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18.04.2017

15:25 Uhr

Nach Referendum

Deutsche Wirtschaft hofft auf Türkei-Stabilisierung

Nach dem Referendums-Sieg in der Türkei sorgt sich die Deutsche Wirtschaft um die Handelsbeziehungen. Das Land zählt zu Deutschlands 20 größten Handelspartnern. Besonders eine Unternehmensgruppe ist zurückhaltend.

Der Präsident des Außenhandelsverbandes hofft, dass die Türkei jetzt alles daran setze, Fragen zur Rechtssicherheit und zum Wahlvorgang in dem Land zu klären. dpa

Anton Börner

Der Präsident des Außenhandelsverbandes hofft, dass die Türkei jetzt alles daran setze, Fragen zur Rechtssicherheit und zum Wahlvorgang in dem Land zu klären.

BerlinDie deutsche Wirtschaft hat mit Sorge auf den knappen Erfolg von Präsident Recep Tayyip Erdogan beim Referendum zur Einführung eines Präsidialsystems in der Türkei reagiert. „Mit dem Ergebnis des Referendums entfernt sich die Türkei weiter von der EU – ihrem wichtigsten Absatzmarkt“, klagte der Präsident des Außenhandelsverbandes Anton Börner am Dienstag. Sein Kollege vom Industrieverband BDI, Dieter Kempf, sagte: „Das Ergebnis besorgt mich.“ Die Türkei entferne sich damit weiter von den europäischen Grundwerten. „Für die deutsche Wirtschaft ist wichtig, dass sich die Lage in der Türkei stabilisiert und dass verlässliche Rahmenbedingungen für Unternehmen gewährleistet werden“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben.

Die Türken haben am Sonntag mit knapper Mehrheit von 51,4 Prozent der Einführung eines Präsidialsystems zugestimmt. In den Metropolen und Industriezentren des Landes stimmte aber eine Mehrheit gegen die Verfassungsreform. Die Türkei zählt mit einem Handelsvolumen von gut 37 Milliarden Euro im Jahre 2016 zu den 20 größten Handelspartnern Deutschlands. In dem Land arbeiten mehr als 6800 deutsche Firmen mit Niederlassungen oder Tochterunternehmen. Für die Türkei ist Deutschland der wichtigste Handelspartner.

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Börner äußerte die Hoffnung, dass die türkische Regierung nun alles daran setze, einer weiteren Spaltung des Landes entgegenzuwirken. Sie sollten zu einer „sachorientierten Diskussion“ mit der EU zurückzukehren. Nötig sei in Verbindung damit aber die Klärung der offenen Fragen zum Wahlvorgang sowie die Sicherstellung von Rechtssicherheit im Land. Hierbei gehe es nämlich um Grundvoraussetzungen für die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und dem Land. BDI-Präsident Kempf sagte, die Türkei brauche starke Wirtschaftspartner in Europa. Daher müsse Erdogan alles tun, um die Vertrauensbasis mit den europäischen Partnern nicht weiter zu belasten.

DIHK-Hauptgeschäftsführer Wansleben unterstrich die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen für die Unternehmen. „In den vergangenen Monaten waren gerade Mittelständler sehr zurückhaltend. Viel wird vom zukünftigen wirtschaftspolitischen Kurs abhängen, den die türkische Regierung in den kommenden Monaten einschlägt“, sagte er.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Marc Hofmann

18.04.2017, 15:51 Uhr

Da drücken wir doch gerne der grenzenlosen Deutschen Exportwirtschaft die Daumen, dass Merkel und Junker (EU-Deutschland) die Innenpolitik der Türkei wieder auf die richtige Spur bringt...schließlich müss der Rubel weiter rollen und die Geschäfte/Konsum muss über allen stehen.

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