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25.01.2005

11:04 Uhr

Niedrige Zinsen und hohe Gewinne führen zu mehr Investitionen

Banken: Konjunkturerholung setzt sich 2005 fort

Nach Einschätzung der deutschen Bankenbranche wird sich die konjunkturelle Erholung in diesem Jahr fortsetzen. Ein leichtes Anziehen der Investitionen und des Privatkonsums sollten die Binnenwirtschaft 2005 stärken und die nachlassenden Impulse aus der Exportwirtschaft ausgleichen, hieß im dem am Dienstag in Berlin veröffentlichten Konjunkturbericht des Bundesverbandes Deutscher Banken (BdB).

HB BERLIN. Niedrige Zinsen und hohe Gewinne sollten die Firmen zu mehr Investitionen ermuntern. „Zuversichtlich stimmt ferner das zunehmende Interesse ausländischer Kapitalgesellschaften an deutschen Unternehmen und Immobilien“, heißt es. Die Investitionen aus dem Ausland könnten die Kapitalausstattung der Firmen in Deutschland verbessern. „Außerdem deutet das Interesse ausländischer Investoren darauf hin, dass Teile des Kapitalstocks in Deutschland im internationalen Vergleich sowie vor dem Hintergrund der deutschen Exporterfolge inzwischen als unterbewertet gelten“, schreiben die BdB-Volkswirte. Für 2005 erwartet sie nach wie vor ein Wirtschaftswachstum in Deutschland von 1,4 %.

Sollte sich der Arbeitsmarkt wie erwartet in den kommenden Monaten stabilisieren, sieht der BdB auch Chancen für eine schrittweise Erholung des privaten Konsums. Zwar werden die Hartz IV-Reformen dem Bankenverband zufolge zunächst zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit führen, aber die Zahl der Erwerbstätigen sollte vor allem durch die Zunahme von Mini-Jobs steigen. Auch die Mini-Jobs sollten dem BdB zufolge die private Nachfrage stützen, denn es gebe derzeit keine Belege dafür, dass sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen systematisch in Mini-Jobs aufgespalten werden. „Zusätzlich zu der erhofften Stabilisierung am Arbeitsmarkt sollte der private Konsum 2005 von der Steuerentlastung zum Jahresbeginn profitieren.“

Die Inlandsnachfrage könne daher in diesem Jahr um 0,8 bis 1,0 % steigen. „Nimmt man alles zusammen, dann ist 2005 zwar mit keiner sprunghaften, aber immerhin mit einer graduellen Belebung der binnenwirtschaftlichen Konjunkturkräfte zu rechnen“, fasst der BdB zusammen. Gleichzeitig dürfte der Impuls vom Außenhandel etwas nachlassen.

Die Banken warnen eindringlich davor, die Binnennachfrage durch Konjunkturprogramme oder Lohnerhöhungen zu stimulieren. Die Erfolge der hiesigen Exporteure seien kein Indiz für die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Arbeitsplätze, da sie häufig nur durch hohe Investitionen oder Produktionsverlagerungen ins Ausland erzielt würden. Bei Lohnerhöhungen würde wegen der hohen Lohnnebenkosten nur gut die Hälfte der zusätzlichen Arbeitskosten in den Taschen der Arbeitnehmer landen. Um die Arbeitsmarkt in Deutschland zu entschärfen seien vielmehr weitere Wirtschaftsreformen unverzichtbar.

sam/kla REUTERS

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