirtschaft in den Krisenländern haben werde. „Die Interbankzinsen sind ohnehin extrem niedrig und die sicheren Langfristzinsen ebenso“, sagte Carstensen.

Entscheidend für Südeuropa seien vielmehr die Risikoprämien, und die ließen sich durch Zinsentscheide aber kaum beeinflussen. Aus Carstensens Sicht ist die Zinssenkung daher am ehesten als zusätzlicher Schritt bei der Subventionierung von schwächelnden Banken zu verstehen.

Nach Einschätzung des Chefvolkswirts der Commerzbank, Jörg Krämer, wird die EZB wohl bald wieder den Markt mit billigem Geld fluten. „Wir glauben, dass die EZB die Anforderungen weiter lockern wird, wenn die Staatsschuldenkrise in den kommenden Monaten wieder eskaliert. Möglicherweise wird sie weitere Dreijahrestender ausschreiben“, sagte Krämer Handelsblatt Online.

Zugleich äußerte der Ökonom Kritik an der heutigen Leitzinssenkung. „Die heutige Zinssenkung kann durchaus schaden, weil sie die ohnehin vorhandenen Inflationsängste vieler Deutschen schürt“, sagte Krämer. „Viele investieren ihr Geld aus Furcht vor Inflation in Immobilien, in den großen Städten legen die Immobilienpreise zum ersten Mal seit langem stark zu.“

Kommentare (22)

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05.07.2012, 17:20 Uhr

Jetzt habt Euch nicht so...es ist doch alles in Butter! *lach* Angela MErkel wirds schon richten...sie ist laut Umfrage beliebt wie 2009 *lol* und wir haben doch Rekordumsätze im Handel usw usw...und gar nicht so viele Arbeitslose wie man immer glaubt :D

Alles wird gut, ach heyyyyy....der Nikolaus kommt auch demnächst mit Pipi Langstrumpf im Sommer und packt mit an. Also was solls, alles wunderbar... YES WE CAN!!! :D

Ach ja und Deutschland hat eine Demokratie *lautlach* nicht vergessen, sonst muss RTL euch das 10 mal am Abend reindrücken bis jeder es kapiert hat.

Harald

05.07.2012, 17:28 Uhr

Wie überraschend! Ich denke mittlerweile, das ihr ganzen Banker und Politiker besser in der Muppetshow aufgehoben wärt! Jeder halbwegs interessierte Bürger wußte das GNEAU DAS was derzeit passiert auch passieren würde, nur die die uns führen wissen es angeblich nicht und sind nun TOTAL ÜBERRASCHT und das konnte ja Niemand wissen und ahnen! VERRÄTER!

Account gelöscht!

05.07.2012, 17:29 Uhr

Das heute nennt man wohl einen Rohrkrepierer.
Können darauf warten, daß bald Euroscheine in Klopapierrollenform kommen zum schnellen Abreißen an der Supermarktkasse!!!!
Fazit für mich seit rund 10 Jahren: Euros, die am Monatsende noch "übrig sind" werden in Gold umgesetzt.

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