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02.09.2012

14:01 Uhr

Neue Wachstumsstaaten

Letzte Hoffnung für die Weltkonjunktur

VonDirk Heilmann, Dorit Marschall

Brasilien, Russland, China und Indien haben als Lokomotive für die Weltwirtschaft ausgedient. Die zukünftigen Wachstumsmärkten liegen ganz woanders. Eine Studie enthüllt die neuen Sterne am Konjunktur-Himmel.

Eine Baustelle in der Hauptstadt von Malaysia, Kuala Lumpur. ap

Eine Baustelle in der Hauptstadt von Malaysia, Kuala Lumpur.

Düsseldorf, FrankfurtDer Heimatmarkt der deutschen Industrie ist die Welt. Unternehmen wie Daimler und Adidas machen schon mehr als ein Viertel ihrer Geschäfte mit Kunden in Asien. Insgesamt setzen börsennotierte deutsche Unternehmen laut einer Studie der Großbank HSBC mehr außerhalb Europas um als in Deutschland.

Die Euro-Krise verstärkt diesen Trend. Die neuen Wachstumstreiber allerdings sind nicht mehr allein die BRIC-Länder Brasilien, Russland, Indien und China. Immer wichtiger für die deutsche Industrie wird die nächste und übernächste Reihe nachdrängender Staaten.

Chile: Ein beliebtes Einfallstor nach Südamerika

Chile

Ein beliebtes Einfallstor nach Südamerika

Chile zieht Auslandsinvestoren vor allem mit guten Rahmenbedingungen an. Wenig Korruption, ambitionierte Ziele und die Mitgliedschaft in der OECD sind starke Argumente für potentielle Geldgeber.

Das Forschungsinstitut Prognos hat für den Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) analysiert, welche bisher wenig beachteten Länder sich als neue Absatzmärkte und Investitionsziele eignen. Die 80 Seiten starke Studie "Wachstumsmärkte für die deutsche Industrie – eine Auswahl jenseits der BRICS", liegt dem Handelsblatt exklusiv vor. 15 Länder aus verschiedenen Kontinenten haben die Forscher identifiziert, die besonders gute Chancen für deutsche Unternehmen bieten. Sie wurden passend zur Branchenstruktur der deutschen Wirtschaft ausgewählt.

Das Ergebnis: In Südamerika lohnt ein Blick auf die Pazifikküste. Chile, Kolumbien und Peru sind die Geheimtipps. Vor allem deutsche Maschinenbauer und die Elektroindustrie profitieren vom Ausbau der dortigen Rohstoffindustrie. In Asien setzt Prognos auf Indonesien, Vietnam und Malaysia, die etwa Chancen für die deutsche Medizintechnik bieten. In Nahost sind Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate interessant. Als Überraschungsregion ist Ostafrika dabei. Hier wird die Infrastruktur ausgebaut – vor allem im Energiesektor.

Kommentar: Merkel muss die Außenwirtschaft fördern

Kommentar

Merkel muss die Außenwirtschaft fördern

Die Kritik an der mangelnder Unterstützung für die deutsche Außenwirtschaft wird immer lauter – wenig Koordination und falsche Akzente. Jetzt ist die Kanzlerin gefragt, vor allem als Türöffner für neue Wachstumsmärkte.

Schon in den vergangenen zehn Jahren betrug das durchschnittliche Wachstum dieser 15 Staaten nach IWF-Berechnungen 5,5 Prozent. Und bis zum Jahr 2025 sagt Prognos ihnen ein durchschnittliches Wachstum von bis zu sechs Prozent jährlich voraus – fast doppelt so stark wie das prognostizierte Wachstum der Weltwirtschaft.

Allerdings gibt es auch Risiken. Denn auf der Länderliste der Prognos-Forscher gibt es Länder, die zwar ordentlich wachsen, aber alles andere als politisch stabil sind. In Kolumbien etwa macht der Drogenkrieg den Investoren zu schaffen. In der arabischen Welt begehrt in vielen Ländern das Volk gegen die Regierungen auf.

Kommentare (17)

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A.Popp

02.09.2012, 14:40 Uhr

Leider kann man nur noch zur Kenntnis nehmen, dass nach wie vor die Fragen falsch gestellt werden. Wann werden die sogenannten Mainstream-Wissenschaftler laut und hinterfragen den Wachstumswahn, der aus dem Geldsystem und der Eigentumsökonomie herrührt. Im Plan B fokussiert sich die Wissensmanufaktur.net offenbar als einziges Institut mit den Ursachen des Wahnsinns. Wieviele "Fukushimas" und "Horizons" hält die Erde noch aus, ohne dass sich die Menschheit selbst vernichtet? Andreas Popp

Maria

02.09.2012, 15:13 Uhr

die "letzte Hoffnung" ist Gott,
je mehr die Menschheit diese höchste lichte Macht und Energie im Universum vergessen hat, desto dunkler wird es nun

http://www.revolution-2012.com/das-buch/
www.mayanmajix.com
http://www.youtube.com/watch?v=TWttCv0p6WQ

Fahrenheit451

02.09.2012, 15:32 Uhr

Die Welt in der Krise

Solche Veränderungen und Zeichen als "Weltuntergang" zu deuten, ist eine Option.
Aber natürlich gibt es noch andere Möglichkeiten große Veränderungen zu interpretieren.
Ein Beispiel ...
Unsere derzeitige Wirtschaftskrise und Sinnkrise könnte der Startschuss zu so einer großen Wandlung sein.

Denn das Streben nach Superlativen - ein "immer mehr", "immer größer" - ist letztlich weder machbar noch wünschenswert.
Sicher - Begriffe wie "Individualität" oder "unbegrenztes Wachstum" werden häufig in den Medien kommuniziert.

Aber solche Schlagworte und reine Quantitäten können eine echte Qualität - einen Sinn im Leben - nicht ersetzen.

Wir haben uns das alles vielleicht anders vorgestellt und nur das Beste gewollt.

Wir sind gescheitert, wir sind nicht da, wo wir hin wollten.

Aber manchmal stellt sich ein Scheitern im Nachhinein als glückliche Fügung heraus.

Denn oftmals stellen wir uns erst in der Krise wieder existenzielle Fragen wie: "Wie kommen wir vom Haben zum Sein?" oder "Was brauchen wir wirklich?"

Wenn wir durch die Krise zu einem neuen Wertesystem gelangen, hat sich die Krise gelohnt.

Am Ende sollten wir uns jedoch immer vor Augen führen, dass wir selbst unseres Glückes - oder unserer Hölle - Schmied sind.

Ob die Welt am Ende tatsächlich untergeht - oder im positiven Sinne - ein qualitativer Wandel erfolgt, wird nicht zuletzt auch von unserem Bewusstsein, unserem Denken und unserem Handeln abhängen.

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