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15.10.2014

15:16 Uhr

Neue Statistik

Italien rechnet sich aus der Rezession

Italien ist der Rezession entkommen - allerdings nur auf dem Papier. Neue Regeln, nach denen auch Waffenhandel, Prostitution und Schmuggel in die Berechnungen einfließen, lassen die Statistik besser aussehen.

Regierungschef Matteo Renzi will Italien mit Reformen aus dem Konjunkturtal herausführen – bislang mit mäßigem Erfolg. AFP

Regierungschef Matteo Renzi will Italien mit Reformen aus dem Konjunkturtal herausführen – bislang mit mäßigem Erfolg.

RomTrotz Wirtschaftsflaute steckt Italien offiziell nicht mehr in der Rezession. Das nationale Statistikamt Istat stellte seine Berechnungen zur Wirtschaftsleistung um und veröffentlichte die neuen Zahlen am Mittwoch. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal ging demnach nicht wie bislang berechnet um 0,1 Prozent zurück, sondern stagnierte. Zwar schrumpfte die Wirtschaft der neuen Berechnung zufolge im zweiten Quartal um 0,2 Prozent. Eine Rezession ist aber definiert durch zwei aufeinander folgende Quartale im Minus.

Unverändert bleibt allerdings, dass die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone vorerst nicht aus dem Konjunkturtal herausfindet. Die Industriestaaten-Gruppe OECD geht davon aus, dass Italiens Wirtschaft 2014 um 0,4 Prozent schrumpft. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet minus 0,2 Prozent.

Durch eine Neuberechnung der Wirtschaftsleistung sollen Konjunkturdaten weltweit besser vergleichbar sein. Das Statistische Bundesamt hat für Deutschland diesen Schritt bereits vollzogen. Nach der neuen Berechnung fällt das BIP größer aus, denn das Geld, das Unternehmen in Forschung und Entwicklung stecken, wird als Investition verbucht. Bislang wurden diese Ausgaben vor allem als Vorleistungen angesehen und fielen deshalb bei der Berechnung weitgehend heraus. Auch illegale Geschäfte wie Waffenhandel, Prostitution und Schmuggel in die Berechnungen fließen neuerdings ein.

Die größten Baustellen für Italiens neue Regierung

Wahlrecht

Nachdem das alte Wahlrecht für verfassungswidrig erklärt wurde, braucht Italien dringend ein Neues. Lettas möglicher Nachfolger Matteo Renzi hat bereits einen Vorschlag ausgearbeitet, der bei künftigen Wahlen ein Patt im Parlament verhindern soll.

Arbeitslosigkeit

Die Zahlen kletterten in Italien während der Krise auf Rekordniveau, vor allem junge Menschen sind betroffen. Mehr als 40 Prozent der Italiener unter 25 Jahren haben keinen Job.



Steuersystem

Dieses Thema steht mit ganz oben auf der Agenda. Schon die Regierung Letta hatte Unternehmen und Arbeitnehmern Steuersenkungen in Milliardenhöhe in Aussicht gestellt.

Wirtschaftswachstum

Die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone steckte zuletzt in der schwersten Rezession der Nachkriegszeit, erst in diesem Jahr hat die Wirtschaft langsam wieder zu wachsen begonnen.



Bürokratieabbau

Die öffentliche Verwaltung muss vereinfacht und reformiert werden - auch dies ist ein erklärtes Ziel Renzis. Zudem will er einen besseren Überblick über die Staatsausgaben bekommen und gezielte Kürzungen durchsetzen.

Arbeitsmarkt

Auch in diesem Bereich hat das Land eine Reform bitter nötig. Letta hatte erste Pläne für eine Liberalisierung entwickelt, die konkrete Umsetzung kommt auf die neue Regierung zu.


Staatsstrukturen

Sowohl das Parlamentssystem mit zwei gleichberechtigten Kammern als auch die Struktur des Landes mit den 20 Regionen stehen immer wieder in der Kritik.


Für Italien bedeutet dies, dass der Schuldenberg des Landes im Verhältnis zum BIP 2013 kleiner geworden ist. Die Defizitquote des Landes stieg im ersten Halbjahr 2014 auf 3,8 Prozent und damit über der in der EU erlaubten Grenze von drei Prozent, wie die Statistiker nun mitteilten. Die Einnahmen sanken stärker als die Ausgaben. Vor Jahresfrist hatte das Verhältnis neuer Schulden zur Wirtschaftskraft bei 3,5 Prozent gelegen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Frau Helga Trauen

15.10.2014, 14:22 Uhr

Klasse italienische Lösung...

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