Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.01.2010

15:07 Uhr

Neue Studien

Schere zwischen Arm und Reich dramatisch gespreizt

Die Vermögensverteilung in Deutschland gerät laut zweier aktueller Studien immer stärker ins Ungleichgewicht. Mehr als ein Viertel der Menschen besitzt gar kein Vemögen, nur die Einbeziehung der Rentenansprüche schönt das Bild. Am höchsten ist das Armutsrisiko in Berlin.

Kind mit Sparbuch: Ein Viertel der Deutschen hat keinerlei Vermögen. dpa

Kind mit Sparbuch: Ein Viertel der Deutschen hat keinerlei Vermögen.

HB GÜTERSLOH/BERLIN. Das Armutsrisiko ist in Deutschland nirgendwo größer als in der Bundeshauptstadt Berlin. Das geht aus einem am Montag von der Bertelsmann-Stiftung veröffentlichten Bundesländer-Vergleich hervor. Danach ist jeder fünfte Einwohner der Bundeshauptstadt auf staatliche Unterstützung angewiesen. Zum Vergleich: In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ist es nur jeder Zwanzigste.

Durchschnittlich besitzt jeder Deutsche nach einer neuen Studie der Hans-Böckler-Stiftung - einschließlich seiner Alterssicherung - rund 150 000 Euro Vermögen. Gut 88 000 Euro entfallen dabei auf Geld- oder Sachvermögen, rund 67 000 Euro auf Renten- oder Pensionsanwartschaften. Insgesamt summierten sich diese Rücklagen zur Alterssicherung im Jahr 2007 auf 4,6 Billionen Euro.

Doch verbergen sich hinter diesen Durchschnittszahlen nach der vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) durchgeführten Untersuchung sehr große soziale Unterschiede. Das reichste Zehntel der Bundesbürger etwa besitzt allein 60 Prozent aller Geld- und Sachwerte wie Immobilien oder Unternehmenskapital.

Die weniger wohlhabenden 70 Prozent der Bevölkerung verfügten 2007 dagegen nur über knapp neun Prozent der Geld- und Sachwerte. Beim Alterssicherungsvermögen führen die Beitragsbemessungsgrenze und die zwangsweise Einbeziehung großer Teile der Bevölkerung dagegen dazu, dass auch die ärmere Hälfte über nennenswerte Anwartschaften verfügt, und zwar im Schnitt jeweils zwischen 40 000 und 50 000 Euro.

Künftig dürften die Vermögensunterschiede durch Rentenreformen und veränderte Erwerbsverläufe noch wachsen, und damit zugleich das Risiko von Altersarmut, befürchtet DIW-Forscher Joachim Frick.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×