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12.02.2015

11:35 Uhr

Notenbank

Auch Schweden führt Negativzins ein

Die schwedische Notenbank macht es der EZB nach: Im kampf gegen die niedrige Inflation senkt sie ihren Leitzins und will mit dem Kauf von Staatsanleihen umgerechnet rund eine Milliarde Euro in die Wirtschaft pumpen.

Auch die schwedische Notenbank hat ihre Leitzinsen unter null gesenkt und hat zudem Käufe von Staatsanleihen angekündigt. dpa

Schweden zieht nach

Auch die schwedische Notenbank hat ihre Leitzinsen unter null gesenkt und hat zudem Käufe von Staatsanleihen angekündigt.

StockholmIm Kampf gegen die zu schwache Preisentwicklung folgt Schweden der EZB: Die Notenbank senkt ihren Leitzins und will mit dem Kauf von Staatsanleihen umgerechnet rund eine Milliarde Euro in den Wirtschaftskreislauf pumpen.

Die Notenbank begründete ihre Maßnahmen am Donnerstag mit der zu niedrigen Inflation. Wie in der Eurozone herrscht die Sorge, dass eine extrem niedrige Teuerung in eine gefährliche Deflation umkippen kann - das ist eine Abwärtsspirale aus sinkenden Preisen und schrumpfender Wirtschaft.

Im Januar lag die jährliche Teuerungsrate in Schweden bei minus 0,3 Prozent. Wie die EZB, strebt die Reichsbank rund 2,0 Prozent an.

Die zentralen Punkte der EZB-Anleihekäufe

Gesamtvolumen

Zunächst etwa 1,14 Billionen Euro

Laufzeit

Ab März bis mindestens Ende September 2016 und bis sich die Inflation nachhaltig angepasst hat an eine Rate von knapp 2,0 Prozent.

Was wird gekauft

unter anderem Staatsanleihen mit Investmentgrad (diese sind von mindestens guter Kreditwürdigkeit) mit einer Laufzeit von 2 bis 30 Jahren, Anleihen von EU-Institutionen und Unternehmensanleihen

Aufteilung der Käufe

Die Aufteilung der Anleihekäufe auf die einzelnen Euroländer richtet sich nach dem Landesanteil am EZB-Kapital (Bevölkerungsanzahl und Wirtschaftsleistung). Deswegen werden vor allem deutsche Bundesanleihen gekauft, gefolgt von französischen und italienischen Papieren.

Risikohaftung

Nur 20 Prozent der Anleihekäufe unterliegen einer gemeinsamen Risikohaftung. Dazu zählen die Anleihen von EU-Institutionen, auf die 12 Prozent der Käufe entfallen sollen.

Um die Wirtschaft anzukurbeln und das Preisniveau in die Höhe zu treiben, reduzierte die Reichsbank ihren Leitzins von bisher null auf minus 0,1 Prozent. Zudem will die Zentralbank bald mit dem Kauf von Staatsanleihen im Wert von 10 Milliarden Kronen (rund 1,03 Milliarden Euro) beginnen.

Die Schweden hatten sich in einer Volksentscheidung 2003 gegen eine Ablösung ihrer Krone durch den Euro ausgesprochen. Aktuell verhindert das Land einen Euro-Beitritt, indem es kein Mitglied des Wechselkursmechanismus ist. Vertraglich ist aber geregelt, dass Schweden beitreten muss, sobald es reif für den Euro ist. Allerdings ist das skandinavische Land als EU-Mitglied wirtschaftlich eng mit der Währungsunion verflochten.

Von

dpa

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