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22.03.2012

16:36 Uhr

Neuaufträge schrumpfen

Deutsche Industrie verliert an Schwung

Die deutsche Industrie kommt aus dem Tritt. Die Neuaufträge schrumpfen, und zum ersten Mal seit zwei Jahren werden Stellen abgebaut. Die Märkte reagierten auf die Hiobsbotschaft sofort.

Röhrenproduktion bei Mannesmann in Düsseldorf: Die Industrie kämpft mit sinkenden Auftragseingängen. dpa

Röhrenproduktion bei Mannesmann in Düsseldorf: Die Industrie kämpft mit sinkenden Auftragseingängen.

BerlinDie deutsche Industrie ist erstmals in diesem Jahr von der Wachstumsspur abgekommen und baut bereits Stellen ab. Das entsprechende Konjunkturbarometer für März sackte überraschend um 2,1 auf 48,1 Zähler ab und signalisiert damit schrumpfende Geschäfte, wie das Londoner Markit-Institut am Donnerstag mitteilte. Die deutsche Privatwirtschaft hält sich dank der robusten Dienstleister weiter in der Wachstumszone, während sich die Talfahrt in der Euro-Zone beschleunigte. Die Furcht vor einer Rezession in der Währungsunion trieb den Euro ins Minus. Auch der Dax gab nach.

Die Industrieproduktion in Deutschland wächst zwar noch leicht, doch lässt die Zahl der Neuaufträge merklich nach. Und erstmals seit zwei Jahren bauten die Firmen per Saldo sogar Stellen ab. Einer Prognose der Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit (BA) zufolge bleibt der Jobmarkt robust, verliert beim Stellenaufbau aber an Schubkraft. „Auch die Eigenantriebskraft des Arbeitsmarkts wird die Kraft der letzten Jahre nicht ganz erreichen“, sagt Enzo Weber vom BA-eigenen Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die Nürnberger Forscher gehen von durchschnittlich 2,84 Millionen Arbeitslosen aus - das wären rund 130.000 weniger als im Vorjahr. Damit ist der Jobaufbau nur noch halb so stark wie 2011.

Zahlen zum deutschen Außenhandel

Exporte insgesamt

1,06 Billionen Euro (+11,4 Prozent)

Exporte in EU-Länder

627 Milliarden Euro (+9,9 Prozent)

Exporte in Drittländer

433 Milliarden Euro (+13,6 Prozent)

Importe insgesamt

902,0 Milliarden Euro (+13,2 Prozent)

Importe aus EU-Ländern

572,6 Milliarden Euro (+13,8 Prozent)

Importe aus Drittländern

329,4 Milliarden Euro (+12,0 Prozent)

Außenhandelsbilanz

Überschuss von 158,1 Milliarden Euro (Vorjahr: 154,9 Mrd Euro)

Im Gegensatz zur Industrie, die derzeit nichts mehr zum deutschen Jobwunder beiträgt, ist der Stellenaufbau im Servicesektor weiter intakt. Bei den Dienstleistern liefen die Geschäfte im März zwar ebenfalls nicht mehr so rund wie im Februar. Sie blieben aber laut der Markit-Umfrage unter Einkaufsmanagern in der Wachstumsspur. Das Neugeschäft lag einen vollen Punkt über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

Kommentare (3)

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Analyst

22.03.2012, 17:05 Uhr

Hört mit diesen Pseudo Prognosen auf! Das sorgt nur für unnötige Unruhe und führt dann wirklich durch Verunsicherung der Käufer in eine Rezession! Es werden wieder keine Autos gekauft, Deutschland fängt dann wieder an zu ächzen. Man muss von Medienseite nicht jede Panikmache mitmachen, sondern vielmehr auch in beide Richtungen Chancen aufzeigen. Statt die Leute zu verunsichern, hätte Ihr Header auch lauten können: "Jammern auf hohem Niveau". Denken Sie mal bitte drüber nach! Mfg.

reiserolli

22.03.2012, 17:25 Uhr

das kann überhaupt nicht angehen, denn alle Regierungsmitglieder insbesondere v.d.Leyen, Merkel und Rössler sagen der von ihnen gemachte Wirtschaftsaufschwung und der Privatkonsum vieler zufriedener Bürger hält an und bleibt bestehen. Glauben wir den Bananenrepublikanern?

HKJACK

22.03.2012, 17:37 Uhr

@Analyst - bravo - absolut meiner Meinung. Es geht uns sehr gut. Lasst uns mit dieser negativen Presse wirklich einmal in Ruhe.

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